Warum schaut der Hund so schuldbewusst?

Warum gucken Hunde schuldbewusstWir gehen oft davon aus, dass unsere Hunde sich schuldig fühlen, wenn wir sie bei etwas Unerlaubtem erwischen. Dieses schuldbewusste Aussehen wird in zahlreichen Internet-meme veröffentlicht: Ein Hund mit dem Zettel, wo seine Schandtat drauf steht. Es wird meist so dargestellt, dass der Hund weiß, dass er etwas falsch gemacht hat und das nun bereut. Doch in Wirklichkeit bedeutet dieser Blick etwas ganz Anderes.

Wie eines schuldbewusster Hund wirklich aussieht

Der „schuldbewusste“ Hund schielt mit den Augen und blinzelt häufiger. Er vermeidet vielleicht den Augenkontakt, senkt seinen Kopf und er kann seinen Besitzer so anschauen, dass das Weiß der Augen sichtbar ist. Er kann seine Ohren nahe am Kopf zurücklegen. Er kann seine Lippen lecken und gähnen, seinen Schwanz senken und sich auf den Boden kauern. Er kann sich ebenso vom „Tatort“ abwenden, als ob ihm das peinlich wäre, was er getan hat und seine Hinterlassenschaften gar nicht anschauen mag. Zwei Studien, eine von Alexandra Horowitz und die andere von Julie Hecht, haben diesen Fall untersucht.

Braver Hund oder nicht

In der Horowitz-Studie legte man ein Leckerli vor einen Hund hin. Der Hundehalter befahl ihm, es nicht zu essen und verließ dann das Zimmer. Horowitz gab einigen Hunden Leckerlis, anderen aber nicht. Einigen Haltern sagte man, dass Ihr Hund das verbotene Leckerli gegessen hätte. Anderen Besitzern erzählte man, dass Ihr Hund artig war und den Keks liegen gelassen hat. Den Besitzern wurde nicht unbedingt die Wahrheit darüber gesagt, ob Ihre Hunde gegessen hatten oder nicht.
Die Hecht-Studie lief ähnlich ab: Die teilnehmenden Hunde ließ man mit einem Tisch voll Lebensmitteln allein, wovon sie sich nicht bedienen durften. Einige Hunde aßen das Essen, während andere es ignorierten. Hecht und Ihre Kollegen beobachteten anschließend, wie die Hunde ihre Besitzer begrüßten, wenn Sie wieder in den Raum zurückkamen. Es gab keinen Unterschied bei der Begrüßung zwischen den Hunden, die gegessen hatten und Hunden, die es nicht taten. Genauso wenig konnten die Besitzer sagen, ob ihr Hund während ihrer Abwesenheit etwas gefressen hat oder nicht.

In beiden Studien standen das Schuldgebaren der Hunde in keinem Zusammenhang mit ihren Handlungen. Horowitz kam zu dem Schluss, dass die Reaktionen der Hunde in direkter Verbindung mit dem Verhalten der Besitzer in der Situation steht. Mit anderen Worten, der reuevolle Hundeblick zeigt nicht ein echtes Schuldgefühl an, sondern ist die Reaktion auf das zornige Schimpfen des Besitzers.

 

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