Intelligenzspielzeug für Hunde

„AufmerksamerNur körperlich und geistig ausreichend ausgelastete Hunde fühlen sich rundum wohl. Sie werden auch seltener krank. Zu den wichtigsten Aufgaben des Hundebesitzers zählt das regelmäßige und ausgiebige Spazieren mit dem Vierbeiner. Dabei können Zwischenstopps eingelegt werden, auf denen die Kopf- und Nasenarbeit trainiert wird. Einfache Hundespielzeuge bringen Abwechslung in die gemeinsamen Ausflüge. Doch in der Zeit bis zum nächsten Spaziergang sollte der Mensch seinen Hund beschäftigen, damit er nicht träge wird. Hierfür bieten sich verschiedene Intelligenzspielzeuge für Hunde an.

Mit Intelligenzspielzeug Denkleistung fördern

Doch was ist eigentlich ein Intelligenzspiel für den Hund? Zählen dazu schon der Hundeball aus Gummi oder das Tau aus Baumwolle? Im Grunde nicht. Es sei denn, diese Spielzeuge werden so eingesetzt, dass sie den Hund vor eine geistige Aufgabe stellen, für dessen Lösung er seinen Kopf anstrengen muss. Das Ziel besteht fast immer darin, an ein Leckerli zu gelangen. Wird der Ball beispielsweise unter einem Karton versteckt, muss der Vierbeiner diesen umkippen, um sein Spielzeug zu befreien. Daraufhin erhält er von seinem Besitzer für die erbrachte Leistung eine Belohnung. Im Allgemeinen geht es beim Ballspielen oder beim Zerren am Tau aber eher um die körperliche Auslastung.

Das Intelligenzspielzeug für Hunde ist dafür gedacht, an erster Stelle die Kopfarbeit anzuregen, die Gehirnzellen zu trainieren und letztlich die Denkleistung zu erhöhen. Somit steigt der Anspruch des Vierbeiners an seine Herausforderung im Laufe der Zeit. Intelligenzspiele müssen also unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen, um den Hund zu befriedigen.

Nicht jeder Hund wird mit jedem Hundespielzeug zurechtkommen und so mancher erreicht das höchste Level nie. Das ist aber auch nicht notwendig. Wichtig ist, dass der Vierbeiner den Spaß am Spiel nicht verliert und dass er sich gefordert fühlt.


Ein Spielzeug, mehrere Vorteile

Die meisten Intelligenzspiele besitzen mehr als nur einen Nutzen. Der Ziel besteht bei allen darin, einen Lösungsweg zu finden, um an ein Ziel – in der Regel das Leckerli – zu gelangen. Je komplizierter dieses verpackt ist, desto mehr Intelligenz wird dem Vierbeiner abverlangt. Beim Öffnen von Schubladen, Umlegen von Hebeln, Entfernen von Blockierungen und beim Kombinieren von Bewegungsabläufen strengt er aber nicht nur sein Gehirn an, sondern trainiert auch seine Motorik und die Geschicklichkeit.

Gleichzeitig geht es beim Intelligenzspiel darum, den Hund zu beschäftigen, damit keine Langeweile aufkommt. Diese Aufgabe sollte nicht unterschätzt werden. Zwar liegen Hunde gern mal faul auf ihrer Matte herum. Doch stundenlanges Nichtstun finden sie stupide. Ständige Langeweile führt dazu, dass ihr Denkvermögen verkümmert. Geistig unterforderte Hunde können dement werden.

Intelligenzspielzeug für den Hund stärkt außerdem den Zusammenhalt im Team. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Mensch für den Hund dessen Leckerli erspielt. Er kann ihn motivieren und ihm anfangs Hilfestellung anbieten. Dies empfiehlt sich insbesondere für nicht so schlaue Hunde oder für eher bequeme, damit sie nicht vorschnell aufgeben. Auch besonders temperamentvolle Hunde sollten durch ihren Besitzer beim Spiel mit dem Hundespielzeug angeleitet werden. Wenn ihnen das Erspielen des Leckerlis nicht auf Anhieb gelingt, können sie übermäßig „aufdrehen“. Sie gehen dann mit ihrem Beschäftigungsmaterial oft ziemlich rabiat um und zerstören es. Das erhöht die Verletzungsgefahr. Die Aufgabe des Besitzers besteht darin, den übermäßig aktiven Hund zu besänftigen und das Spiel zu beenden, wenn sich das Temperament des Hundes nicht zügeln lässt.

Bei Intelligenzspielzeug auf Qualität achten

Das Risiko der Verletzungsgefahr wurde gerade angesprochen. Dieses ist durchaus bei vielen Intelligenzspielzeugen für Hunde gegeben. Vor allem besteht die Gefahr, dass der Vierbeiner kleine Hebel, Laschen oder Knöpfe abreißt und verschluckt. Doch auch scharfe Kanten, spitze Ecken und Einschubelemente können die Haut des Hundes verletzen oder zum Einklemmen von Gliedmaßen führen.

Hochwertige Beschäftigungsspielzeuge sind so beschaffen, dass Kanten und Ecken abgerundet und sauber abgeschliffen sind, Knöpfe, Ösen und Hebel nicht zu klein ausfallen und sicher mit den übrigen Elementen verbunden sind. Enthält das Spielzeug Schubladen, gleiten diese leicht und gleichmäßig auf den Schienen. Bei der Auswahl von Intelligenzspielzeug für Hunde sollte unbedingt auf die Qualität geachtet und lieber etwas mehr Geld investiert werden.

Arten von Intelligenzspielzeug für Hunde

Wer den Hund beschäftigen möchte, kann aus den unterschiedlichsten Spielzeugen wählen. Zu den einfachsten gehören Bälle und Knochen, die über eine Öffnung mit Futter befüllt werden. Indem der Hund diese bewegt, verlagert sich die Öffnung und die Leckerlis fallen heraus. Bei anderen Bällen werden die Leckerlis zwischen Gumminoppen eingeklemmt. Der Hund muss sie vorsichtig mit den Zähnen herausziehen.

Komplizierter sind diejenigen Intelligenzspielzeuge für Hunde, bei denen der Vierbeiner Hütchen abheben, Schubladen aufziehen, Hebel umlegen, Drehelemente in Bewegung setzen oder Klötzchen verschieben muss, um an sein Leckerli zu gelangen. Sogenannte Active-Boards kombinieren unterschiedliche Mechanismen miteinander. Noch schwieriger wird die Denkaufgabe, wenn die erwähnten Elemente in unterschiedliche Richtungen bewegt werden müssen, bevor sie das Leckerli freigeben oder wenn sich die bekannten Funktionen bei Bedarf durch Einschübe blockieren lassen, so dass der Hund vor neuen Aufgaben steht. Er muss die Einschübe herausziehen, damit er sein Spielzeug wie gewohnt bedienen kann.

Den richtigen Schwierigkeitsgrad finden

Hunde sind von Natur aus unterschiedlich intelligent und auch unterschiedlich neugierig. Dies ist unter anderem rassebedingt. Einige Rassen wie der Deutsche und der Belgische Schäferhund, der Labrador und der Hovawart lernen durchschnittlich schnell. Beim Deutschen Boxer und der Englischen Bulldogge muss der Hundebesitzer sich in Geduld üben, bis sein Vierbeiner von selbst die Lösung für ein Problem findet. Obendrein ist die Feinmotorik eher schwach ausgeprägt. Einer der intelligentesten Hunde ist der Border Collie. Es soll Exemplare geben, die bis zu 1.000 Wörter beziehungsweise über 100 Gegenstände voneinander unterscheiden können. Bei anderen Rassen sind es durchschnittlich 250 Wörter und 30 bis 50 Gegenstände. Insofern darf das Level des Intelligenzspielzeugs für die schlauen Hundeköpfe ruhig höher sein.

Ansonsten gilt es, den Hund nicht zu überfordern. Gelingt ihm die Lösung der Aufgabe absolut nicht, gibt er auf und reagiert frustriert. Für ein Spielzeug, das seinen Intelligenzquotienten deutlich übersteigt, zeigt der Hund schon bald kein Interesse mehr. Wenn der Hundehalter den Hund beschäftigen möchte, sollte er mit einem einfachen Intelligenzspielzeug beginnen und das Niveau langsam steigern. Beherrscht der Vierbeiner das Spielzeug richtig, sollte er ruhig noch eine Zeit lang ausschließlich mit diesem spielen, bevor ein neues Spielzeug angeschafft wird. Nicht die Masse an Intelligenzspielzeugen macht den Wert des Spiels aus, sondern vielmehr die Freude, die der Hund beim Spielen empfindet.

Das richtige Intelligenzspielzeug für den Hund finden

Welpen bis zum fünften Lebensmonat benötigen kein Intelligenzspielzeug. Sie haben ausreichend damit zu tun, die Umgebung zu erkunden, neue Eindrücke zu verarbeiten und sich in ihrem Rudel einzuleben. Wer seinen jungen Hund beschäftigten möchte, macht ihn mit seinem näheren Umfeld vertraut, erklärt ihm auf spielerische Art die Regeln des Zusammenlebens und übt mit ihm erste Kommandos. Das Kuscheln darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Während dieser Zeit entwickelt der Welpe seine Fähigkeiten und seine Gefühle. Freude, Angst, aber auch Scham sind ihm dann nicht mehr fremd. Wenn der Hund einfache Spiele wie das Apportieren des Balls, das Aufspüren von Leckerlis sowie sämtliche Grundkommandos beherrscht, kann über den Kauf eines Intelligenzspielzeugs nachgedacht werden.

Welches Intelligenzspielzeug für den Hund das richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Rassen, die zum derben Spiel neigen und solche mit viel Kraft sollten kein filigranes Spielzeug erhalten. Intelligenzspielzeuge aus Holz und/oder Gummi halten im Allgemeinen kräftigen Hundepfoten und -zähnen eher Stand als solche aus Kunststoff.

Nicht alle Hunde verfügen über dieselben Fähigkeiten. Manchen Rassen macht die Nasenarbeit sehr viel Spaß. Für sie kann das Leckerli gut verpackt sein, also ruhig hinter mehreren Elementen versteckt. Andere Rassen besitzen eine sehr kurze Nase und weit überhängende Lefzen. Ihnen fällt es schwer, Kleinteile präzise mit dem Fang zu fassen. Sie sollten ein Spielzeug erhalten, bei dem sie hauptsächlich mit den Pfoten arbeiten müssen, beispielsweise das Hunde-Sodoku, die Snack-Rolle oder den Snack-Ball. Auch ein größeres Hütchen-Spiel eignet sich.

Hinsichtlich der Farbgebung für das Hundespielzeug besitzen einige Vierbeiner besondere Vorlieben. Das liegt daran, dass sie die Welt farbig sehen, aber nicht alle Farben gleich gut erkennen. Rote Spielzeuge werden, soweit sind sich Fachleute einig, als braune oder schwarze angesehen. Gelb und Blau hingegen erkennen Hunde gut. Kein Wunder, dass der blaue Interaktiv-Turm meist besser ankommt als die rote Poker-Box.

Ebenso wie für die Sorte des Futters hat jeder Hund auch seinen individuellen Geschmack bei der Auswahl des Spielzeugs. Wer zu den Faulpelzen zählt, beschränkt sich gern bis ans Lebensende mit einem einfachen Spielzeug, weil er ohne größeren Aufwand an das Leckerli gelangt. Lernfreudige Hunde wollen ständig neu herausgefordert werden. Sie lassen das simple Beschäftigungsmaterial bald liegen, wenn ihnen ein komplizierteres zur Verfügung steht.

Beschäftigung mit Intelligenzspielzeug für alte Hunde besonders wertvoll

Alte Hunde haben häufig das Problem, sich körperlich nicht mehr richtig auspowern zu können, weil die Gelenke schmerzen und die Ausdauer nicht mehr gegeben ist. Der Umgang mit Intelligenzspielzeug stellt eine gute Alternative dar, insbesondere weil der Hund viele Aufgaben auch im Sitzen oder Liegen absolvieren kann. Selbst kranken Hunden geht es besser, wenn sie sinnvoll beschäftigt werden.

Wichtig ist, dass der körperlich eingeschränkte Hund die einzelnen Elemente gut erkennen kann, das Augenlicht lässt im Alter häufig nach. Auch sollten keine allzu kleinen Teile angebracht sein, die Feinmotorik verschlechtert sich im Laufe der Jahre ebenfalls. Wenn die Sinne des Hundes nachlassen und das Spiel mit dem aktuellen Spielzeug nicht mehr gelingt, sollte er dennoch nicht ohne Beschäftigung den Tag verbringen müssen. Vielleicht bietet sich ein Intelligenzspielzeug an, das auf einem niedrigeren Niveau bespielt werden kann. Zu bedenken ist bei körperlich inaktiven Hunden, die mit Intelligenzspielzeug unterhalten werden, dass die Leckerli-Rationen vom Hauptfutter abgezogen werden müssen. Sonst werden sie dick.

Möglichkeit der Reinigung muss gegeben sein

Das Intelligenzspielzeug kommt regelmäßig mit Futter in Berührung. Außerdem wird es durch die Hundepfoten und Speichel verschmutzt. Damit es Keimen keinen Nährboden bietet, muss es sich leicht reinigen lassen. Größere Teile und glatte Flächen sind im Allgemeinen unkomplizierter zu säubern als solche mit vielen Einkerbungen, Verschnörkelungen und rauen Oberflächen. Das Abwischen mit einem feuchten Tuch oder die Reinigung mit Wasser und einem Spülmittel sollten gegeben sein.

Standfestigkeit prüfen

Damit das Intelligenzspielzeug für den Hund geeignet ist, muss es standfest sein und ein entsprechendes Eigengewicht besitzen. Viele Spiele-Boards sind mit Gummifüßen ausgestattet, damit sie auf Fliesen und Laminat nicht rutschen. Auch sie stellen Kleinteile dar, die der Hund verschlucken kann, wenn sie nicht richtig befestigt sind. Daher sollte ihre Qualität beim Kauf geprüft werden.

Textilien und Nähte auf Reißfestigkeit prüfen

Einige Intelligenzspielzeuge, beispielsweise Snack-Würfel, bestehen aus Stoff. Bei ihnen sollte das Material auf seine Reißfestigkeit geprüft werden. Wittert der Hund nämlich sein Leckerli, wird er alles daran setzen, es zu bekommen. Da muss der Stoff derb genug sein, um den Krallen und den Zähnen widerstehen zu können. Auch die Nähte des Spielzeugs müssen gut verarbeitet sein. Genähte oder gewebte Intelligenzspielzeuge sind im Allgemeinen für kleinere Rassen gedacht, was aber nicht ausschließt, dass auch größere Hunde mit ihnen spielen können. Sie sollten eine gute Motorik besitzen und beim Umgang mit Spielzeug Feinfühligkeit beweisen können.

Aufbau- und Spieleanleitung für Intelligenzspielzeug sollte vorhanden sein

Oft stellt ein neu erworbenes Intelligenzspielzeug nicht nur den Vierbeiner, sondern auch seinen Besitzer auf die Probe. Da stellen sich Fragen wie:

Wie werden die Elemente richtig zusammengesetzt?

Was gibt es beim Aufbau noch zu beachten?

Wie bespielt man das Spielzeug richtig?

Gibt es mehrere Spielemöglichkeiten?

Hochwertige Intelligenzspielzeuge für Hunde enthalten eine Aufbauanleitung. Im besten Fall ist auch eine Spieleanleitung vorhanden. Dann gelingt es auch dem unerfahrenen Hundebesitzer, seinen Hund zu beschäftigen.

Erweiterbare Intelligenzspielzeuge schonen Umwelt und Geldbeutel

Will man mit einem interaktiven Hundespielzeug seinen Hund beschäftigen, wird man aus der Masse der Angebote eines heraussuchen, das man aktuell für geeignet hält. Doch entsprechend der Auffassungsgabe des Hundes kann dieses bald uninteressant sein, weil es den Vierbeiner unterfordert. Dann ist normalerweise ein Neukauf fällig. Einige Spielzeuge jedoch bestehen aus mehreren Modulen, die sich untereinander austauschen oder miteinander kombinieren lassen. Derartige Anschaffungen machen Sinn, weil sie den Geldbeutel und die Umwelt schonen. Sie lassen sich jahrelang verwenden.

Ist es sinnvoll, gebrauchtes Intelligenzspielzeug für den Hund zu kaufen?

Viele Hundebesitzer scheuen sich davor, für ihren Vierbeiner nach gebrauchtem Spielzeug Ausschau zu halten. Einerseits befürchten sie, dass Krankheitskeime an ihm haften können. Andererseits sind sie unsicher, ob das Spielzeug qualitativ noch etwas taugt. In beiderlei Hinsicht bestehen keine Bedenken, wenn man es vor dem Kauf in Augenschein nimmt und auf Beschädigungen prüft. Wenngleich es für die meisten Verkäufer selbstverständlich ist, ihre Waren nur in einem sauberen Zustand zu veräußern, ist es besser, das Spielzeug noch einmal gründlich zu reinigen, bevor es in Gebrauch genommen wird. Dazu wird es mit heißem Wasser und einem Schuss Essig beziehungsweise einigen Tropfen Spülmittel sowie einer Bürste abgeschrubbt und anschließend klar gespült.

Zusammenfassung

Intelligenzspielzeuge erhöhen die Denkfähigkeit des Hundes und seine motorischen Fähigkeiten. Zudem gestalten sie den Alltag abwechslungsreich. Mindestens ein Beschäftigungsspielzeug sollte jeder Hund besitzen.

 

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