Wie entsteht Sympathie oder Abneigung unter Hunden?

Sympathie und AntipathieGanz gleich, wie sozial eingestellt man selbst ist, manchmal braucht man eine Auszeit von anderen Menschen. Und wie viele Freunde man auch immer hat, es wird immer Menschen geben, die einem gegen den Strich gehen. Niemand mag alle anderen gut leiden, das ist eine Tatsache des Lebens. Genau so ist es auch bei den Haustieren: Kein Hund mag alle anderen Hunde.

Hunde erleben ihre Umwelt anders

Es gibt sozusagen ein ganzes Spektrum verschiedener Hunde. Die einen reagieren schon aggressiv, wenn sie einen anderen Hund in der Ferne sehen. Andere Hunde sind zu jedem Artgenossen in ihrer Nähe freundlich. Und dazwischen gibt es Hunde, die die einen Hunde mögen und einige andere dagegen gar nicht mögen.
Wie diese Entscheidungen getroffen werden, kann auf den ersten Blick meist nicht nachvollzogen werden. Um den sozialen Umgang zu verstehen, muss man zu den Grundlagen der tierischen Kommunikation zurückgehen. Hunde kommunizieren miteinander in einer Weise, die wir als Menschen gar nicht mitbekommen. Ein Hund wird etwas in die Körpersprache eines anderen Hund sehen oder nimmt olfaktorische Hinweise auf. Diese Signale sagen etwas aus, was der erste Hund entweder mag oder nicht mag.
Diese feinstofflichen Gerüche und Hinweise können aus einer erheblichen Entfernung erfasst werden. Hunde leben in einer Welt der Duft-Informationen. Die Art, wie wir Menschen ein Zimmer betreten und alle Arten von Informationen sehen – das Bücherregal, das Bild und den Stuhl – scannen Hunde alles um sich herum mit ihrer Nase. Selbst wenn der Wind aus der völlig falschen Richtung weht, nehmen sie eine riesige Menge Geruchsinformation auf.


Nichts passiert zufällig

Ein weiterer möglicher Grund, dass ein Hund sofortige Abneigung gegen einen anderen hat, kann auf frühere Erfahrungen zurückzuführen sein. Wenn beispielsweise der besagte Hund einmal von einem großen weißen Hund angegriffen wurde, kann er Scheu, intensive Angst oder Aggression gegenüber großen weißen Hunden zeigen. Wenn wir die Geschichte eines Hundes nicht kennen, erscheint uns seine Reaktion rätselhaft. Das trifft sowohl auf schlechte, als auch auf gute Erfahrungen zu. Andere Hunde, die entweder gleich aussehen, sich in gleicher Weise bewegen oder ähnlich riechen wie ein Hunde-Freund, kann die Reaktion des Hundes auf einem anderen beeinflussen.
Das Verhalten des Hundes kann auch seinen Besitzer betreffen. Einige Hunde haben einen so ausgeprägten Beschützertrieb, den man schon besitzergreifend nennen kann: Artgenossen sollen fern bleiben. Der eigene Hund will nicht in der Nähe dieses anderen Hundes sein und er möchte auch nicht, dass sein Besitzer ihm zu nahe kommt. Vielfach wird dieses Verhalten als Eifersucht gewertet.

Wann sollte man Hilfe suchen?

Wenn beim Hund eine dauerhafte Abneigung gegen bestimmte Hunde intensiv oder problematisch ist, sollte man sich professionelle Hilfe holen. Zum Beispiel, wenn er aggressiv oder ängstlich auf einen Artgenossen reagiert, mit dem er in regelmäßigen Kontakt kommt. Aber wenn die Situation etwas gemäßigter verläuft, wie die gelegentliche Vermeidung anderer Hunde auf der Freilauffläche, hilft schon viel positive Verstärkung und Training, um allmähliche Besserung zu erreichen. Man kann dem Hund das Kommando „Sitz“ beibringen und ihn bei gleichzeitigem Augenkontakt mit einem Leckerli belohnen. Danach kommt die Praxis bei den Spaziergängen. So wie man sich einem anderen Hund nähert, ist die Zeit fürs Kommando und reichlich Leckerlis gekommen. Er beginnt, die Anwesenheit anderer Hunde mit zwei Dingen zu assoziieren: Erstens, er erlangt Kontrolle über sein eigenes Verhalten mit der Aussicht auf ein Leckerli und zweitens das Erhalten der Belohnung.

Die beste Vorbeugung, dass aus einer Abneigung ein Problem wächst, ist bei jungen Hunden die frühe Sozialisierung in einer Welpengruppe. Die häufige und angenehme Interaktion mit anderen Hunden erlebt ein wachsender Hund als lehrreich. Wenn man anderen Menschen mit Hunden begegnet, kann man fragen, ob deren Hund freundlich ist und es ist in Ordnung wäre, wenn die Hunde „Hallo“ zueinander sagen. Mit der Zeit lernt der Vierbeiner Situationen von Hund zu Hund ruhig zu durchlaufen oder er wird zum perfekten Gegenstück seines Menschen.

 

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