Milben beim Hund

MilbenEin Milbenbefall beim Hund kann unangenehme Folgen haben. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Milben auf den Menschen übergehen. Die betroffenen Hunde leiden stark unter dem nie endenden Juckreiz und kratzen sich oftmals blutig. Dann finden auch Bakterien schnell ihren Weg in den Organismus. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte ein Milbenbefall schnell behandelt werden. Wie man einen solchen Befall entdeckt und welche Behandlungsansätze möglich sind, erklären wir in diesem Artikel.

Symptome eines Milbenbefalls

Wenn sich der Hund übermäßig stark kratzt, ist dies ein Zeichen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Hier sollte man möglichst schnell handeln. Egal ob Milben oder auch Flöhe: Beides sind Parasiten, die einem das Leben schwer machen, je länger sie unentdeckt und unbehandelt bleiben! Zunächst sollte man das Fell des Hundes mit einem Flohkamm durchkämmen.
Über einem weißen Tuch ausgeschüttelt kann man schnell sehen, ob Milbenlarven mit herausgekämmt wurden. Falls nichts entdeckt wird, sollte man mit einem nassen Tuch drüber reiben und kontrollieren, ob sich nun braune Stellen zeigen. Dies ist der angelöste Milbenkot. Außerdem sollte man die Haut des Hundes gründlich nach Rötungen und Entzündungen absuchen. Kahle Stellen und Verkrustungen deuten meist auf einen Milbenbefall hin. Je nach Milbenart sind die auftretenden Symptome aber auch unterschiedlich. Daher gehen wir Stück für Stück die verschiedenen Milbenarten und ihre Symptome im nächsten Abschnitt durch.

Milbenarten

Es gibt verschiedene Milbenarten. Die Symptome bei Befall unterscheiden sich genauso wie die Behandlung. Sie richtet sich nach Art der Milbe und der Schwere des Befalls. Hier gibt es erste Einschätzungen, wie bei welchem Milbenbefall vorgegangen werden kann.

Haarbalgmilben
Haarbalgmilben sitzen in den Follikeln der Hundehaare und werden toleriert. Ein intaktes Immunsystem kommt mit den Milben zurecht. Eine Schwächung des Immunsystems kann allerdings eine starke Vermehrung der Milben nach sich ziehen. An betroffenen Stellen fallen die Haare aus, die Haut wird schuppig. Sekundärinfektionen durch Bakterien, die in die geschädigte Haut eindringen, sind wahrscheinlich. Je nach Schwere des Befalls und den damit einhergehenden Sekundärinfektionen muss der Hund mit Antibiotika und auf jeden Fall mit einem Antiparasitikum behandelt werden. In 90 Prozent der Fälle kommt es allerdings zu einer spontanen Heilung. Auf jeden Fall sollte der Auslöser des Milbenbefalls geklärt werden! Häufig steckt eine unzureichende Ernährung oder eine vorherige Erkrankung dahinter, die das Immunsystem geschwächt hat.
Sarcoptes-Milben / Räude
Beim Befall von Sarcoptes-Milben wird auch von Räude gesprochen. Diese Erkrankung ist höchst ansteckend! Für andere Hunde sowieso, aber auch für den Menschen. Häufig sind Ohren, Pfoten und Beine des Hundes betroffen. Hier bohren die Milbenweibchen Gänge in die Hautschichten, in denen sie ihre Eier ablegen. Zunächst bekommt der Hund gerötete Pusteln auf der Haut. Später kommt es zu Abschürfungen, Verkrustungen und Verhornung der betroffenen Stellen. Der Hund wird von massivem Juckreiz geplagt, weshalb sich Hunde bei Räude schnell blutig kratzen. Hier ist eine Behandlung durch den Tierarzt unbedingt notwendig und sollte schnellstmöglich durchgeführt werden!! Der Tierarzt verschreibt ein spezielles Spot-On-Präparat, welches nun in regelmäßigen Abständen angewendet werden muss, bis der Heilungsprozess beendet ist. Sämtliche Liegeplätze des Hundes, Stoffspielzeug und Bürsten müssen heiß gewaschen und mit speziellen Milbenabtötungsmitteln behandelt werden. Lassen sich die Sachen nicht heiß waschen, kann man sie nur noch wegschmeißen.
Grasmilben
Grasmilben sind hauptsächlich im Herbst anzutreffen. Sie sind für Hunde, Katzen, Pferde und auch den Menschen eine Gefahr. Bei einem Befall tritt starker Juckreiz auf. Viele Hunde entwickeln eine regelrechte Milbenallergie. Die Hautveränderungen sehen zunächst wie kleine Mückenstiche aus, meist sind es mehrere Stiche dicht beieinander. Nach wenigen Stunden bilden sich auffällige orange Krusten, die nach rostigem Eisen riechen.Leider helfen keine Antiparasitika gegen Grasmilben. Man kann nur versuchen, den Lebensraum dieser Milben zu minimieren. So löst sich das Problem meist von allein. Man sollte den Rasen im Garten, wenn vorhanden, so kurz wie möglich halten. Bei einer Rasenhöhe ab 7 cm fühlen sich Grasmilben besonders wohl. Die betroffenen Stellen sollten regelmäßig, am besten nach jedem Spaziergang, gewaschen werden, damit die Milben nicht auf dem Hund verbleiben. Auf die entzündeten Stellen kann Honig gegeben werden. Dieser hat eine antibakterielle Wirkung. Sollte der Juckreiz extrem sein, sodass sich der Hund blutig kratzt und beißt, muss der Tierarzt aufgesucht werden. Dieser hat meist noch juckreizlindernde Medikamente vor Ort.
Ohrmilben
Ohrmilben sind die häufigsten Milben beim Hund. Sie werden von Hund zu Hund, aber auch von Katze zu Hund übertragen. Betroffene Hunde kratzen sich vermehrt an den Ohren und schütteln sehr häufig den Kopf. Die Milben rufen Entzündungen im Ohr hervor, die an einem schwarz-braunen Sekret zu erkennen sind. Schüttelt der Hund häufig den Kopf, kann es zu einem Blutohr kommen. Dies ist so etwas wie ein Hämatom im Ohr. Die Behandlung und Heilung eines Blutohres ist sehr langwierig. Daher sollten Ohren, die von Milben betroffen sind, schnellstmöglich gereinigt werden. Dies macht der Tierarzt! Juckreizlindernde Spülungen oder Salben unterstützen den Heilungsprozess.
Futtermilben
Futtermilben bilden sich, wenn Hundefutter offen gelagert wird. Diese Milben können auch auf den Menschen übergehen. Insgesamt kann man Futtermilben einfach vorbeugen, indem man das Futter verschlossen und luftgeschützt lagert und auf eine geringe Luftfeuchtigkeit im Vorratsraum achtet.

Bekämpfung von Milben

MilbenkammIn jedem Fall sollte man bei Haut- und Fellveränderungen des Hundes direkt den Tierarzt aufsuchen. Ein von Milben befallener Hund gefährdet Artgenossen und auch den Menschen. Daher ist schnelles Handeln gefragt. Der Tierarzt hat verschiedene Möglichkeiten, Milben festzustellen. Je nach Art, werden unterschiedliche Behandlungsansätze gewählt. Manchmal genügt es, den Milben ihren Lebensraum zu nehmen, indem alles, was der Hund genutzt hat, heiß wäscht und mit einem milbentötenden Reinigungsmittel behandelt. Andere Milbenarten sind hartnäckiger und müssen zusätzlich zu den Umgebungsmaßnahmen direkt am Hund mit speziellen Spot-On-Präparaten oder auch einem Antibiotikum behandelt werden.

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Auch antibakterielle Milben-Shampoos können den Heilungsprozess unterstützen. Leben mehrere Tiere im Haus, müssen alle vorsorglich behandelt werden! Die Behandlung sollte etwa zwei bis drei Wochen am Stück durchgeführt werden, um einmal den kompletten Lebenszyklus der Milbe mitgemacht und somit alle Milben in jeglichen Entwicklungsstadien abgetötet zu haben.


Milbenvorbeugung

Damit man Milben überhaupt gar nicht erst ins Haus bekommt, sollte man auf die Vorsorge viel Wert legen. Der erste Baustein ist eine regelmäßige Entwurmung des Hundes. Ein Wurmbefall schädigt nämlich das Immunsystem und dann haben Milben und andere Parasiten leichtes Spiel. Eine hochwertige Ernährung versorgt den Hund ausreichend mit allen nötigen Nährstoffen und trägt ebenfalls zu einem starken Immunsystem bei. Zusätzlich kann man vorbeugende Spot-Ons oder andere Kontaktinsektizide verwenden, um den Hund zu schützen.

 

 

Bilder: © Depositphotos.com / lufimorgan / AndreyPopov

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