Warum gehen Hunde auf Menschen zu, die das nicht mögen?

SpaziergangEs ist eine Tatsache, dass nicht jeder Hunde mag. Doch einige Vierbeiner ignorieren diese Abneigung, oder sogar Angst, und traben genau auf diese Menschen zu.

Die menschliche Körpersprache animiert Hunde

Diese Erfahrung haben bereits viele Leute gemacht, wobei das Unwohlsein von der betroffenen Person weitaus schlimmer empfunden wird, als es in der Realität ist (weil der Hund angeleint ist und somit unter Kontrolle). Freundliche, gut sozialisierte Hunde nähern sich problemlos einer Vielzahl von Menschen und jeder läuft dann weiter seines Weges. Jemand, der durch das Interesse der Hunde verunsichert wird, bewertet eine harmlose Begegnung als bewusstes Handeln des Hundes und denkt, dass pure Absicht dahinter steckt. Eine weitere Tatsache ist ebenso, dass Hunde Angst riechen können. Der Schweiß einer ängstlichen Person hat eine andere Duftnote als gewöhnlich – und das ist interessant für Hunde.

Erinnerungen prägen Vorlieben

Dennoch gibt es einige Gründe, warum einige Hunde mit bestimmten Personen interagieren und andere vermeiden. Wenn der Hund beispielsweise mit Frauen aufgewachsen ist, wird er sich später mehr zu Frauen als zu Männern hingezogen fühlen. Die Auswahl des bevorzugten Personenkreises wird damit vorbestimmt, wenn er neue Menschen kennenlernt.
Strahlt eine Person eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Hund aus, wirkt das ebenfalls attraktiv auf bestimmte Tiere. Hunde, die bereits sozialisiert, aber noch ein bisschen schüchtern sind, halten Abstand von Menschen, die Selbstbewusstsein zeigen und freundlich sind. Der Grund: Hunde sind so gut im Lesen der Körpersprache untereinander und von Menschen, dass sie erkennen können, wer mehr oder weniger begeistert mit ihrer Anwesenheit ist. So beurteilt der Vierbeiner eine Person und nähert sich ihr dementsprechend. Wenn der Hund nicht von fremden Menschen angefasst und gestreichelt werden mag, wird sich dieses Tier wahrscheinlich wohler fühlen mit jemandem, der keine Hunde mag und einfach dort sitzt oder steht.

Auch Hunde haben eine Distanzzone

Dieses Verhalten macht absolut Sinn, und noch mehr, wenn man es aus der menschlichen Perspektive betrachtet. Es ist vergleichbar mit einer Situation, in der man einen guten Freund trifft und „Hallo, wie geht es dir?“ sagt, aber wenn man plötzlich von jemand Wildfremdem mitten auf der Straße umarmt wird, der „Wie geht es dir nach all den Jahren?“ ruft, wird man verwirrt sein, die Situation ist uns unangenehm. Und genau so unangenehm empfinden auch Hunde die letztere Art der Interaktion, wenn viele Hundeliebhaber unbekannte Hunde streicheln möchten. Wie wir Menschen mögen die einen Hunde diese Art von Aufmerksamkeit und die anderen nicht. Das Eindringen in seinen persönlichen Schutzbereich kann zu Beißunfällen führen, wenn der Hund nach vorangegangenen Warnzeichen wie das Maul lecken oder knurren als letzten Ausweg aggressiv reagiert.

 

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