Hunderassen

„Hunderassen"Der Hund stammt vom Wolf ab, darüber ist man sich inzwischen einig. Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts zweifelte der Naturforscher Charles Darwin an dieser Theorie, als er von mindestens zwei Vorfahren des Hundes ausging: dem Wolf und dem Schakal. Betrachtet man heutzutage den Mops oder den Bichon Frisé, sind zumindest äußerlich kaum noch Ähnlichkeiten mit dem Ursprung des Hundes zu erkennen. Der Mensch griff in die natürliche Evolution ein und züchtete unzählige Hunderassen. Doch welchen Sinn macht das Vorhandensein von mindestens 800 unterschiedlichen Rassen weltweit? Was gibt es bei der Auswahl zu bedenken, wenn man sich einen Hund kaufen möchte?

Was ist eine Hunderasse?

Hinsichtlich der Definition des Begriffs Hunderasse gibt es verschiedene Auslegungen. Die einen meinen, es könne nur dann von einer Rasse gesprochen werden, wenn sie durch einen Zuchtverband bewertet und in die entsprechende Liste der Hunderassen eingetragen wurde. Andere gehen davon aus, dass es ausreiche, wenn mehrere aufeinanderfolgende Generationen dieselben Charaktereigenschaften und gleiche äußere Merkmale aufweisen. Ähnlich sieht es der größte kynologische Dachverband FCI, der 1911 in Paris mit dem Ziel gegründet wurde, die Rassehundezucht und das Wohlergehen der Hunde zu fördern. Ursprünglich ging es bei der Zucht von Hunderassen darum, für bestimmte Aufgaben besonders leistungsfähige Hunde heranzuziehen.
Die Bezeichnung „Rasse“ gab es damals noch nicht. Bereits im alten Ägypten befasste man sich mit der Zucht von drei unterschiedlichen Hundetypen. Man kannte Spitze, Jagdhunde und Doggen. Überlieferte Schriften, Reliefs, Zeichnungen sowie in Inkagräbern entdeckte Hundemumien bestätigen deren damalige Existenz. In der Bronzezeit legte man Wert auf massige Hunde, die unter der Bezeichnung „Bronzehund“ geführt wurden. Der erst später gezüchtete „Torfhund“ fiel durch einen filigraneren Körperbau auf. Im 4. Jahrhundert v. Chr. setzte man andere Prioritäten. Insbesondere die Damenwelt erfreute sich an winzigen Schoßhündchen, während die Gladiatoren sich mit riesigen Molossern maßen.

Jahrtausende hindurch ging es den Menschen ausschließlich darum, dass der Hund für spezielle Aufgaben prädestiniert war. Wächter mussten aufmerksam und unerschrocken sein. Jagdhunde benötigten einen guten Spürsinn und Ausdauer, Schoßhunde zeichneten sich durch Geselligkeit und Verspieltheit aus. Hütehunden lag das Treiben von Viehherden im Blut. Sie mussten robust sein und jedem Wetter trotzen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wechselte die Stellung des Hundes innerhalb der Gesellschaft. Immer mehr wurde er als Familienmitglied betrachtet. Dadurch geriet das eigentliche Leitbild bei der Zucht etwas in Vergessenheit. Dennoch oder gerade deswegen wird der kontrollierten Züchtung von Hunderassen weltweit Bedeutung beigemessen. Die Beurteilung erfolgt durch verschiedene Dachverbände, von denen die FCI der größte ist.

Kriterien zur Beurteilung der Hunderassen

Im größten kynologischen Dachverband sind 69 Mitgliedsstaaten vereint, die die internationalen Standards für die meisten Hunderassen festlegen. Dabei geht es insgesamt um das jeweilige Idealbild, dem die Rasse entsprechen soll. Neben dem Aussehen entscheiden die Gesundheit, die Charaktereigenschaften und das Wesen der Hunderassen über ihre Eintragung in die Liste. Das Verfahren der Begutachtung läuft in mehreren Etappen ab.

Entscheidend bei der Aufstellung von Standards ist der Ursprung der Rasse, der im Wesen und Erscheinungsbild erhalten bleiben soll. Weiterhin legt der Dachverband die erwünschte Größe für Hündinnen und Rüden fest sowie das Gewicht, die Länge und Beschaffenheit des Fells, Details für das Gesicht, den Körperbau, die Art des Gebisses und das Gesamterscheinungsbild. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte erfolgt die Verpaarung der Hunde, über die in den untergeordneten Vereinen Zuchtbücher geführt werden.

Einmal festgelegte Standards können im Laufe der Jahre überarbeitet werden. Das macht Sinn, wenn bestimmte rassetypische Merkmale noch deutlicher hervorgehoben werden sollen. Beispielsweise trägt der heutige Deutsche Schäferhund einen flach nach hinten abfallenden Rücken, beim Mops und beim Deutschen Boxer sind die Augen runder als früher. Beim Shar Pei sind die Falten inzwischen so tief ausgeprägt, dass sich das Gesicht des Hundes kaum noch ausmachen lässt. Derartige Veränderungen sind oft auch dem optischen Wunschbild des Menschen geschuldet. Wenn bekannt wird, dass allzu starke Korrekturen sich zum gesundheitlichen Nachteil der Hunde auswirken, kann gegengesteuert werden. Die Rassestandards werden neu angepasst. Charakterschwache Hunde werden von Anfang an von der Zucht ausgenommen, damit die Vererbung von unerwünschten Merkmalen wie eine übermäßige Aggressivität oder Ängstlichkeit minimiert wird. All diese Fakten werden in Statistiken festgehalten.

Die Erfassung der Standards von Hunderassen in Datenbanken ermöglicht es, bestimmte Bewertungskriterien für Hundeausstellungen und Arbeitsprüfungen aufzustellen und die Exemplare einer Rasse überhaupt miteinander vergleichen zu können. Auf der Basis dieser Regelungen werden an die besten Hunde während solcher Veranstaltungen Titel vergeben, beispielsweise „Internationaler Schönheits- und Leistungschampion“. Die Kriterien bei der Beurteilung von Hunden wirken sich also in gleich mehrfacher Weise aus.

Worauf kommt es bei der Auswahl der Hunderasse an?

„Mein Hund muss kein Champion sein und keinem Standard entsprechen. Die Hauptsache ist, dass er mir gefällt“, behaupten potentielle Hundebesitzer häufig. Dem ist nichts entgegenzusetzen, solange die Vierbeiner nicht zur Zucht eingesetzt werden sollen. Denn grundsätzlich kann auch ein etwas kleiner oder größer geratener Dalmatiner ein treuer Begleiter sein, selbst ein Mischlingshund ist ein liebenswerter Hund, der eine Daseinsberechtigung besitzt.

Doch spätestens, wenn es an die Weitergabe von genetischem Material durch die Zucht geht, sollten Rassestandards eine Rolle spielen. Schließlich entscheiden sie nicht nur über das Aussehen des Hundes, sondern auch über die Anlagen hinsichtlich seines Charakters und seines Verhaltens. Denkt der potentielle Hundebesitzer darüber nach, sich einen Welpen zu kaufen, kann er bei einem Rassehund vom Vorhandensein bestimmter Eigenschaften ausgehen. Ein Mischlingshund ist immer ein Mix, was sein Aussehen angeht ebenso wie sein Gemüt.

Die Hunderasse sollte immer zum Besitzer und zu dessen Umfeld passen. Der Großstädter wird dem niederläufigen Hund eher den Vorzug geben, weil er im Allgemeinen weniger Auslauf benötigt als ein großer Hund. Und auch, weil sich Nachbarn weniger vor ihm fürchten, was beispielsweise in Hochhäusern für das harmonische Miteinander nicht unerheblich ist. Darüber hinaus entscheidet der Verwendungszweck, für welche Hunderasse sich der Mensch entscheidet. Arbeitshunde beispielsweise sollen Spuren suchen, Herden treiben, Grundstücke oder Menschen bewachen. Familienhunde sollen geduldig mit Kindern umgehen und nervenstark sein. Körperlich aktive Menschen wünschen sich agile Hunde. Wer sich nicht so gern bewegt, kommt mit der trägeren Rasse besser zurecht.

Der potentielle Hundebesitzer sollte das Augenmerk nicht nur auf den Hund legen, sondern sich auch selbst hinterfragen. Welchem Typ entspricht er? Kann er sich durchsetzen oder zählt er zu den zurückhaltenden Menschen? In letzterem Fall empfiehlt es sich, eine Rasse zu wählen, die nicht zur Dominanz neigt. Sonst kann die Hundeerziehung zu anstrengenden Auseinandersetzungen ausarten. Ruhige Rassen ordnen sich beinahe jedem Menschen unter, wenn sie gut erzogen werden. Fällt die Wahl auf sie, lässt sich das ständig neue Austesten der Rangfolge vermeiden, wie es beispielsweise beim Owtscharka zu beobachten ist. Diese Hunde sind für das eigenständige Arbeiten gezüchtet worden. Ihre Eigenwilligkeit erhöht ihr Leistungsvermögen. Ein unsicherer Mensch sollte sich besser für einen anderen Hund entscheiden. Letztlich aber muss der Hund auch optisch gefallen, denn er will gemocht werden. Bei der Auswahl der Hunderasse gibt es demnach mehrere Umstände zu beachten.

Die beliebtesten Hunderassen

Jeder Hundefreund hat seine eigenen Vorlieben für bestimmte Rassen. Der eine bevorzugt große Hunde, der andere kleine. Manch einer krault am liebsten Vierbeiner mit langem Fell, nicht wenige wissen die Pflegeleichtigkeit von Kurzhaarrassen zu schätzen. Einige Hunderassen erscheinen als besonders putzig oder als außerordentlich schlau. Trotz aller Sympathien des Einzelnen entscheidet auch die Mode über die Rangfolge bei den beliebtesten Hunderassen.

Viele Jahrzehnte lang hielt sich der Deutsche Schäferhund auf Platz eins. Das dürfte an seiner Gelehrigkeit und an seiner Vielseitigkeit liegen. Der Deutsche Schäferhund ist ein robuster Hund. Da er aufgrund seines dichten Fells am besten im Freien zu halten ist und immer mehr Menschen in der Stadt dem Vierbeiner lediglich eine beheizte Wohnung zur Verfügung stellen können, wurde die Rasse vom Siegertreppchen inzwischen verdrängt.

Kurzhaarige Rassen, am besten ohne Unterfell, stehen bei Mietern ganz hoch im Kurs, wenn sie ihren Hund in der Wohnung halten. Dazu zählt unter anderem die Französische Bulldogge. Aber auch der American Staffordshire Terrier und der Bull Terrier nehmen wieder an Beliebtheit zu, seit einige Bundesländer von der Liste der sogenannten Kampfhunde abrücken und die Steuern für diese Rassen wieder bezahlbar sind. Nicht zuletzt zählen zu den beliebtesten Wohnungshunden diejenigen, die nicht haaren wie beispielsweise der West Highland White Terrier, der Pudel sowie der Goldendoodle, bei dem es sich um eine Kreuzung zwischen dem Golden Retriever und dem Pudel handelt.

Ausgeglichene Hunde kommen bei Familien mit Kindern gut an. Zu ihnen zählen beispielsweise der Hovawart, der Dalmatiner und der Berner Sennenhund. Alle drei Rassen eignen sich auch für sportliche Aktivitäten, da sie sehr ausdauernd sind. Auch der Labrador Retriever und der Golden Retriever fallen in diese Kategorie. Wegen ihres häufig exotischen Aussehens halten auch hierzulande eher unbekannte Rassen immer mehr Einzug. Allen voran der Shar Pei, gefolgt vom Akita Inu, vom Tschechoslowakischen Wolfshund und Dogo Canario. Grundsätzlich variieren die Plätze bei den jährlichen Befragungen von Statistikern, wobei nicht nur Trends, sondern auch die befragten Zielgruppen über die Beliebtheit von Hunderassen entscheiden.

Hunderassen, die sich als Familienhunde besonders gut eignen

Generell könnte man annehmen, dass Familienhunde nicht viel zu leisten haben. Sie werden regelmäßig gefüttert, dürfen tagsüber im Haus oder in der Wohnung faulenzen und sollen sich freuen, wenn ihre Menschen von der Arbeit nach Hause kommen. Anschließend wird ein gepflegter Spaziergang unternommen, es ist noch etwas Zeit fürs gemeinsame Spiel. Schon ist wieder die Müßigkeit angesagt, am besten auf dem Sofa, wo die Kinder dem Vierbeiner das Fell kraulen.

Die Wirklichkeit des Familienhundes sieht allerdings anders aus. Hunde besitzen von Natur aus einen hohen Bewegungsdrang, einige Rassen benötigen die ständige Auslastung, damit sie nicht übermütig werden. Letzteren fällt es besonders schwer, stundenlang allein die Zeit totzuschlagen, zumal sie nichts anfressen oder demolieren sollen. Kommen die Kinder aus der Schule heim, haben diese nur selten Zeit für den Vierbeiner, weil Hausaufgaben, Arbeitsgruppen oder anderweitige Termine zur Eile drängen. Geben sich die Kleinen doch mit dem Hund ab, sind sie oft gestresst und launenhaft. Nicht immer geht es beim Spiel friedlich zu. Dennoch sollen Familienhunde sanft und beherrscht bleiben.

An den Wochenenden werden Familienhunde gern überall hin mitgenommen. Sie müssen sich an die unterschiedlichsten Situationen anpassen und sich zu benehmen wissen. Selbst in den Urlaub an den Strand muss der Vierbeiner im Sommer mit, obwohl er lieber im kühlen Schatten unter dem Apfelbaum liegen würde. Besonders anstrengend sind für Familienhunde Situationen, in denen es innerhalb der Familie Streit gibt. Zu welchem Familienmitglied sollen sie halten? Gut, wenn ausreichend Platz vorhanden ist, um allen Widrigkeiten großzügig aus dem Wege zu gehen. Familienhunde sind also keinesfalls nur wenig geforderte Familienmitglieder, die sich ein legeres Hundeleben leisten. Familienhunde sind Teamplayer. Nicht jede Rasse hält diesen Anforderungen Stand. Doch einige Hunderassen sind für diese Aufgabe wie geschaffen.

Der fröhliche und selbstsichere Yorkshire Terrier beispielsweise mag es, überall dort herumzutollen, wo etwas los ist. Er jagt Bällen hinterher, flitzt mit den Kindern um die Wette und ist kein bisschen nachtragend, wenn es doch etwas zu derb zuging. Der Labrador Retriever versteht sich ebenfalls mit Klein und Groß. Dazu ist er sehr folgsam und treu. In den Vereinigten Staaten belegt er seit Jahren den ersten Platz unter den Familienhunden. Auch hierzulande weiß man seinen Charakter zu schätzen. Wer ihm ausreichend Platz bieten kann, ist mit dem Neufundländer gut beraten. Er gilt als ruhig und sensibel, dasselbe lässt sich vom Deutschen Boxer behaupten. Beide Rassen bellen nur, wenn es erforderlich ist. Bei Letzterer ist die Fellpflege ein Kinderspiel.

Wenngleich er derzeit nicht in Mode ist, können dem Collie viele gute Eigenschaften nachgesagt werden. Er gilt als treu und hingebungsvoll. In der Stadt beweist er sich als leinenführig, längere Autotouren machen ihm nichts aus, wenn er an derartige Ausflüge behutsam herangeführt wird. Ein Hund, der längere Zeit im Abseits stand, ist der Pudel. Nun erobert er die Familien zurück, was an seiner Verspieltheit und Lebhaftigkeit liegen dürfte. Obendrein ist er seinen Menschen treu und lernt wissbegierig. Besuchern gegenüber zeigt er sich umgänglich.

Hunderassen für Allergiker

Wenn Menschen in Anwesenheit von Hunden zu niesen beginnen, ihnen die Augen tränen oder Quaddeln auf der Haut entstehen, wird landläufig von einer Hundehaarallergie gesprochen. Dabei lösen nicht die Haare selbst die allergischen Reaktionen aus. Vielmehr sind es die Allergene, die sich im Speichel und im Hundeurin befinden. Putzt sich der Hund das Fell, gelangen sie auf die Haare und von dort aus in die Umgebung beziehungsweise durch das Streicheln des Hundes sowie mit aufgewirbeltem Hausstaub auf die Haut und Schleimhäute des Menschen. Allergikern wird häufig geraten, auf die Anschaffung eines Hundes zu verzichten. Doch das ist leicht gesagt. Was, wenn man ein großer Hundefreund ist?

Wichtig ist, die Wohnung entsprechend einzurichten. Ob Teppichboden oder aufwischbare Beläge die bessere Wahl sind, muss man ausprobieren. Auf Letzteren lassen sich die Allergene besser beseitigen, dafür kommt es eher zu Verwirbelungen des Staubs und der am Boden liegenden Hundehaare. Auch wenn es einigen Hundebesitzern schwer fällt, sollte der Hund nicht im Bett oder auf dem Sofa schlafen dürfen, damit kein allzu enger Kontakt mit dem Menschen entsteht. Unnütze Staubfänger werden aus den Räumen beseitigt. Unbedingt sollte ein Facharzt die Allergie behandeln, damit sich die Symptome nicht verschlimmern und im schlimmsten Fall ein Asthma aus ihnen entsteht. Dann steht der Anschaffung eines Hundes nichts mehr im Wege. Nach Möglichkeit suchen sich die Betroffenen eine Rasse aus, die für Allergiker geeignet ist.

Grundsätzlich geht es bei der Auswahl darum, dass der Hund wenig haart. Die Länge des Fells spielt eher eine untergeordnete Rolle. Unter anderem wurde der West Highland White Terrier so gezüchtet, dass man ihn problemlos auch mit einer Allergie in der Wohnung halten kann. Ebenso zählt zu den allergikergeeigneten Hunden der Goldendoodle, dessen Fellbeschaffenheit dem des Pudels ähnelt. Der Pudel selbst ist für Allergiker wie gemacht. Das regelmäßige Waschen und Scheren vermindert das Allergiepotential außerdem. Auch bei Zwerg-, Mittel- und Riesenschnauzern ist das Risiko für Allergiker geringer, wenn sie regelmäßig gebürstet und getrimmt werden. Allergiker sollten die Fellpflege gesunden Familienmitgliedern überlassen oder den Hundefriseur beauftragen. Als weitere Präventionsmaßnahme vor allergischen Reaktionen empfiehlt es sich, nach dem ausgiebigen Spiel mit dem Hund die Kleidung zu wechseln und zu duschen. Die Wohnung sollte regelmäßig gereinigt und gelüftet werden.

Was sind eher große Hunderassen, was eher kleine Hunderassen?

Manche Hundebesitzer lieben große Hunderassen, andere stehen auf kleine. Doch was sind eigentlich deren Vor- beziehungsweise Nachteile und welche Hunde gehören in welche Gruppe? Von großen Hunden spricht der Fachmann, wenn die Höhe des Widerrists mindestens 60 bis 70 Zentimeter beträgt. Die kleinsten Hunderassen sind gerade einmal um die zehn Zentimeter groß, Rekordhalter bei den Mini-Hunden ist der Chihuahua Miracle mit 9,65 Zentimetern. Weshalb sich Menschen für große beziehungsweise kleine Rassen entscheiden, hat unterschiedliche Gründe.

Ein großer Hund

  • ist für viele körperliche Aktivitäten besser geschaffen, weil er kräftiger, ausdauernder und robuster ist
  • macht als Wachhund ordentlich etwas her und verschreckt ungebetene Gäste
  • kann beim Freizeitsport der Familie mithalten, beispielsweise am Fahrrad mitlaufen oder seine Leute beim Joggen begleiten.

Allerdings müssen für den großen Hund mehr Kosten veranschlagt werden. Er frisst um ein Vielfaches mehr als sein kleiner Artgenosse. Wenn Medikamente verabreicht werden, benötigt der große Hund eine größere Menge davon, weil die Dosis auf das Körpergewicht des Hundes abgestimmt wird. Selbst in der Anschaffung der Grundausstattung spiegeln sich die höheren Ausgaben. Große Hundekörbe und Hundematten, Leinen und Halsbänder für große Rassen sind teurer, wenn sie hochwertig sein sollen.

Kleine Hunde

  • lassen sich besser in der Wohnung halten
  • können leicht transportiert werden, beispielsweise in der Hundetragetasche
  • sind bei einem geringeren finanziellen Aufwand zu halten.

Als Wach- und Schutzhunde überzeugen sie allerdings wenig. Einige Rassen sind so zierlich, dass sie bei Wind und Wetter ein Schutzjäckchen tragen müssen, um nicht zu erfrieren.

Zu den großen Hunderassen zählen unter anderem der Neufundländer, der Irische Setter, der Bobtail, der Riesenschnauzer, die Deutsche Dogge, der Afghanische Windhund und der Bernhardiner. Kleine Hunde sind der Zwergspitz, der Chihuahua, der Dackel, der Malteser, der Bolonka Zwetna, der Yorkshire Terrier, der Havaneser sowie der Chinesische Schopfhund. Die Größe der Rasse sagt nichts darüber aus, wie leicht sich der Hund erziehen lässt. Einige Rassen gelten als relativ sturköpfig wie beispielsweise der Teckel. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Umgang mit ihnen schwierig gestaltet, der Hundebesitzer muss lediglich wissen, dass sein Hund eine besondere Führung benötigt. Eigensinnige Hunde wirken nach außen hin energisch und stark, dabei sind sie in ihrem Innern echte Sensibelchen und ziemlich nachtragend. Eine konsequente und liebevolle Erziehung ist für sie besonders wichtig, damit das Zusammenleben mit ihnen Freude bereitet. Zudem besitzt jede Hunderasse individuelle Kompetenzen, die nach Möglichkeit gefördert werden sollten, damit sich der Hund wohlfühlt.

Zusammenfassung

Ursprünglich wurden Hunderassen gezüchtet, damit sie aufgrund spezieller Fähigkeiten bestimmte Aufgaben für den Menschen erledigen konnten. Das Aussehen stand dabei nicht an erster Stelle. Heute achten viele potentielle Hundebesitzer bei der Auswahl des Hundes hauptsächlich auf das äußere Erscheinungsbild. Dabei ist es ebenso wichtig, dass auch der Charakter und die Kompetenzen der Rasse zum Umfeld und zum Menschen passen. Wenngleich der Hütehund nicht zwangsläufig eine Herde beaufsichtigen muss, der Schutzhund keinen Objektschutz übernehmen muss und der Dackel nicht in den Kaninchenbau geschickt werden muss, sollten den Anlagen entsprechende Anforderungen an den Hund gestellt werden. Ob der Hund groß oder klein sein soll, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab wie dem Platzangebot sowie den finanziellen Mitteln. Einige Hunde eignen sich als Familienhunde besonders gut. Diese Rassen müssen geduldig, nervenstark und robust sein, um sich verschiedenen Situationen und den Launen ihrer Menschen anzupassen. Jede Rasse und auch der Mischling hat es verdient, gemocht zu werden, dennoch sollte die Auswahl des Hundes sorgsam getroffen werden.

 

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