Ohne Hund in den Urlaub

Ohne Hund in den UrlaubOhne den Hund zu verreisen, sei es geschäftlich oder zum Vergnügen, bereitet vielen Besitzern Sorge darüber, ob es dem Haustier in seinem Ersatzdomizil auch gut geht. Obwohl viele Menschen sehr an ihrem Haustier hängen, ist ein völliger Verzicht auf das Verreisen allerdings nicht wünschenswert. Wenn man ein Vorhaben realistisch betrachtet, ist es in manchen Fällen wirklich besser, den Hund während der Abwesenheit in gute Hände zu geben.

Dem Hund Stress ersparen

Die Dauer und die Art der Anreise können für das Haustier sehr unangenehm oder sogar mit großer Angst verbunden sein. Stundenlange Autofahrten, vielleicht auch mit Stau, können besonders für größere Hunde mit Stillsitzen oder -liegen im Anschnallsystem, akuter Reisekrankheit und zu wenige Gassi-Pausen ziemlich anstrengend werden. Bei Flugreisen kosten die Tickets für Tiere zwischen 35 bis 150 Euro.
Wichtig: Vor der Buchung sollte man den Anbieter fragen, ob das Tier mit in den Fahrgastraum darf. Auch wenn der Hund mit 5 kg Gewicht zugelassen wäre, dürfen normalerweise höchstens zwei Hunde gleichzeitig anwesend sein – ist bereits vorher eine Katze angemeldet, wird der Hund gegebenenfalls nicht genehmigt. Während des gesamten Fluges muss der Hund in einer ausreichend großen, verschließbaren und wasserdichten Transportbehälter sitzen (je nach Airline eine feste Box oder eine Transporttasche), der den Maßen der Handgepäckbestimmungen entspricht. Die Tasche soll dann unter den Sitz des Vordermanns geschoben werden. Man kann sich leicht vorstellen, wie schnell in der engen Hitze ein gestresster Hund kollabieren kann – vor allem bei Start und Landung. Größere Hunde werden im temperierten Bereich des Frachtraums verstaut, auch hier ist eine sogenannte „Flugbox“ nach den Bestimmungen der IATA vorgeschrieben. Und während alle Familienmitglieder erholt die Rückreise antreten, wird der Hund zum Nervenbündel, da die gleichen Reisestrapazen noch einmal auf ihn zukommen…


Welcher Urlaub ist geplant?

Auch das Urlaubsziel und die Aktivitäten während dieser Zeit sind manchmal schlecht mit einem Hund vereinbar. Campingfreunde erwarten Ruhe und Sauberkeit, daher wird oftmals das Mitbringen von Hunden auf dem Platz untersagt. Genau so verhält es sich mit vielen Stränden. Hunde müssen leider draußen bleiben. Bei den Hotels hat es sich bereits herumgesprochen, dass die Gäste gern ihre Hunde mitbringen – jedoch sucht man in den großen Ferienanlagen meist vergebens nach so einem Service.
Im Urlaub möchte man natürlich Vieles kennenlernen: Mit Kindern sind Freizeitparks angesagt, Sportler genießen die Natur beim Bergsteigen oder Kanu Rafting. Kulturbegeisterte Erwachsene besuchen Rundführungen in Museen oder historischen Bauwerken und genießen anschließend die Spezialitäten des Landes in einem Restaurant. Bei all diesem Reiseprogrammen fehlen Zeit und Platz für den Hund.

Reisevorbereitungen treffen

Wer betreut den Hund während des Urlaubs? Ideal eignet sich natürlich eine dem Hund vertraute Person: Das kann ein Hundesitter sein oder Freunde, mit denen man im Wechsel das Tier des anderen betreut. Wichtig ist, dass die Person das Tier gut kennt und dementsprechend mit ihm umzugehen weiß. Es kann zu einem Fiasko werden, den Hund bei Verwandten oder Bekannten abzugeben, die zwar guten Willen bekunden, aber keine Erfahrung haben. Ist ein Platz für den Vierbeiner gefunden, gibt man alles für den Aufenthalt mit – sein Hundebett, Spielzeug, Kotbeutel, Leine und Halsband sowie das gewohnte Futter samt Anweisung, wann und wie viel gegeben wird. Ein getragenes T-Shirt hilft sensiblen Hunden fürs Erste über die Trennung hinweg. Für den Notfall hinterlässt man die Telefonnummern des Veterinärs oder einer nahen Tierklinik. Wenn die eigenen Gedanken ebenso um den Hund kreisen, sind regelmäßige Telefonanrufe oder ein Videochat die beste Medizin. Hund und Besitzer hören und sehen sich, Neuigkeiten und Fragen nach dem Wohlergehen werden aus erster Hand beantwortet. Daneben bieten Hundefotos auf dem Handy einen hohen Flirtfaktor, um mit Urlaubsbekanntschaften ins Gespräch zu kommen.

Kriterien guter professioneller Betreuung

Die Urlaubsplanung schließt die Auswahl einer Hundepension bereits mit ein. Wenn auf privater Basis niemand einspringen kann, schaut man sich Haustierpensionen in der Nähe an. Dabei braucht kein Hundehalter ein schlechtes Gewissen haben, seinen Hund abzuschieben. Frühzeitige Reservierung ist empfehlenswert, da in den Ferienzeiten schnell ausgebucht ist. Mit einem Besuch der Einrichtung verschafft man sich einen ersten Eindruck der Einrichtung.

  • Fühlt sich der Hund gleich wohl dort oder verhält er sich plötzlich ganz anders als sonst? Wenn dieser Punkt positiv ausfällt, geht es weiter mit der Abklärung weiterer Kriterien.
  • Das Personal sollte ausreichende Erfahrung sowie den Sachkundenachweis gemäß §11 haben. Von Vorteil sind ebenso die Nachweise besuchter Seminare über Hundeerziehung und -betreuung.
  • Wie viele Hunde werden einem Betreuer zugeteilt und welcher Mitarbeiter wird für den eigenen Hund zuständig sein? Mag der Hund ihn/sie auch? Soll sich ein Betreuer um sechs oder mehr Hunde kümmern, ist das eindeutig zu viel. Gibt es Aushilfen, falls jemand vom Team krank wird?
  • Wie werden die Schützlinge untergebracht – in Gruppen, zu zweit und gibt es auch Einzelboxen?
  • Welchen Eindruck macht die Hygiene?
  • Wie häufig werden Gassirunden gelaufen, gibt es Auslaufflächen und beschäftigen sich die Betreuer mit den Hunden?
  • Teilt man beim Umgang bzw. bei der Erziehung die gleichen Ansichten?
  • Die Angestellten sollten von sich aus nach der Gesundheit des Hundes fragen, beispielsweise ob Medikamenten benötigt werden, ob es Allergien es gibt und den Impfpass auf Aktualität überprüfen. Falls etwas passiert, soll sich bei leichteren Vorfällen die Pension beim Besitzer melden oder entscheidet das Haus eigenständig über einen Tierarztbesuch? Und welcher Tierarzt nimmt die Behandlung vor?
  • Sind baden und bürsten/kämmen im Preis enthalten? Welche weiteren Leistungen kann man extra buchen?
  • Können das Futter und die Näpfe von zu Hause mitgegeben werden?

Was ist mit Angsthunden?

Die Preisunterschiede bei den Hundepensionen resultieren zum Teil aus den geringeren Personalkosten, wenn die Schützlinge in Gruppen betreut werden. So eine Rudelhaltung kann einen sensiblen Hund schnell überfordern, wenn er bisher das Alleinleben gewohnt war. Zu dem bunten Treiben auf der Auslauffläche kommen noch die Trennung von seinen Menschen, zu wenig Ruhezeiten, die fremde Umgebung und die gemeinsame Fütterung mit den Artgenossen. Als Besitzer kennt man sein Tier ja am besten und wenn der eigene Urlaub finanziert werden kann, sollte auch der daheimbleibende Hund eine Unterkunft nach seinen Bedürfnissen erhalten. Auch wenn eine geeignete Pension etwas teurer kommt, lohnt sich die Investition auf jeden Fall, denn man möchte doch seinen Hund fröhlich und gut erholt abholen. Wer weiß, vielleicht waren auch alle Bedenken umsonst, da der Liebling unter Hundekollegen so richtig aufgeblüht ist!

 

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