10 Ballspiele für Hunde

„HundDas Ballspiel mit dem Hund ist eine der sinnvollsten Freizeit-Beschäftigungen. Es fördert die Kondition, die Intelligenz oder das Sozialverhalten – je nachdem, welches Spiel ausgewählt wird. Die zehn beliebtesten Spiele für Hunde mit dem Ball sollen nachfolgend erläutert werden. Dabei handelt es sich ausschließlich um solche für ein einzelnes Mensch-Hund-Team. Das Spielen mit dem Ball birgt nämlich ein hohes Erregungspotential für den Hund. Als Mannschaftsspiel sollte es daher nur unter fachlicher Anleitung ausgeführt werden.

  1. Den Ball apportieren

Fragt man Hundebesitzer, welche Spiele für Hunde sie kennen, fällt ihnen an erster Stelle das Apportieren ein. Tatsächlich handelt es sich um ein wertvolles Spiel. Der Hund wird dabei körperlich ausgelastet. Er lernt außerdem, dass es sich lohnt, seinem Menschen etwas abzugeben. Benötigt werden ein Hundeball, die Schleppleine sowie Leckerlis.

Zunächst spielt der Hundebesitzer mit dem Ball vor den Augen seines Vierbeiners. Dies weckt das Interesse des Hundes. Es dauert es nicht lange, bis dieser mitspielt. Nimmt er den Ball in den Fang, wird er gelobt, der Ball bleibt unberührt. Der Hundebesitzer reicht ein Leckerli, das dem Hund besonders gut schmeckt. Hierfür lässt der Hund den Ball ganz von selbst fallen. Der Hundebesitzer braucht ihn nur aufzufangen.

Anschließend wird der Hund angeleint. Der Hundebesitzer wirft den Ball ein kleines Stück von sich und gibt das Kommando zum Apportieren. Da beim Hund der Beutetrieb geweckt wurde, läuft er dem Ball nach. Die Schleppleine hindert den Hund am Fortlaufen. Bringt er den Ball zurück, erfolgt der Tausch gegen ein Leckerli. Die Wurf-Distanzen werden nach und nach vergrößert. Hat der Hund das Spiel begriffen, folgt er den Kommandos ohne Schleppleine und die „Bestechung“ mit dem Leckerli.
Bitte beachten Sie!

Haben Sie einen Hund, der von seiner Persönlichkeit her eher aufgeregt und nervös ist, sollten Sie von Spielen wie dem Apportieren lieber absehen. Solche Spiele erregen den Hund zusätzlich und macht sowieso schon nervöse Hunde noch nervöser bzw. aufgedrehter. Hier empfiehlt sich eher ein ruhiges Such-Spiel oder Gehorsamkeitsübungen, um den Hund auszulasten.

  1. Den Ball suchen

Spiele für Hunde müssen die Tiere nicht zwangsläufig zur körperlichen Höchstform motivieren. Auch die Nasenarbeit macht Spaß. Diese wird im nachfolgenden Spiel trainiert. Benötigt werden das Hundespielzeug Ball sowie Leckerlis.

Der noch unerfahrene Hund darf seinen Besitzer beim Verstecken des Balls in der Wohnung beobachten, sollte aber absitzen. Anfangs werden einfache Verstecke ausgewählt, beispielsweise die Sofaecke. Der Ball darf nach dem „Verstecken“ ruhig zu sehen sein. Gibt der Hundebesitzer das Kommando „Such den Ball!“, wird der Hund aus zweierlei Gründen zum Ball laufen: weil er sein Lieblingsspielzeug liebt und weil der Besitzer diesem zuvor viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Hat der Hund den Ball „gefunden“, wird er gelobt.

Um das Level zu steigern, wählt der Hundebesitzer fortan Verstecke, aus denen der Ball nicht mehr hervorlugt. Auch jetzt lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten, da der Hund sehen konnte, wo der Besitzer den Ball abgelegt hat. Um den Hund noch stärker zu fordern, wird der Ball in einem zweiten Zimmer versteckt, während der Hund im anderen warten muss. Der Hundeball kann für den erfahrenen Hund auch im Freien versteckt werden.

  1. Hunde-Basketball

Beim Hunde-Basketball wird die Geschicklichkeit des Hundes gefördert. Wenngleich es sich bei diesem Spiel eigentlich um einen Mannschaftssport handelt, kann es der Hund auch allein mit seinem Besitzer spielen. Benötigt werden das Hundespielzeug Ball sowie ein Eimer, der als Ersatz für den Basketball-Korb dient.

Bevor der Hund das Spiel erlernt, sollte er das Apportieren des Balls beherrschen. Der Hundebesitzer wirft den Ball ins Spiel ein und fordert den Hund zum Apportieren auf. Er begibt sich zum Eimer, hält diesen dem heraneilenden Hund unter den Fang und sagt „Aus!“. Später lässt er sich ein anderes Kommando einfallen, beispielsweise „Wirf ein!“. Anders als beim normalen Abgeben des Balls lernt der Hund dadurch, einen Bezug zum Eimer herzustellen. Schon bald kann der Hundebesitzer dem Hund das Kommando aus der Ferne geben.

Für den erfahrenen Hund wird das Level erhöht, indem er sich beim Hunde-Basketball mit seinem Besitzer abwechselt. Das bedeutet, dass mal der Hund den Ball in den Eimer wirft, mal der Besitzer. Während dieser Spielphase muss der Hund am Spielfeldrand, beispielsweise an der Teppichkante, abliegen. Diese Position erfordert viel Disziplin von ihm, da der ohnehin interessante Ball gerade ordentlich in Bewegung ist. Das Spiel lässt sich variieren, indem der Ball anstatt eingeworfen im Spielfeld abgelegt wird.

  1. Treibball

Spiele für Hunde können variiert werden. Das hat den Vorteil, dass man die verwendeten Utensilien und die Spielregeln auf die individuellen Fähigkeiten des Hundes abstimmen kann. Für das Spiel Treibball wird normalerweise ein Gymnastikball verwendet, doch hält dieser dem allzu engagierten Einsatz von Hundezähnen und -pfoten nicht lange Stand. Deswegen kann ein Futterball aus Naturkautschuk zum Einsatz kommen. Dieser erleichtert dem Vierbeiner ohnehin, den Sinn des Spiels zu erfassen. Außerdem benötigt werden Leckerlis.

Vor dem Spiel wird der Ball mit Leckerlis befüllt. Da er für den Hund angenehm riecht, wird dieser den Ball anstupsen, um an das Futter zu gelangen. Dabei rollt der Ball weg. Der Hund erhält das Kommando „Treib!“, sobald er den Ball mit der Schnauze weiterrollt. Der Hundebesitzer läuft neben dem Hund her.

Das eigentliche Ziel des Spiels besteht allerdings darin, den Hundeball über einen größeren Parcours zum Hundebesitzer zu treiben, ohne dass er ihn in die Schnauze nimmt. Deshalb entwirft man im nächsten Level einen Weg, der durch Zäune, Hindernisstangen oder ähnliches seitlich begrenzt wird. Der Hundebesitzer schickt den Hund vom Start aus in den Parcours und empfängt den Hund im Ziel. Später soll der Hund mehrere Bälle gleichzeitig ins Ziel treiben.

  1. Agility-Parcours mit Ball

Viele Hundebesitzer kennen den Agility-Sport. Etliche besuchen mit ihrem Hund sogar spezielle Kurse. Da sich im eigenen Garten ein gewöhnlicher Agility-Parcours aus Platzgründen kaum aufbauen lässt, muss man sich auf wenige Hindernisse beschränken. Damit das Training dennoch interessant und abwechslungsreich gestaltet werden kann, ist das Hundespielzeug Ball beinahe ein Muss. Es lässt sich auf unterschiedliche Weise ins Spiel einbringen. Beispielsweise trägt der Hund den Ball in der Schnauze, während er um die Hindernis-Stangen läuft, er legt ihn ab, bevor er die Wippe betritt und nimmt ihn wieder auf, wenn er das Hindernis überwunden hat.

Dieses Spiel trainiert die Geschicklichkeit des Hundes und seine Konzentrationsfähigkeit. Es eignet sich nicht für Anfänger, die den Agility-Sport erst trainieren. Zu vielen Reizen nämlich sollte der Hund nicht gleichzeitig ausgesetzt werden, wenn er etwas erlernt. Der erfahrene Hund bewältigt den Agility-Parcours mit Ball erfolgreich. Steigern lässt sich das Level, wenn dieses Spiel mit weiteren Hunde-Ballspielen kombiniert wird, beispielsweise wenn der Basketball-Eimer auf der Strecke zum Einsatz kommt.

  1. Ball aus dem Wasser holen

Bälle aus Naturkautschuk schwimmen im Wasser nicht, sie gehen sehr schnell unter. Gerade diese Eigenschaft kann sich der Hundebesitzer für das nachfolgende Spiel zunutze machen. Es nimmt wasserscheuen Hunden spielerisch die Angst. Der Hund lernt bei diesem Spiel den Umgang mit ungewohnten Reizen. Benötigt werden der Hundeball sowie ein stehendes – für Anfänger ein flaches – Gewässer. Ist dieses nicht vorhanden, erfüllen eine mit Wasser gefüllte Baby-Badewanne oder ein Kinder-Pool denselben Zweck.

Damit dieses Spiel Erfolg hat, sollte der Hund das Apportieren des Balls beherrschen. An dieser Stelle soll erwähnt werden, dass die meisten Hunde gern im Wasser sind. Sobald der Rücken nass wird oder der Kopf unter den Wasserspiegel getaucht werden soll, geht die Akzeptanz zum Wassersport bei den Vierbeinern weit auseinander.

Grundsätzlich unterscheidet sich das Spiel zum normalen Apportieren des Balls lediglich darin, dass der Ball vom Boden des Gewässers aufgenommen werden muss. Um den Hund hierzu zu animieren, benötigt der Hundebesitzer einige Überzeugungskunst. Anfangs macht es Sinn, selbst mit ins Wasser zu steigen und den Ball mit einer Hand im Wasser zu bewegen. Erst an der Wasseroberfläche, dann immer ein Stück tiefer. Bei wasserbegeisterten Hunden braucht das Erlernen des Spiels nicht in mehrere Phasen unterteilt werden.

Das Ziel des Spiels besteht darin, dass der Hund den Ball ohne menschliche Hilfe aus dem Wasser holt. Der Hundebesitzer wirft ihn zuvor aus einiger Entfernung ins kühlende Nass.

  1. Den Ball fangen

Einigen Hunden fällt es leicht, Gegenstände mit der Schnauze aufzufangen. Andere stellen sich bei diesem Spiel ungeschickter an. Ein bisschen Übung kann den Erfolg deutlich verbessern. Zum Fangen geeignet ist insbesondere der Hundeball mit Noppen, da er keine scharfen Kanten besitzt und sich obendrein mit den Zähnen gut greifen lässt, während ein glatter Ball schneller aus dem Fang rutscht.

Am einfachsten gelingt das Erlernen dieses Spiels, wenn dem Hund anfangs anstelle des Balls ein Leckerli gereicht wird. Das nächste wird ihm aus kurzer Distanz zugeworfen. Der Abstand zwischen Mensch und Hund kann nun immer mehr vergrößert werden. Das Auffangen des Leckerlis sollte jedes Mal vom Kommando „Fang!“ begleitet werden. Später wird das Leckerli gegen den Ball ausgetauscht. Mit dem Kommando „Fang!“ assoziiert der Hund sein zuvor beschriebenes Verhalten. Damit die „Belohnung Leckerli“ nicht plötzlich ausbleibt, erhält der Hund es, nachdem er den Ball aufgefangen hat. Später reicht es, den Vierbeiner ausgiebig zu loben.

Hunde, die nicht unter Gelenkproblemen leiden und für die das Springen auch aus sonstigen Gründen nicht gesundheitsschädigend ist, können den Ball auch hoch aus der Luft fangen. Hierzu wirft der Hundebesitzer den Ball eher nach oben statt in die Weite.

  1. Ball identifizieren

Im Laufe eines Hundelebens sammeln sich viele Bälle an. Am liebsten spielt der Hund aktuell mit demjenigen, der zuletzt angeschafft wurde. Dies liegt meist weniger an dessen Makellosigkeit, sondern an der Ordnungsliebe des Hundebesitzers, der alles scheinbar Unnütze aus dem Wege räumt. Für das folgende Spiel werden mehrere Bälle unterschiedlicher Art benötigt. Das Spiel trainiert die Intelligenz des Hundes.

Das Ziel besteht darin, aus dieser Ball-Sammlung ein bestimmtes Exemplar herauszufinden. Am einfachsten gelingt die Unterscheidung, wenn jeder Ball eine etwas andere Größe und Form als sein Vorgänger besitzt und wenn er nach seiner Anschaffung einer Namenstaufe unterzogen wird. Anstelle von „Ball“, „Ball“ und „Ball“ liegen beispielsweise „Igel“, „Hase“ und „Fuchs“ in der Hunde-Spielzeugkiste. Sie werden nebeneinander auf den Boden gelegt. Ähnlich wie beim Versteckspiel wird der Hund zum Suchen aufgefordert. Anstelle des Kommandos „Such den Ball!“ heißt der Befehl nun aber: „Such den Fuchs!“ Es sollte sich beim unerfahrenen Hund um denjenigen Ball handeln, den er zuletzt am häufigsten bespielt hat. Später können auch die anderen Bälle identifiziert werden.

Im nächsten Level werden die Bälle an jeweils unterschiedlichen Orten versteckt. Die Herausforderung besteht darin, sich nicht von irgendeinem gefundenen Ball ablenken zu lassen, sondern den richtigen zu finden.

  1. Dem Ball um die Wette nachjagen

Das folgende Spiel fördert die Kondition des Hundes und die des Hundebesitzers. Gerade Letztere lässt im modernen Alltag zu wünschen übrig, verbringen die meisten Menschen den Großteil ihres Alltags doch im Sitzen. Für dieses Spiel wird nichts weiter benötigt als das Hundespielzeug Ball. Ein Hindernis gilt es für den Hundebesitzer allerdings zu überwinden: Er muss den inneren Schweinehund besiegen.

Schon kann das Spiel beginnen. Vorkenntnisse oder besondere Fähigkeiten sind bei beiden Beteiligten nicht erforderlich. Auf einer Wiese oder auf einem unbefahrenen Feldweg wird der Ball so weit wie möglich nach vorn geworfen. Dann heißt es: „Hinterher!“ Wer den Ball zuerst erwischt, hat gewonnen. Es dürfte klar sein, dass selbst der kleinste Hund in den meisten Fällen als Sieger aus diesem Spiel hervorgehen wird. Doch das ist nicht weiter schlimm. Denn anders als im Berufsleben braucht der Hundebesitzer nicht um den Erfolg kämpfen. Er kann den Spaß im Vordergrund sehen. Diese Fähigkeit müssen viele Erwachsene erst neu erlernen. Wer sie beherrscht, lebt viel entspannter. Insofern fördert die gemeinsame Jagd nach dem Ball zumindest beim Menschen die Gelassenheit.

  1. Hütchenspiel mit dem Ball

Zum Schluss soll ein Intelligenzspiel erwähnt werden, das auch ältere und körperlich eingeschränkte Hunde gern spielen. Es handelt sich um das Hütchenspiel, wobei anstelle der Hütchen drei leere Joghurtbecher oder Kunststoffeimer zum Einsatz kommen. Benötigt werden außerdem Leckerlis sowie der Ball.

Die Joghurtbecher-Hütchen werden nebeneinander auf den Boden gestellt. Unter einem der Becher versteckt der Hundebesitzer ein Leckerli und fordert den Vierbeiner auf, dieses zu suchen. Da das Futter aromatisch riecht, braucht der Hund nicht lange, um es aufzuspüren. Er tippt mit der Schnauze an das entsprechende Hütchen und kippt es dabei um. Zur Belohnung darf er das Leckerli fressen. Anschließend wird das Leckerli gegen den Hundeball ausgetauscht. Auch dieser sondert einen speziellen Geruch ab, den der Hund bereits kennt. Folglich kippt er wieder den richtigen Becher um. Schwieriger wird das Spiel, wenn der Hundebesitzer die Becher einige Male auf dem Boden verschiebt, bevor der Hund den Ball suchen soll.

 

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