Zahnpflege bei Hunden

ZahnpflegeStatistiken besagen, dass Hundehalter in Deutschland seit Jahren immer mehr Geld für die Gesundheit ihres Tieres ausgeben. Dennoch steigt die Anzahl der Zahnerkrankungen beim Hund stetig. Wie lässt sich dieser augenscheinliche Widerspruch erklären? Um das Thema „Zahnerkrankungen“ ganzheitlich beleuchten zu können, muss man um die Ursachen derselben wissen. Auf diese und auf verschiedene Präventionsmaßnahmen geht der nachfolgende Artikel ein.

Plötzlich hat der Hund Zahnschmerzen?

Im Grunde weiß jeder Hundebesitzer, wie gesunde Zähne beim Hund auszusehen haben. Weiß und ohne Auflagerungen natürlich. Die Antwort steht schließlich in vielen Ratgebern und Fachbüchern geschrieben. Mit Fachliteratur beschäftigen sich das verantwortungsvolle Frauchen und Herrchen im Allgemeinen, bevor sie sich einen Vierbeiner anschaffen. Daher ist ihnen auch bekannt, dass die wöchentliche Zahnkontrolle wichtig ist.
Zumindest in den ersten Lebensmonaten des Hundes findet eine entsprechende Rund-um-Untersuchung beim Hund statt. Sind die Ohren sauber? Weist das Fell Verklebungen oder kahle Stellen auf? Sind die Augen in Ordnung und eben auch das Zahnfleisch und die Zähne? Stellt man regelmäßig keine Auffälligkeiten fest, stellt sich irgendwann die Nachlässigkeit ein. Der Hund wächst und gedeiht prächtig. Was soll schon groß passieren?
Nach einigen Jahren jedoch stellt der Hundebesitzer fest, dass der Hund aus dem Fang unangenehm riecht. Womöglich frisst er die härteren Brocken vom Futter sehr vorsichtig oder er lässt sie ganz zurück. Spätestens jetzt lässt er die Zahnkontrolle nur noch unwillig über sich ergehen. Der Grund ist: Der Hund hat Zahnschmerzen beziehungsweise Entzündungen am Zahnfleisch.

So selten sind Zahn- und Zahnfleischerkrankungen beim Hund nicht. Immerhin geben Tierärzte an, dass etwa 80 Prozent aller Hunde über drei Jahre an selbigen leiden. Es folgt das große Erwachen der Hundebesitzer: Hätte man doch weiterhin regelmäßig hingeschaut oder noch besser entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen.

Symptome von Zahnproblemen beim Hund

Zahnprobleme äußern sich beim Hund unterschiedlich, je nachdem, um welche Erkrankung es sich handelt. Manchmal brechen Zähne beim wilden Toben mit Artgenossen oder beim Kauen harter Gegenstände ab. Dies ist erkennbar an abgesplitterten Zahnteilen. Liegt das Zahnmark frei, kann es zu Blutungen kommen. Bei Berührung des betroffenen Zahns zeigt der Hund Schmerzen.
Zahnfleischentzündungen machen sich in unangenehmem Mundgeruch, gerötetem und geschwollenem Zahnfleisch bemerkbar. Sind diese weit fortgeschritten, sind einzelne Eiterherde und regelrechte Löcher im Zahnfleisch erkennbar. Der Hund speichelt vermehrt und lässt sich aufgrund der Schmerzen am Fang ungern berühren.

Karies tritt beim Hund meist an den oberen Backenzähnen auf, doch auch andere Zähne können Löcher aufweisen. Eitrige Entzündungen können in der Folge entstehen. Der Hund kaut beim Fressen einseitig.
Zahnbettentzündungen sind ebenfalls an schlechtem Mundgeruch erkennbar. Das Zahnfleisch sieht rot und geschwollen aus, es bildet sich langsam zurück. Zahnhälse können freiliegen, Zähne können gelockert sein. Der Hund zeigt starke Schmerzen.
Bei Wurzelabszessen treten starke Schmerzen im Zahnbereich auf. Der Hund kann apathisch wirken und hohes Fieber haben. Er frisst nicht. Eventuell tritt unter dem Auge eine Schwellung auf.
Nicht schmerzhaft, aber deswegen nicht weniger problematisch ist der Zahnstein. Er zeigt sich durch einen gelblich-bräunlichen Belag auf den Zähnen und durch einen üblen Mundgeruch beim Hund.
Bei den vorbenannten Symptomen muss umgehend gehandelt werden.  
Symptome bei Zahnproblemen


Zahnfleischentzündung:
Mundgeruch, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, im fortgeschrittenen Stadium auch Eiterherde möglich

Zahnbettentzündung: fortgeschrittene Zahnfleischentzündung, Zahnfleisch zieht sich langsam zurück, freiliegende Zahnhälse, mitunter gelockerte Zähne

Karies: meist an den oberen Backenzähnen, einseitiges Kauen, Löcher in den Zähnen

Wurzelabszess: Hund frisst nicht, hohes Fieber, evtl. Schwellung unter dem Auge

Zahnstein: gelblich-bräunlicher Belag auf den Zähnen, geht oft einher mit Mundgeruch

Der Hundebesitzer möchte seinem Tier unnötiges Leiden ersparen. Außerdem können durch eine sofortige Behandlung mögliche Folgeerkrankungen verhindert werden.

Entwicklung von Zahnproblemen

Wie aber kommt es zu den beschriebenen Problemen überhaupt? Abgesehen von Fällen, in denen es durch mechanische Einflüsse zum Abbruch von Zähnen kommt, entwickeln sich viele Zahnerkrankungen auf dieselbe Weise.
Ein Mix aus Futterresten, im Futter und aus der Umgebung aufgenommenen sowie im Fang ohnehin befindlichen Bakterien, Mineralien sowie einem dünnen Speichelfilm bilden auf den Zähnen einen Belag, der als Plaque bezeichnet wird. Er ist weich und lässt sich noch gut entfernen. Wird dies versäumt, lagern sich immer mehr im Speichel befindliche Mineralsalze in diesem Belag ab, so dass er aushärtet und eine feste Schicht bildet.
Gleichzeitig wird die Oberfläche des Belags immer rauer. Dadurch erhöhen sich die Chancen für säurebildende Bakterien, sich dort festzusetzen. Aufgrund der auch besser haftenden Futterreste finden diese einen hervorragenden Nährboden und vermehren sich zügig. Sie greifen den Zahnschmelz an. Karies entsteht.
Außerdem entzündet sich das Zahnfleisch. Es zeigt kleinste Verletzungen. Durch diese dringen die krankmachenden Bakterien tiefer in den Zahnhalteapparat ein und richten weitere Schäden an. So werden unter anderem die Zähne zerstört und die Kieferknochen zersetzt. Das Zahnfleisch bildet sich zurück, die Zähne verlieren ihren Halt. Letztlich fallen sie aus.
Je nach Ausmaß der Zahnschädigung ist es sogar möglich, dass die für Entzündungen verantwortlichen Bakterien über die Blutbahn in den Körper gespült werden und an anderen Organen, beispielsweise am Herz, an den Nieren, der Lunge und Leber, Erkrankungen hervorrufen können. Diese können so schwer sein, dass sie eine Bedrohung für das Leben des Hundes darstellen können.

Ursachen für die Entstehung von Zahnbelag und dessen Folgen

Wenn an dieser Stelle erwähnt wird, dass einige Hunderassen verstärkt zur Bildung von Zahnstein neigen, soll dies kein Freibrief für den Hundebesitzer sein. Vielmehr ist dies ein Hinweis, die Zähne und das Zahnfleisch seines Tieres besonders sorgfältig zu kontrollieren und verstärkt auf vorbeugende Maßnahmen zu setzen.
Viele Hunde mit einem kurzen Fang neigen zur verstärkten Zahnsteinbildung, weil der Speichelfluss behindert sein kann. Ein guter Speichelfluss jedoch ist in der Lage, zumindest einen Teil der am Zahnschmelz und in den Zahntaschen haftenden Futterreste wegzuspülen. Zu den betroffenen Rassen zählen beispielsweise der Deutsche Boxer, der Chihuahua und der Mops.

Ältere Hunde leiden häufiger als junge unter Zahnstein, weil sich die Zusammensetzung des Speichels im Alter ändert. Er enthält vermehrt Mineralsalze, die sich auf der Plaque ablegen. Außerdem treten bei älteren Hunden diverse Stoffwechselkrankheiten auf, die die Zahnsteinbildung fördern. Ebenso rufen einige Medikamente, die beispielsweise bei chronischen Krankheiten verabreicht werden, nicht selten Veränderungen in der Speichelzusammensetzung hervor.
Hauptursache für das Entstehen von Zahnerkrankungen beim Hund sind jedoch falsche Fütterungsgewohnheiten durch den Besitzer.
Schon gewusst?


Hunde kleinerer Rassen neigen eher zu Zahnstein als ihre großen Kollegen, da die Zähne im Kiefer viel enger stehen und sich dort schneller Futterreste ansammeln können. Besonders gefährdet sind Vertreter mit einem kurzen Fang.

Aber auch die Zusammensetzung des Speichels, welche genetisch festgelegt ist, kann die Bildung von Zahnstein begünstigen. Hier hilft nur eine lebenslange intensive Zahnpflege.

Gar nicht so selten darf der Hund bei Tisch um ein Leckerli betteln, das Inhaltsstoffe enthält, die seinem Bedürfnis überhaupt nicht gerecht werden. Gesalzenes und Geräuchertes beispielsweise belastet den Magen, die Leber und die Nieren des Vierbeiners und kann in der Folge die Zahngesundheit gefährden. Soßenreste, Nudeln und zerquetschte Kartoffeln kleben noch lange Zeit an der Zahnoberfläche. Nicht zuletzt soll der Inhaltsstoff Zucker erwähnt werden, ohne den heute kaum noch ein Lebensmittel auskommt. Er ist auch bei Hunden die Nummer eins der Auslöser für die Karies.

Den Hund richtig ernähren

Aber früher hat der Hund doch auch die Reste vom Tisch bekommen, niemand hat Hundefutter gekauft! Das ist richtig, doch früher hat man ganz anders gekocht als heute. Zucker spielte in Nachkriegszeiten kaum eine Rolle bei Tisch. Fertig-Gerichte mit künstlichen Aromen, Konservierungs- und Farbstoffen gab es nicht. Der Hund bekam ab und an einen Knochen, der für den mechanischen Abrieb des Zahnbelags sorgte. Es ist auch heutzutage möglich, das Futter für den Hund selbst zusammenzustellen. Allerdings ist dies etwas zeitaufwändig und der Hundebesitzer muss sich mit den Ernährungsbedürfnissen des Hundes ganz genau auskennen, die im übrigen von seinem Alter, der Rasse, dem Gesundheitszustand und der körperlichen Aktivität abhängen.
Handelsübliches Trockenfutter muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Da der Hund um das richtige Kauen nicht herumkommt, trainiert er die Kaumuskulatur. Sein Speichelfluss wird angeregt. Die raue Oberfläche der Futterbröckchen schmirgelt einen Teil des Zahnbelags ab. Insofern kann ein gutes Trockenfutter zumindest theoretisch die Zahnsteinbildung und Zahnschäden verhindern, wenn es keinen Zucker enthält. Doch gerade dieser sowie nicht näher definierte tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse sind in Trockenfuttern keine Seltenheit. Wer sich für ein Trockenfutter entscheidet, sollte beim Kauf die Augen offen halten.
Gleiches gilt für die Verwendung von Nassfutter, das ebenfalls häufig mit Zucker angereichert ist. Häufig wird es von den Hunden lieber angenommen als das Trockenfutter. Während den Hundebesitzer vor allem der angenehmere Geruch überzeugt, ist es die Konsistenz des Futters, die dem in freier Natur aufgenommenem am ähnlichsten ist. Dem Nassfutter fehlt der Schmirgeleffekt. Das bedeutet jedoch nicht, dass es an den Hundezähnen stärker anhaftet. Ein guter Speichelfluss kann Nassfutter-Reste ebenso gut entfernen wie die des Trockenfutters.
Für die Zahngesundheit sowie für den gesunden Stoffwechsel sprechen möglichst naturbelassene Inhaltsstoffe, wie sie beispielsweise beim Barfen verwendet werden. Der Begriff Barf bedeutet Bones and raw Foods, also Knochen und rohes Futter. Befürworter dieser Fütterungsart gehen davon aus, dass sie den natürlichen Fressgewohnheiten des Wolfes am nächsten kommt. Wichtig ist, bei dieser Variante auf die Verwendung von hochwertigem Fleisch zu achten und weitere Futteranteile wie Gemüse, Futteröle und -flocken in den richtigen Anteilen zu verwenden, damit es nicht zur Mangelernährung und auch zu Mangelerscheinungen an den Zähnen kommt.

Kritisch sind allerdings viele als zahnfreundlich und zahnreinigend beschriebenen Kaustangen anzusehen. Hundebesitzer meinen, ihrem Tier mit diesen Artikeln Gutes zu tun, dabei ist oft das Gegenteil der Fall. Viele der als „Kauknochen“ bezeichneten Kaustangen sind so weich, dass sie von den Hunden in wenigen Minuten aufgefressen sind. Vom Training der Kaumuskulatur oder einem zahnreinigenden Effekt kann kaum die Rede sein. Dafür enthalten auch diese Produkte sehr viel Zucker. Wirklich positiv wirken sich naturbelassene Kaustangen aus Büffelhaut oder Ochsenziemer auf die Zähne aus. Sie sollten regelmäßig auf dem Speiseplan des Hunde stehen. Achtung: getrockneter Pansen, Lunge, Schweineohr oder Ziemer sind sehr kalorienhaltig. Bei Übergewicht oder für Allergiker sind fettarme Produkte von Rind, Strauß, Lamm oder Pferd die bessere Wahl. Eine relativ neue Alternative zu Kauartikeln aus tierischem Material sind Kauwurzeln aus tropischem Holz.
Knochen stellen im Gegensatz zu weitläufigen Meinungen keine Gefahr für die Gesundheit des Hundes dar. Im Gegenteil. Sie reinigen die Zähne, kräftigen die Kaumuskulatur und können sogar Erkrankungen wie dem Analdrüsenabszess vorbeugen. Allerdings dürfen sie nicht gekocht sein, sondern müssen roh verfüttert werden. Lediglich Röhrenknochen sollten nicht gegeben werden, weil sie splittern und Verletzungen der Mundschleimhaut und des Darms hervorrufen könnten.

Kräftige Zähne sind grundsätzlich besser gegen Zahnkrankheiten gefeit als weiche. Für die Stabilität der Zähne sind verschiedene Stoffe verantwortlich, die teilweise vom Organismus des Hundes selbst gebildet werden und teilweise über das Futter zugeführt werden. Dazu zählen beispielsweise hochwertige Eiweiße, der Mineralstoff Calcium sowie das Vitamin D3. Schon aus diesem Grunde lohnt es, auf die Zusammensetzung des Hundefutters zu achten.
Wöchentlich darf der Hund einen Teelöffel Hüttenkäse und Magerquark zusätzlich zum Futter erhalten, da diese einen Teil der zuvor benannten Stoffe liefern. Gelegentlich darf ein Würfel Käse gereicht werden, da sich das Fett wie ein Schutzfilm um die Zähne legt, gleichzeitig hilft der Käse bei der Remineralisierung.

Dem Hund sollte stets frisches Wasser zur Verfügung stehen. Durch die Wasseraufnahme lösen sich die Futterreste besser von den Zähnen. Außerdem wird die Speichelbildung angeregt. Auch einigen Stoffwechselerkrankungen lässt sich durch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme vorbeugen. Gelegentlich darf dem Wasser ein Spritzer Grüner oder Schwarzer Tee beigegeben werden. Beide Tees enthalten Gerbstoffe, die das Wachstum von kariesauslösenden Bakterien hemmen.
Auch Hunde fressen gern mal ein Stück Gemüse, um ihren Bedarf an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien zu decken. Obst ist ebenfalls erlaubt, allerdings sollte dieses mit Bedacht gefüttert werden. Im Gegensatz zu Gemüse enthält es Fruchtzucker und Säuren, die den Zahnschmelz zerstören können.

Weitere präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Zahnproblemen

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Auf die ausgewogene Fütterung des Hundes als Präventionsmaßnahme gegen Zahnstein wurde ausführlich eingegangen. Doch es gibt weitere Möglichkeiten, die Zähne des Hundes vor Krankheiten zu schützen. Beispielsweise bietet es sich an, den Hund auf geeigneten Spielzeugen kauen zu lassen.
Gerade im Welpenalter sind Hunde für Kauspielzeuge sehr empfänglich. Später jedoch lässt die Lust auf sie nach, zumindest dann, wenn der Vierbeiner sich über längere Zeit allein mit diesem abgeben soll. Bei der Auswahl von Kauspielzeugen muss auf eine gute Stabilität geachtet werden. Solche, die lediglich mit einer gummierten Außenschicht versehen sind und im Innern Kleinteile besitzen, gefährden den Hund, da Teile verschluckt werden können. Die Beißkraft bei einigen Rassen wie dem Deutschen Boxer ist extrem hoch, so dass sich lediglich Spielzeuge aus Vollgummi eignen. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, ob diese einen eigenartigen Geruch ausströmen. Dann könnten sie Schadstoffe abgeben. Sisalstricke sind als Kauartikel im Allgemeinen unbedenklich, jedoch dürfen sie nicht ausfasern. Ansonsten kann sich der Hundezahn in den Fäden verfangen und ausgerissen werden. Holzspielzeuge sind ungeeignet, sie schleifen den Zahn ab. „Stöckchenträger“ besitzen im Alter meist nur noch Zahnstummel. Über die Alternative von Kauknochen für den Abrieb von Zahnbelägen wurde bereits geschrieben.

Eine effektive Möglichkeit zur Vorbeugung von Zahnstein ist die tägliche Zahnreinigung mit der Bürste. Aber Hand aufs Herz: Wer nimmt sich hierfür die Zeit? Außerdem wird sich der Hund diese Prozedur kaum gefallen lassen, wenn er nicht dran gewöhnt ist. Man muss also mit dem Zähneputzen frühzeitig anfangen, wenn dieses für den Vierbeiner und den Hundebesitzer entspannt verlaufen soll. Am besten beginnt man bereits im Welpenalter mit etwa vier Monaten, wenn der Zahnwechsel beim Hund abgeschlossen ist. Verwendet wird eine weiche Zahnbürste. Dies kann eine handelsübliche Kinderzahnbürste sein, mit der man gut bis an die hinteren Backenzähne gelangt.

Oder man benutzt eine Aufsteckbürste für die Finger. Mit diesen Modellen hat man im Allgemeinen eine bessere Kontrolle über den Druck, der auf die Zähne und das Zahnfleisch ausgeübt wird. Dieser darf nicht zu stark sein, da ansonsten der Zahnschmelz geschädigt wird.
Nun stellt sich die Frage, welche Zahnpasta zum Putzen der Hundezähne geeignet ist. Die für menschliche Zähne angebotenen Varianten eignen sich nicht! Sie enthalten Inhaltsstoffe, die der Hund nicht verträgt. Im Fachhandel, beim Tierarzt und in der Tier-Apotheke stehen diverse Zahnpasten für Hunde zur Verfügung.
Einige Hunde-Zahnpasten enthalten Geschmacksstoffe, die der Vierbeiner als angenehm empfindet. Sie riechen ähnlich wie Leberwurst. Das Problem bei der Anwendung besteht darin, den Hund so lange zum Offenhalten des Fangs zu animieren, bis die Zähne geputzt sind. Eher ist der Vierbeiner bestrebt, die Zahnpasta von der Bürste abzulecken. Einmal gelernt, macht das Zähneputzen mit Bürste und „Geschmacks“-Zahnpasta Hund und Herrchen sogar Spaß. Denn es ist Teamwork. Tierärzte berichten sogar davon, dass manche Hunde so versessen auf dieses Erlebnis sind, dass sie sich das Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste gefallen lassen.
Andere Hunde-Zahnpasten enthalten Enzyme, die der Zahnsteinbildung vorbeugen sollen. Diese können jedoch nur dann wirken, wenn die Zähne keine Beläge aufweisen. Sofern sich bereits Plaques gebildet haben, müssen diese zuvor vom Tierarzt beseitigt werden. Dies geschieht im Zuge einer professionellen Zahnreinigung, für die der Hund in Narkose gelegt wird.
Je nachdem, wie stark die Auflagerungen sind, welches Werkzeug der Veterinär für die Beseitigung verwendet und über wie viel Erfahrung er verfügt, dauert eine Zahnreinigung zwischen einer und zwei Stunden. Eine so lange Narkotisierung kann für ältere und kranke Hunde gefährlich sein, da sie den Kreislauf belastet. Allerdings ist sie häufig der einzige Ausweg, um das Fortschreiten der Zahnerkrankung aufzuhalten. Entweder kratzt der Tierarzt die Beläge ab oder er entfernt sie mit dem Laser. Letztere Maßnahme ist weniger zeitintensiv, schonender für den Zahnschmelz und gründlicher, jedoch nicht günstiger als die herkömmliche. Mit mindestens 100 Euro muss pro Zahnreinigung gerechnet werden. Diese Maßnahme kann also ordentlich ins Geld gehen.
Denn wer meint, dass nach einer professionellen Zahnsteinentfernung alle Probleme beseitigt sind, der irrt. Bereits nach wenigen Wochen können sich neue starke Beläge auf den Zähnen zeigen. Besser ist es, vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Gewarnt werden soll an dieser Stelle vor Zahnpasten, die Wirkstoffe des Rhabarbers als Inhaltsstoffe enthalten. Zwar assoziiert der Laie dies mit einer natürlichen und schonenden Zahnreinigung. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Säuren schädigen den Zahnschmelz und fördern auf Dauer die totale Zerstörung der Zähne. Wenn schon von natürlichen Wirkstoffen die Rede ist, dann vielleicht von solchen, die in der alternativen Tiermedizin angewendet werden. Hierzu zählen beispielsweise bestimmte Schüssler-Salze, die die Zahnstruktur stärken. Über die Art und die Dosierung berät der Tierheilpraktiker.
Ein kostengünstiges natürliches Zahnreinigungsmittel mit einem stärker schmirgelnden Effekt ist Schlemmkreide. Sie sollte allerdings nicht öfter als einmal wöchentlich zum Einsatz kommen, um den Zahnschmelz nicht zu schädigen.


Wasserzusätze halten Zähne und Zahnfleisch gesund

Was, wenn sich der Hund das Zähneputzen partout nicht gefallen lässt oder man nicht allzu viel Zeit in die Präventionsmaßnahmen für die Zahngesundheit stecken möchte? Da hat sich die Pharmazie inzwischen auch etwas einfallen lassen. Es werden beispielsweise Zusätze für das Trinkwasser des Hundes angeboten.
Je nach Hersteller und Variante enthalten diese Wirkstoffe, die der Entstehung von Zahnstein und/oder der Parodontitis vorbeugen, beispielsweise weil sie spezielle Bakterien abtöten. So wirkt unter anderem Eukalyptusöl keimtötend. Darüber hinaus besitzt es für das menschliche Empfinden einen angenehmen Geruch. Bereits nach etwa einer Woche der Anwendung „stinkt“ der Hund weniger aus dem Fang.
Auch Zinksulfate und Natriumphosphate sind wirksam, da sie das im Speichel vorhandene Kalzium abfangen. Dieses Mineral kann sich dann nicht mehr als Plaque absetzen und die Zahnsteinbildung fördern. Andere natürliche Wirkstoffe, die für Wasserzusätze verwendet werden, stammen aus der Aloe vera. Sie schützen insbesondere die Schleimhäute in der Maulhöhle des Hundes und unterstützen die Heilung eventueller Schleimhautdefekte. Auch Propolis kann in Wasserzusätzen vorhanden sein. Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um eine von Bienen hergestellte harzige Masse, die antiseptisch wirkt und schädliche Bakterien sowie Viren und Pilze abtötet.
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Der geschmacksneutrale Wasserzusatz sorgt für frischen Atem. Der spezielle Enzym-Komplex wirkt gegen Bakterien und verringert die Anhaftung von Belag auf den Zähnen. Für Hunde und Katzen geeignet.

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Weitere Inhaltsstoffe wie Chlorophyll, Vanille- und Minzextrakte sorgen für einen guten Atem. Einigen Wasserzusätzen ist Backpulver beigegeben, das entweder natürliche Säureanteile wie Zitronensäure, Weinsäure beziehungsweise Kaliumtartrat enthalten oder mit chemischen Zusätzen wie Dinatriumdihydrogendiphosphat versehen sind. Sie beseitigen nicht nur Zahnbeläge, sondern hellen die Zähne sogar auf.

Damit die Wasserzusätze wirken, müssen sie allerdings täglich zum Einsatz kommen und am besten schon, bevor sich Zahnstein abgelagert hat. Wichtig ist auch die richtige Dosierung. Denn werden diese Mittel zu sparsam eingesetzt, wirken sie nicht. Eine zu hohe Dosierung kann den Zahnschmelz schädigen. Bei genauer Einhaltung der Herstellerangaben sind Zahnschäden aber nicht zu befürchten.

Prednisolon nur im Notfall zur Vorbeugung von Zahnstein einsetzen

In seltenen Fällen, beispielsweise im Zusammenhang mit einer Erkrankung der inneren Organe, kann es trotz aller Vorbeugemaßnahmen zur vermehrten Zahnsteinbildung kommen. Dann ist der Tierarzt der richtige Ansprechpartner. Er wird ein prednisolonhaltiges Medikament verschreiben, das bestehende Zahnfleischentzündungen beseitigt und die Zusammensetzung des Speichels beeinflusst. Möglicherweise muss es langfristig verabreicht werden, was wiederum mit starken Nebenwirkungen verbunden sein kann. So wirkt es sich negativ auf die Gelenke, die Leber, die Nieren und die Struktur des Bindegewebes aus. Bevor es zum Einsatz kommt, sollten die Risiken und der Nutzen gründlich gegeneinander abgewogen werden und alle anderen Mittel der Prävention ausgeschöpft sein.

Zähneputzen beim Hund – so geht´s

Im Pet-Shop oder Supermarkt wählt man eine Hundezahnbürste aus, die zur Größe des Tieres passt. Es gibt Bürsten, die auf den Finger gesteckt werden und Stielbürsten mit verschieden geformten Köpfen. Es kann durchaus auch eine elektrische Zahnbürste benutzt werden! Zum Putzen sollten nur spezielle Tierzahncremes verwendet werden, da immer ein Teil abgeleckt wird. Verschluckte Menschenzahncreme verursacht Bauchschmerzen und Hunde akzeptieren das starke Pfefferminzaroma nicht. Hundezahncreme gibt es beispielsweise in den Geschmacksrichtungen Leber, Huhn, Rind oder Kräuter. Bei sehr kleinen Welpen kann man die Zahnpflege anfangs auch mit einem um den Finger gewickelten Baumwollstoff beginnen.

  • Das Zähneputzen gelingt am besten in einem entspannten Umfeld. Kleine Hunde setzt oder legt man am besten auf den Schoß oder sie werden wie beim Hundefriseur auf den Tisch gestellt.
  • Etwas Zahncreme wird tief in die Borsten hereingedrückt und dem Hund erst einmal vor den Fang gehalten, um das Handwerkszeug kennenzulernen. Danach beginnt man fürs Erste mit ein oder zwei Strichen über die seitlichen Zähne. Die Hand greift von oben über den Nasenrücken und hebt die Lefzen etwas an. So werden bei jedem Putzen schrittweise immer mehr Zähne gebürstet, bis hin zu den Schneidezähnen.
  • Anfangs reicht es, die Außenseiten der Zähne zu bürsten. Bei Gewöhnung wird mit der Hand vorsichtig die Maulhöhle geöffnet, um alle Seiten zu reinigen. Mithilfe einer zweiten Person, die den Hund festhält, geht es bei nervösen Tieren besser voran.
  • Am besten lässt man sich die Handgriffe im Hundesalon oder beim Veterinär einmal zeigen oder schaut sich Lehrvideos im Internet an. Die Putztechnik ist die gleiche wie bei uns Menschen, von Rot nach Weiß. Der Zahnfleischrand wird mit den Borsten massiert und die Kauflächen in kreisenden Bewegungen gereinigt. Und nicht vergessen: Nach jedem Putzgang freut sich der Hund über eine Belohnung!

Mit der Zeit wird so die tägliche Reinigung der Zähne zum festen Teil der täglichen Routine. Ein guter Zeitpunkt ist am Abend nach der Fütterung, vielleicht verbindet man das Putzen noch mit entspannender Fellpflege. Die Gesundheit und das Wohlergehen des Hundes liegt letztendlich in den Händen des Halters, der mit einigen Handgriffen schmerzhaften Entzündungen und vorzeitigem Zahnausfall vorsorgt.

 

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