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Zeckenbiss beim Hund – Was tun?

Zeckenbiss beim HundBei der Fellpflege oder beim Schmusen mit dem Vierbeiner entdeckt man sie: Eine Zecke hat sich an dem Liebling festgebissen. Statt in Panik zu verfallen & zu versuchen die Zecke mit verschiedenen Maßnahmen zu entfernen, sollte man ganz ruhig bleiben. Auch ein Besuch beim Tierarzt ist erst einmal nicht notwendig. Eine Zecke wird am besten so ruhig und sanft wie möglich entfernt, um das Risiko von Krankheiten für den Hund gering zu halten.

Was passiert bei einem Zeckenbiss?

Konnte die Zecke unbemerkt auf dem Hund bleiben und hat einen geeigneten Platz gefunden, dies ist meist am Kopf des Hundes, beginnt sie mit ihrer „Arbeit“. Die Zecke ritzt die Haut mit ihrem Mundwerkzeug auf und sticht mit dem Stechrüssel in die Wunde. Sofort beginnt sie zu saugen. Neben Blut nimmt sie auch die Lymph- und Zellflüssigkeit mit auf. Je nach Zeckenart beißen oder kleben sich diese Parasiten an ihrem Wirt fest. Außerdem flößen sie dem Wirt beim Biss direkt ein Sekret mit unterschiedlichen Wirkstoffen ein.

In dem Zeckenkörper können sich Krankheitserreger befinden. Während ihrer Blutmahlzeit gibt die Zecke unverdaute Blutreste aus ihrem Darm an den Hund ab. In diesen Resten befinden sich die Krankheitserreger. Sie wechseln somit ganz einfach den Wirt und können nun im Hundekörper Unheil anrichten. Diese Gefahr der Ansteckung ist etwa drei Stunden nach dem Zeckenbiss gegeben. Deshalb sollte man die Zecke direkt entfernen, wenn man sie entdeckt hat.
Sekret-Wirkstoffe

Betäubungsmittel: Saugvorgang unentdeckt lassen
Entzündungshemmer: Immunsystem-Blockade des Wirts
Gerinnungshemmer: Wundverschluss verhindern, Blutfluss gewährleisten

Zeckenarten

Es gibt verschiedene Zeckenarten, die es besonders auf unsere Vierbeiner abgesehen haben. Für Hunde in Mitteleuropa am gefährlichsten sind die braune Hundezecke, der gemeine Holzbock und die Auwaldzecke.

Die braune Hundezecke

Die braune Hundezecke konnte lange Zeit nur im Mittelmeerraum gefunden werden. Durch die Klimaerwärmung und der hohen Zahl eingeführter Hunde aus den Mittelmeerländern hat die brauen Hundezecke auch ihren Weg nach Deutschland gefunden. Diese Zeckenart ist durchgehend rötlich-braun gefärbt und sehr agil. Sie legen im Gegensatz zu den anderen Zeckenarten mitunter auch lange Wege zurück. Außerdem überleben sie bis zu ein Jahr ohne eine einzige Blutmahlzeit.
Die braune Hundezecke kann Canine Ehrlichiose („Zeckenfieber“), Anaplasmose und Babesiose übertragen – alles gefürchtete Hundekrankheiten, die mittlerweile in ganz Europa vorkommen. Für alle drei Erkrankungen gibt es keine Impfstoffe. Eine lückenlose Zeckenprophylaxe ist daher Pflicht.

Der gemeine Holzbock

Der gemeine Holzbock ist etwas größer als die braune Hundezecke. Zecken dieser Art können Erreger der folgenden Krankheiten übertragen: Lyme-Borreliose, Anaplasmose und FSME. Dabei ist Borreliose die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit in unseren Breitengraden.

Es existiert zwar eine Borreliose-Schutzimpfung und man kann den Hund grund-immuniseren lassen, jedoch deckt diese Impfung nur einen Teil der Borrelien-Bakterienstämme ab. Außerdem muss sie regelmäßig aufgefrischt werden und ist eine sehr teure Impfung, da sie so speziell ist. Eine zusätzliche Zeckenprophylaxe ist also auch mit Impfung Pflicht.

Die Auwaldzecke

Die Auwaldzecke ist noch einmal großer als der gemeine Holzbock und hat eine sehr auffällige Färbung. Der Rücken der Auwaldzecke ist weißlich marmoriert und besitzt einen rot-orangenen Außenrand. Sie kann die Erreger der Babesiose übertragen. Dieser Erreger gilt als besonders stark krankheitsauslösend und ist auch als „Hundemalaria“ bekannt. Unbehandelt kann sie zum Tod des Tieres führen.

Symptome bei einer Erkrankung durch Zeckenbiss

Zeckenbiss beim HundDie Symptome der meisten Krankheiten, die durch einen Zeckenbiss auf den Hund übertragen werden können, zeigen sich anfangs eher indifferent und werden mit der Zeit schleichend schlimmer. Drei der Erkrankungen nehmen wir hier nun genauer unter die Lupe.

Ehrlichiose

Sollte der Hund Erreger der Ehrlichiose in sich tragen, reagiert der Organismus mit Fiber oder Fieberschüben, Erbrechen, Atemnot / schweres Atmen oder einer allgemeinen Abgeschlagenheit. Zusätzlich können die Lymphknoten geschwollen sein. Die Erkrankung beginnt mit einer sogenannten Akutphase. Innerhalb von zwei bis vier Wochen treten vielfältige Symptome auf, anschließend geht die Erkrankung in ein chronisches Stadium über, die Symtome verstärken sich dabei. Besonders die frühzeitige Erkennung der Ehrlichiose ist sehr schwer, weshalb diese Erkrankung häufig im chronischen Stadium mündet.

Borreliose

Bakterien der Gattung Borrelia verursachen die Borreliose im Wirt. Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei Wochen und fünf Monaten. Typisch sind die unspezifischen Symptome im Anfangsstadium, die sich mit der Zeit schleichend verschlimmern. Man sollte auf wiederkehrendes Fieber sowie Fressunlust achten, besonders, wenn es dafür keinen äußerlich ersichtlichen Grund gibt. Außerdem leiden Hunde mit einer Borreliose-Erkrankung an Gelenkschmerzen bzw. –entzündungen sowie Muskelschmerzen und dadurch einer Lahmheit. Auch Herzprobleme gehen mit einer Borreliose-Infektion einher. Das spezifischste Symptom ist die sogenannte „Wanderröte“: Ein kreisrunder roter Hof bildet sich um die Einstichstelle der Zecke. Daher sollte man einen Zeckenbiss auch nach Entfernen der Zecke regelmäßig kontrollieren bis die Einstichstelle vollständig verheilt ist. Insgesamt kann man dem Hund ganz gut medikamentös helfen, eine Heilung gibt es jedoch nicht. In seltenen Fällen kommt es zu neurologischen Schäden, noch seltener verläuft die Borreliose tödlich.

Babesiose

Der Erreger der Babesiose siedelt sich in den roten Blutkörperchen an und zerstört diese. Erstes Anzeichen dieser Erkrankung ist also die Blutarmut (Anämie). Aber auch hier zeigen sich die Symptome zu Beginn sehr unspezifisch. Fieber und Fieberschübe, allgemeines Unwohlsein und Schlappheit, sowie Verdauungs- und Kreislaufbeschwerden. Auffälliger sind blass-gelbliche Schleimhäute sowie roter bis grünbrauner Harn. Unbehandelt führt die Babesiose zum Tod des Tieres.
Sollte man also irgendwelche der genannten Symptome bei seinem Hund beobachten, ist ein Besuch beim Tierarzt angebracht. Besonders, wenn es sonst keinen erklärbaren Grund für die Symptome gibt. Abgesehen von den Erkrankungen und ihren Symptomen kann ein Zeckenbiss beim Hund auch grundsätzlich Allergien und Hautreizungen bzw. -entzündungen hervorrufen.


Erste Hilfe: Zeckenbiss beim Hund

Ein Zeckenbiss kann nicht immer verhindert werden. Eine Zeckenprophylaxe kann keinen 100%igen Schutz garantieren & auch beim Absuchen kann man mal eine Zecke übersehen. Und schon ist es passiert: die Zecke hat sich festgebissen. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und die Zecke möglichst sanft entfernen. Fummelt man zu viel an dem Parasiten herum, bekommt dieser Stress und sondert besonders viel Sekret und unverdaute Reste in die Wunde ab, womit auch vermehrt Krankheitserreger in den Hund gelangen können. Am besten nutzt man sogenannte Zeckenhaken. Damit ist die Entfernung ruck-zuck erledigt. Anschließend sollte man die Zecke entsorgen. In der Toilette herunterspülen bringt tatsächlich nicht viel, das überleben die Tiere. Möchte man der Zecke den Garaus machen, sollte man sie verbrennen. Das klingt hart, aber nur so kann man garantieren, dass sie sich nicht noch weitere Wirte sucht. Eine schon sehr vollgesogene Zecke kann übrigens mit einem kleinen „Plopp“ beim Verbrennen platzen.
TO DO NO GO
Ruhe bewahren Verschiedene „Hausmittelchen“ über die Zecke kippen (wie Nagellackentferner oder Alkohol)
Zeckenhaken möglichst eng an der Hundehaut entlangführen und damit den Kopf der Zecke “umfassen” An der Zecke mit ungeeignetem Werkzeug „herumdoktern“ (Risiko: Zecke nur teilweise entfernen)
Zeckenhaken herausdrehen, die Zecke löst sich so schnell Die Zecke versuchen herauszuziehen (Risiko: Kopf bleibt stecken)
Kontrollieren, ob die Zecke vollständig entfernt wurde
Einstichstelle desinfizieren
Zecke vernichten, am besten verbrennen (dazu in etwas Haushaltsrolle einwickeln, damit es gut anfängt zu brennen)

Vorbeugung von Zeckenbissen

Damit es gar nicht erst soweit kommt und man eine Zecke vom Hund entfernen muss, ist eine lückenlose Zeckenprophylaxe wichtig. Kein Mittel, egal ob chemisch oder natürlich, kann einen 100%igen Schutz garantieren. Man sollte aber versuchen, es einem Parasiten zu erschweren, sich auf dem Hund gemütlich zu machen. Welches Zeckenmittel man nimmt, ist abhängig von der Anfälligkeit des Hundes auf Zecken und den individuellen Vorlieben. Verschiedene Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen haben wir hier zusammengestellt.

Bilder: © Depositphotos.com / Photoboyko / Erik_Karits

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