Warum Hunde viel Wasser trinken müssen

Wasser„Ohne Wasser, merkt euch das, wär‘ unsre Welt ein leeres Fass.“ Dieser Satz stammt von Isaak Ossipowitsch Dunajewski, einem russischen Komponisten. Viel Wahres steckt in ihm. Ohne Wasser gäbe es auf der Erde kein Leben, da es für viele Vorgänge im Organismus lebenswichtig und Bestandteil jeder einzelnen Zelle ist. Im Bedürfnis an die Versorgung mit Wasser unterscheiden sich der Mensch, die Pflanze und das Tier nicht. Auch Hunde müssen ausreichend trinken, damit all ihre Organe richtig funktionieren. Welche Auswirkungen die Wasseraufnahme im einzelnen für den Hund hat, soll nachfolgend erklärt werden.

Individuelle Flüssigkeitsmenge für den Hund abhängig von verschiedenen Faktoren

Den meisten Menschen ist bekannt, dass der gesunde Erwachsene pro Tag zwischen eineinhalb und zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen soll. Doch wie viel Wasser muss ein Hund trinken? Anders als beim Menschen gibt es für die empfohlene Flüssigkeitsaufnahme beim Hund keine pauschalen Angaben. Sie hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zum einen entscheidet das Körpergewicht über die Menge. Das kann von Hund zu Hund sehr unterschiedlich sein. Abgesehen davon, dass es Rassen mit mehr oder minder ausgeprägter Muskulatur, filigranen und stärkeren Knochen, einem hohen oder geringen Fettanteil gibt, existieren solche, die ihrer Größe nach in die Handtasche passen und andere, die selbst einen kleinen Karren oder den Schlitten ziehen können.
Insofern erscheint es logisch, dass auch der Wasserbedarf sehr unterschiedlich sein muss. Zum Anderen kommt es bei der Berechnung des Wasserbedarfs für den Hund darauf an, mit welchem Futter er ernährt wird. Feuchtfutter enthält, wie der Name schon sagt, einen gewissen Anteil an Feuchtigkeit. Trockenfutter hingegen wurde die Feuchtigkeit entzogen. Fachleute raten dazu, dem Hund bei der Fütterung von Feuchtfutter mindestens 10 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht zur Verfügung zu stellen. Bei der Verwendung von Trockenfutter sind es sogar etwa 50 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Ein Deutscher Schäferhund benötigt somit ungefähr einen Liter Wasser pro Tag. Doch es gibt zusätzliche Umstände, die den Bedarf erhöhen können. Dazu zählen

  • hohe Außentemperaturen
  • eine hohe körperliche Aktivität
  • bestimmte Erkrankungen, die zu einer vermehrten Ausscheidung führen, beispielsweise Durchfall oder Beeinträchtigungen des Stoffwechsels beziehungsweise der Nieren.

Folgen eines Flüssigkeitsmangels beim Hund

Steht dem Vierbeiner aus irgendwelchen Gründen nicht genügend Wasser zur Verfügung, hat dies gesundheitlich negative Auswirkungen. Das Wasser ist an der Funktion sämtlicher Stoffwechselvorgänge im Organismus des Hundes mit beteiligt. Fehlt es an diesem, können die aufgenommenen Nährstoffe schlechter verarbeitet und verwertet werden. Das Wasser sorgt für den Transport derselben im Magen-Darm-Trakt. Gelangen sie durch die Darmwand ins Blut, müssen sie auch dort weitertransportiert werden. Trinken Hunde zu wenig, verdickt das Blut, es fließt nur träge. Die Nährstoffe gelangen nur langsam in die Organe.

Was für die Nährstoffe zutrifft, gilt auch für die Schadstoffe, die sich im Organismus ansammeln. Diese nimmt der Hund teils über das Futter auf. Sowohl im Trockenfutter als auch im Nassfutter verarbeiten die Hersteller nämlich vieles, was in der ausgewogenen Ernährung des Hundes eigentlich nichts zu suchen hat. Von Konservierungs-, Farb- und Geschmacksverstärkern wissen viele Hundebesitzer. Doch es kommen noch ganz andere Zusätze infrage. Dazu zählen beispielsweise appetitanregende Stoffe, Verdickungs- und Geliermittel, Säureregulatoren, künstliche Antioxidantien, Fließhilfsstoffe und Bindemittel und nicht zuletzt Hormone und Antibiotika, die in den Ausgangsstoffen bei der Herstellung von Hundefutter stecken. Daneben belasten auch Stress, Krankheiten und während der Verarbeitung der Nahrung entstehende Abfallprodukte den Körper, wodurch Schadstoffe angelagert werden. All diese sollten wieder abgebaut beziehungsweise ausgeschieden werden. Ohne eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist dies nicht möglich.

Grundsätzlich benötigt der Organismus des Hundes neben Nährstoffen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Denn auch sie sind an den Vorgängen des Stoffwechsels beteiligt. Ein Übermaß wirkt sich allerdings ebenso negativ wie ein Mangel aus. Beispielsweise sorgt ein vermehrtes Vorhandensein von Kalzium für die Entstehung bestimmter Nieren- und Harnsteine. Kleine Exemplare können häufig noch ausgeschwemmt werden. Doch auch für eine funktionierende Ausscheidung ist Wasser notwendig. Ebenfalls zeigt sich am Zustand der Haut, ob die Wasseraufnahme beim Hund ausreichend ist.
Anzeichen für eine unzureichende Wasser-Versorgung
    • trockene, schuppige Haut –> Juckreiz
    • trockenes, sich klebrig anfühlendes Zahnfleisch
    • stark konzentrierter Urin (dunkelgelbe Färbung)
    • Kollabieren –> Lebensgefahr!

Trinkt er zu wenig, trocknet sie aus und schuppt. Dadurch entstehen häufig Ekzeme und Rötungen, die mit einem Juckreiz verbunden sind. Wasser gibt den Geweben die Stützkraft und erhält ihre Elastizität. Dasselbe trifft für die Bandscheiben zu. Sie wirken wie Puffer zwischen den Wirbeln. Sind sie ausgetrocknet, erfüllen sie ihren Zweck nur unzureichend. Die Wirbel nutzen vorschnell ab oder verschieben sich. Wenngleich mehrere Faktoren für die Entstehung von Wirbelsäulenproblemen beim Hund verantwortlich sind, spielt auch die Wasserzufuhr eine Rolle.

Besonders hoch ist der Wasserbedarf beim Hund im Sommer. Er kühlt seinen Körper vorwiegend ab, indem er hechelt. Auch dabei geht Wasser verloren. Die Aufnahme von Wasser hilft dabei, diesen Verlust wieder auszugleichen. Gleichzeitig sinkt nach dem Trinken die Körpertemperatur leicht ab, der aufgeheizte Organismus kühlt herunter. Das wiederum wirkt sich auf den Kreislauf des Hundes ab, der im Sommer strapaziert wird. Trinken Hunde bei Hitze zu wenig, kollabieren sie. So ein Zustand kann lebensbedrohlich sein. Weiterhin verliert der Hund nicht nur beim normalen Urinieren Wasser, sondern auch beim Markieren seines Reviers. Das Trinken ist für den Hund also äußerst wichtig.

Möglichkeiten, wie sich der Wasserbedarf des Hundes decken lässt

Der gesunde Hund begibt sich selbständig an den Wassernapf, um seinen Bedarf an Flüssigkeit zu decken. Wie häufig dies geschieht, hängt von der erforderlichen Menge ab, die auch vom Tagesrhythmus abhängig ist. Einige Zeit nach dem Fressen trinken viele Hunde, um das Aufweichen des Trockenfutters im Magen zu vereinfachen. Nach körperlichen Anstrengungen ist das vermehrte Trinken ebenfalls normal, um den Körper abzukühlen und den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Darüber hinaus suchen Hunde tagsüber mehrfach den Wassernapf auf. Nachts dagegen ruhen sie vorwiegend, ohne zu trinken. Einige Hunde jedoch verfolgen ihre eigene Philosophie beim Trinken.

Beispiel: Der siebenjährige Deutsche Boxer Rocky trinkt mehrfach, wenn sein Herrchen nach Hause kommt. Dabei steht ihm ganztags frisches Wasser zur Verfügung. Rockys Ziel ist leicht zu durchschauen. Da Herrchen erst Frauchen begrüßt, ist Rocky eifersüchtig. Er will durch das Trinken die Aufmerksamkeit seiner Leute auf sich lenken. Das gelingt ihm auf diese Weise regelmäßig. Rocky hat nämlich gelernt, dass ihm nach dem Trinken die Lefzen abgewischt werden, damit er einen Teil des beim Trinken aufgenommenen Wassers nicht großzügig in der Wohnung verteilt. Es erstaunt ihn jedes Mal wieder, wie schnell man sich um ihn kümmert.

Die Voraussetzung für die selbständige Wasseraufnahme jedoch ist, dass dieses ständig zur Verfügung steht. Der Hundebesitzer muss es in einem sauberen Napf anbieten und regelmäßig auswechseln. Denn ein unsauberes Trinkgefäß und abgestandenes Wasser sind echte Brutstätten für Keime.

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Welcher Wassernapf verwendet wird, hängt von den Vorlieben des Besitzers ab. Der Napf aus Kunststoff ist leicht und vergleichsweise stabil, während das Exemplar aus Glas oder Keramik schnell zu Bruch gehen kann, wenn es beim Reinigen auf den Boden fällt. Dafür sondern die zuletzt genannten Materialien keine Schadstoffe ab. Für unterwegs werden faltbare Varianten aus Kunststoff angeboten, die sich platzsparend verstauen lassen. Wichtig ist beim Reisen jedoch nicht nur der Napf, aus dem die Hunde Wasser trinken können, sondern auch der Vorratsbehälter für das Wasser. Niemand wird beim Spaziergang oder Joggen mit einem Wasserkanister in der Hand unterwegs sein wollen. Entweder füllt der Hundebesitzer das Wasser in die leere Trinkflasche ab, die für Lebensmittel geeignet ist. Oder er nutzt die spezielle Wasserflasche für Hunde, die in unterschiedlichen Ausführungen angeboten wird.
Viele Modelle beinhalten ein Trinkbehältnis, das sich abschrauben oder ausklappen lässt. Für sportliche Aktivitäten lohnt es, eine Trinkflasche zu wählen, die sich am Gürtel befestigen lässt. Dann hat der Hundebesitzer die Hände frei. Diejenigen aus Kunststoff sind besonders leicht und lassen sich gut reinigen. Beide Eigenschaften treffen auch auf Edelstahlflaschen zu. Darüber hinaus besitzen Letztere eine teilweise isolierende Eigenschaft.

Sie verhindert, dass das Wasser allzu schnell aufheizt. Die mobile Trinkflasche muss vom Fassungsvermögen her auf den Wasserbedarf des Hundes abgestimmt werden. Besser ist es, sie etwas größer zu kaufen, als wenn unterwegs kein Wasser zur Verfügung steht.

Besondere Wasserbehältnisse für spezielle Ansprüche

Für Hunde, die sich auch im Winter längere Zeit im Freien aufhalten, bieten sich beheizbare Wassernäpfe an. Denn was nützt ein gefülltes Trinkbehältnis, wenn das Wasser darin vereist ist? Damit sich ein solches Modell bedienen lässt, muss allerdings ein Stromanschluss in der Nähe vorhanden sein.

Einige Vierbeiner trinken nicht gern aus Näpfen. Sie bevorzugen fließendes Wasser. Da der Hundebesitzer aber aus Kostengründen nicht den ganzen Tag den Wasserhahn geöffnet lassen kann, hat man Alternativen erdacht. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte Trinkbrunnen. Vorwiegend werden diese von Katzen genutzt, doch auch etliche Hunde sind für derartige Wasserspielchen zu begeistern und trinken regelmäßig.

Trinknäpfe, die rutschfest sind, bieten sich für jeden Hund an. Besonders profitieren junge Hunde, die beim Trinken allzu stürmisch sind und das Behältnis ansonsten durch die gesamte Wohnung schieben würden. Höhenverstellbare Näpfe kommen hauptsächlich älteren Tieren zugute, die sich aufgrund von Gelenkproblemen nicht mehr so gut hinabbeugen können. Für Letztere empfiehlt sich außerdem die Anschaffung einer rutschfesten Unterlage, damit ihre Beine beim Trinken nicht wegrutschen.

Weitere Aspekte, die bei der Versorgung des Hundes mit Wasser beachtet werden müssen

Dass die Hygiene beim Trinken von Wasser eine bedeutende Rolle spielt, wurde bereits angesprochen. Der Wassernapf und die Wasserflasche für Hunde müssen regelmäßig gereinigt werden. Das einfache Ausspülen reicht nicht. Bewährt hat sich das tägliche Reinigen mit warmem Wasser und einer Bürste. Chemische Reinigungsmittel sollten nicht zum Einsatz kommen. Die Reinigungsbürste wird nach der Benutzung gründlich abgespült und von Zeit zu Zeit ausgewechselt.

Hunde würden aus beinahe jeder Wasserstelle trinken. Doch dies kann wegen der Infektionsgefahr gefährlich sein. Wenn sie beispielsweise aus der Pfütze oder aus Regenfässern Wasser trinken, ist besonders an heißen Tagen die Gefahr der Aufnahme von Bakterien sehr hoch. Dabei können sich Krankheiten wie die Leptospirose entwickeln. Wenngleich sich dieser durch eine Impfung beim Tierarzt vorbeugen lässt, empfiehlt es sich dennoch, den Hund vom Trinken aus Pfützen abzuhalten.

Hund trinkt auf SpaziergangIn anderen Gewässern, beispielsweise Teichen und Fließgewässern, sind die chemischen Belastungen heutzutage sehr hoch, insbesondere wenn sie an Ackerflächen grenzen. Da der Hundebesitzer die Schadstoffbelastung des Gewässers nicht kennt, sollte er den Hund nicht aus diesen trinken lassen. Salzwasser wie es in der Ostsee vorkommt, sollte der Hund ebenfalls nicht zu sich nehmen. Es schädigt die Nieren und löst Magen-Darm-Störungen aus. Besser ist es, eine Wasserflasche für Hunde mit frischem Leitungswasser mitzuführen und regelmäßige Stopps beim Spaziergang einzulegen, damit sich der Hund daraus bedienen kann. Selbst vor dem Sprung ins kühle Nass empfiehlt es sich, den Hund zuvor Leitungswasser trinken zu lassen, damit sein Wasserbedarf für einige Zeit gedeckt ist und er am Trinken aus Gewässern keinen Gefallen findet.

Ältere Hunde können vergesslich werden. Es passiert ihnen nicht nur, dass sie sich versehentlich in der Wohnung entleeren. Ihnen entfällt auch, dass sie regelmäßig trinken müssen. Der Hundebesitzer kann im Haus und im Garten mehrere Trinknäpfe aufstellen, um die Erinnerung des Vierbeiners aufzufrischen. Auch hier gilt es, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, indem ein regelmäßiger Wasserwechsel und die Reinigung der Trinkutensilien durchgeführt werden. Es empfiehlt sich außerdem der Umstieg vom Trocken- auf das Nassfutter, da der Hund durch dieses beim Fressen Flüssigkeit aufnimmt.

Kranke Hunde fühlen sich häufig so unwohl, dass sie weder fressen noch trinken wollen. Hier kann der Hundebesitzer zu einem Trick greifen. Er kocht Markknochen beziehungsweise Geflügelfleisch ab und gibt den Sud dem Trinkwasser hinzu. Schon schmeckt es aromatischer und versorgt den Hund gleichzeitig mit einigen Nährstoffen.

Zusammenfassung

Der Organismus des Hundes arbeitet nur effektiv, wenn er mit ausreichend Wasser versorgt wird. Viel kann der Hundebesitzer selbst dazu beitragen, dass sein Vierbeiner ausreichend trinkt. Als Trinkwasser sollte ausschließlich frisches Leitungswasser zum Einsatz kommen, das regelmäßig ausgetauscht wird. Auch das Reinigen der Trinkgefäße ist wichtig, damit sich im Wasser keine Keime ansiedeln. Ältere Hunde müssen gegebenenfalls an das Trinken „erinnert“ werden, indem ihnen an verschiedenen Stellen in der Umgebung Trinkwasser zur Verfügung steht. Wie hoch der Wasserbedarf des einzelnen Hundes bezogen auf sein Körpergewicht durchschnittlich ist, lässt sich berechnen. Zum Schluss noch ein Hinweis: Normalerweise können Hunde ihren Bedarf an Wasser selbst genau einschätzen und trinken entsprechend viel. Sollte der Hundebesitzer beobachten, dass sich das Trinkverhalten seines Vierbeiners ändert, kann eine Krankheit dafür ursächlich sein. Chronische Schmerzen beziehungsweise der Diabetes mellitus verleiten Hunde dazu, übermäßig viel Wasser aufzunehmen. Dies sollte immer ein Anlass für einen Tierarztbesuch sein.

 

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