Warum wühlen Hunde im Mülleimer?

Warum wühlen Hunde im Müll
Der Grund, warum Hunde es lieben, den Mülleimer zu inspizieren, liegt weit zurück in unserer gemeinsamen Geschichte.

Kulturfolger überleben leichter

Nach Ansicht der meisten Experten domestizierten unsere Vorfahren vor mehreren tausend Jahren Wölfe, aus denen Haushunde entstanden.

Man vermutet, dass die Wölfe zunächst als Welpen eingefangen wurden oder durch ihren Aufenthalt in der Nähe von menschlichen Dörfern zahm wurden. Schon damals war der menschliche Müll eine wichtige Nahrungsquelle für wild lebende Tiere. Wölfe mussten immer schon einige Tage ohne Nahrung auskommen, wenn die Jagd auf Beutetiere nicht immer erfolgreich verlief.
Was Menschin in den Abfall werfen, ist aussortiert und niemand mag es mehr essen. Manche Hunde hingegen sehen weggeworfene Lebensmittel als appetitliches Futter an, das einen unwiderstehlichen Duft verströmt und daher sehr spannend erscheint.


Spiel und Spaß zu Zweit

Einige Hunde haben aus dem Buddeln im Mülleimer ein echtes Spiel entwickelt. Manchmal finden sie gute Sachen zu Essen oder Dinge zum Zerkauen. Wenn man nicht zu Hause ist, kann der Vierbeiner davon so fasziniert sein, dass er den Abfall in alle Zimmer verteilt. Der Mülleimer ist wie eine Wundertüte, wo der Hund genau weiß, dass er darin eine Belohnung finden wird.
Andere Hunde haben gelernt, dass das Graben im Mülleimer oder im Papierkorb ein guter Weg ist, um die Aufmerksamkeit seines Menschen zu erlangen. Wenn diese Strategie erfolgreich ist, wird der Hund es sich angewöhnen. Er lernt schnell: „Jedes Mal, wenn ich etwas Interessantes aus dem Eimer ziehe, beginnt mein Mensch mit mir zu sprechen und versucht, mein neues Spielzeug wegzunehmen. Was für ein Spaß, wegzulaufen und Frauchen damit rund ums Haus zu scheuchen!“ Ein braver Hund bekommt jedenfalls nie so viel Aufmerksamkeit, wie der freche Müll-Räuber.

Wie kann man ihm das Müll-Buddeln abgewöhnen?

Der Verzehr von Kunststofffolien an Käse oder Wurst, Metallklammern oder Giftstoffen kann tödlich enden. Besonders, wenn man seinen Hund schon öfter dabei ertappt hat, sollte man handeln, um ihn vom Mülleimer fernzuhalten.

• Den Mülleimer an einem sicheren Ort aufstellen ist die beste und einfachste Methode: So erliegt der Hund erst gar keiner Versuchung. Der Mülleimer kann in einem Schrank oder im Abstellraum untergebracht werden. Wenn der Hund gelernt hat, Türen und Schränke zu öffnen, verwendet man eine Kindersicherung.

• Ein Gefäß mit fest schließendem Deckel verwenden, der an seinem Platz bleibt, selbst wenn der Hund versucht ihn wegzuschieben. Moderne Müllbehälter mit Bewegungssensoren, die sich automatisch öffnen, sind in diesem Falle unbrauchbar. Handelsübliche Behälter mit Schritt-Pedalen oder Schwingdeckel sind keine großen Hindernisse. Manche Vierbeiner machen daraus ein Intelligenzspiel und lernen, das Pedal zu drücken. Noch schlimmer kommt es, wenn der Hund mit seinem Kopf in einem Schwingdeckel steckenbleibt.

• Abschreckung ist wirkungsvoll. Wenn der Halter zu Hause ist und seinen Hund ständig deswegen rügt, ist er, der Hund, wahrscheinlich klug genug den Papierkorb in Ruhe zu lassen, wenn sein Mensch sich in der Nähe aufhält. Aber sobald die Luft rein ist, geht er sofort zum Müll, um darin nach Schätzen zu graben. Die Verwendung bewegungsaktivierter Geräte, die automatisch Druckluft abgeben oder einen akustischen Alarm aktivieren, können helfen, dass sich der Hund nicht immer in der Nähe des Mülleimers aufhält. Einige Hunde reagieren empfindlich auf diese Geräte und bekommen Angst, während sich andere überhaupt nicht davon beeindrucken lassen.

• Intensives Fernbleibe-Training ist mit der meisten Arbeit verbunden. Man kann den Hund zuerst lehren, dass er sich vom Halter abwendet, während dieser einen Hundesnack in der Hand hält und dazu ein spezielles Kommando gibt, z.B. „Bleib weg“. Sobald er das gelernt hat, kann man diese Worte jedes mal anwenden, wenn der Hund in Richtung Mülleimer läuft. Wenn der Hund wie gewünscht weggeht, gibt es sofort viel Lob und ein Leckerli. Wenn man gerade nicht mit dem Hund arbeitet, wird der Mülleimer unerreichbar weggestellt. Nach wiederholten Trainingseinheiten wird der Mülleimer für längere Zeiträume draußen hingestellt und dabei gibt es weiterhin Lob und Belohnung, wenn der Hund an dem Mülleimer vorbeigeht und auch nicht daran schnüffelt. Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und anfangs den Mülleimer ohne ein einziges Lebensmittel befüllen. In fortgeschrittenen Lektion werden dann „Köder“ in den Mülleimer gelegt, also richtig stark und für Hundenasen attraktiv duftende Lebensmittel wie Harzer Käse oder Fleischwurst.

 

Bild: © Depositphotos.com / adogslifephoto