Mit dem Hund in den Urlaub

Mit dem Hund in den UrlaubDie schönste Zeit des Jahres ist für viele Familien der gemeinsame Urlaub. Ganz gleich, ob man fährt oder fliegt, ob man sich für Camping, eine Bergtour oder den Badeurlaub im Süden entschieden hat – wenn der Hund mitkommt, gibt es einige Dinge, um die man sich frühzeitig kümmern sollte. Ist alles gut vorbereitet, wird die Reise für Hund und Herrchen unvergesslich schön.

Vor dem Reiseantritt

Nimmt der Familienhund auch am gemeinsamen Urlaub teil, spielen die Befindlichkeiten der Rasse eine wichtige Rolle. Soll die Reise beispielsweise nach Tunesien gehen, tut man dem hitzeempfindlichen Mops bestimmt einen größeren Gefallen, wenn er solange von Familienmitgliedern oder in einem Hundehotel betreut wird. Neuerdings ist auch wechselseitiges Versorgen der Tiere populär, doch bei völlig fremden Personen ist es dringend anzuraten, ausreichende Informationen einzuholen.
Wenn alles im grünen Bereich ist, sollte schon frühzeitig ein Termin beim Tierarzt vereinbart werden, um gegebenenfalls erforderliche Impfungen aufzufrischen und ein aktuelles Gesundheitszeugnis zu beschaffen, womit die Reisetauglichkeit aus medizinischer Sicht als unbedenklich bestätigt wird. Ebenso wichtig ist ein implantierter Mikrochip. Alle Angaben, vor allem die Tollwutimpfung, werden in den blauen EU-Tierpass eingetragen, der gelbe Ausweis gilt nur innerhalb Deutschlands.

 

Daneben sollte man sich über die Einreisebestimmungen als gefährlich gelisteter Rassen erkundigen.
Ins Reisegepäck gehören daneben zwei Näpfe, besonders platzsparend und hygienisch sind zusammenfaltbare Reisenäpfe aus Latex. Zu Hause abgefülltes Leitungswasser oder stilles Wasser mitzunehmen, ist für die Reise von Vorteil, da das Wasser fremder Regionen andere Bakterien enthält, die bei empfindlichen Hunden oder Welpen Durchfall verursachen können. Ein Adressanhänger am Halsband ist hilfreich, wenn der Hund am Urlaubsort abhandenkommt. Für die Urlaubszeit sollte man die Telefonnummer des Hotels aufschreiben. Bei dem ersten Besuch eines Urlaubsziels empfiehlt es sich, eine ausreichende Menge gewohntes Futter für den Hund mitzunehmen. Verbringt man gern die Ferien am gleichen Ort, weiß man, ob vor Ort heimische Futtersorten im Supermarkt, beim Tierarzt oder einem Pet Shop erhältlich sind.
Ein plötzlicher Futterwechsel, das andere Klima und die allgemeine Aufregung können beim Hund Verdauungsstörungen auslösen oder er rührt das fremde Futter nicht an.
Tierfreundliche Hotels nehmen den Gästen viel Vorsorge ab, so stellen sie unter anderem Hundebetten zur Verfügung. Mag der Liebling allerdings nicht auf sein eigenes Bett verzichten, muss zuerst einmal ausreichend großer Koffer vorhanden sein, um es mitzunehmen. Praktisch für kleine Rassen sind weich ausgepolsterte Transporttaschen, die durch seitliche Reißverschlüsse zur Liegefläche ausklappbar sind.

Die Flugreise

Bereits vor Abschluss der Buchung muss der Hund bei der Fluggesellschaft angemeldet werden. Soll er in der Kabine als Handgepäck transportiert werden, ist ein kurzer Anruf hilfreich, da die Bestimmungen der Anbieter unterschiedlich sind. Einige verlangen eine feste Transportbox, andere akzeptieren eine Transporttasche. Die generellen Abmessungen betragen 55cm x 40cm x 20cm, wobei auf kleine Abweichungen hin oft Kulanz gezeigt wird. Das zulässige Gesamtgewicht darf allerdings nicht überschritten werden. Beim Einchecken wird die Tasche mit dem Hund darin zusammen gewogen. Die Gebühren berechnen sich nach Kilos.

Fluggesellschaft, Maße der Flugzeug Hundetasche, Gesamtgewicht Hund + Tasche

    • TUIfly: 55cm breit x 20cm tief x 40cm hoch 6 Kg
    • Air Berlin: 55cm breit x 20cm tief x 40cm hoch 6 Kg
    • Condor: 55cm breit x 20cm tief x 40cm hoch 6 Kg
    • Lufthansa. 55cm breit x 20cm tief x 40cm hoch 8 Kg
    • German Wings: 40cm breit x 25,5cm tief x 40cm hoch 8 Kg
    • Swiss Air: Länge + Breite + Höhe = max. 118 cm 8 Kg

– Angaben ohne Gewähr –

Zumindest beim Start und der Landung wird die geschlossene Tasche mit dem tierischen Passagier darin unter dem Vordersitz verstaut. Taschen oder Boxen für die Kabine müssen geschlossen ausreichend belüftet, bissfest, ausbruchssicher und wasserdicht sein. Größere Hunde benötigen Transportboxen, die im klimatisierten Bereich des Laderaums befördert werden. Spezielle Flugboxen sind im Handel erhältlich, doch eine Nachfrage erübrigt den Kauf, falls die Fluglinie Boxen zur Verfügung stellt. Für Tasche und Box gilt, sie muss so groß sein, dass sich der Hund darin hinstellen und umdrehen kann.


Die tierische Reiseapotheke

Benötigt der Hund Medikamente, so stellt man diese bereits beim Kofferpacken zu den anderen Sachen, um sicherzustellen, dass sie nicht vergessen werden. Für den Fall, das am Urlaubsort Verletzungen oder Gesundheitsprobleme eintreten, sollte in einer Erste-Hilfe-Ausrüstung für alle erdenklichen Fälle Material eingepackt werden. Fertige Sets kann man auch kaufen. Vorgefertigte Erste-Hilfe-Kits unterscheiden sich je nach Hersteller. Bei einigen fehlt etwas, andere beinhalten vielen gleiche Artikel – beim Online-Kauf kann man verschiedene Produkte gut vergleichen und gegebenenfalls ergänzen, beispielsweise mit Instant-Eis-Packs, Selbstklebeverband oder eine Zeckenzange. Verletzte Hunde reagieren oft aus der Angst heraus unberechenbar, sodass ein Soft-Maulkorb den Halter oder fremde Helfer vor Bissen schützt. Sehr wichtig ist ein bebildertes Anleitungsbuch, wie man Verletzungen richtig versorgt. Es gibt nichts Schlimmeres, wenn das Tier verletzt ist, und keiner weis, was zu tun ist. Damit es schnell greifbar ist, verstaut man das Heft am besten im Handgepäck.

Ein bisschen Komfort

Komfort bedeutet dem Haustier sehr viel, genau so wie es sich die menschlichen Urlauber die Reise möglichst angenehm gestalten. Auch einige kleine Spielzeuge oder die Kuscheldecke dürfen im Hundegepäck nicht fehlen. Bei Stress kann man den Hund damit ein wenig ablenken oder einfach aufkommende Langeweile vertreiben. Apropos Stress – es ist gut, schon vorher auszuprobieren, wie man die Angst oder Aufregung des Hundes verringert. Mag er Musik oder möchte er seinen Kauknochen bearbeiten? Beruhigend wirkt auch Frauchens Kleidungsstück in der Box oder noch besser, deren nahe Anwesenheit. Was immer es ist, oft und früh zu üben führt mit der Zeit zu Routine und die Reise wird sich für alle Beteiligten angenehmer gestalten. Zusätzlich können bei sehr sensiblen Tieren Bachblüten helfen.

Angekommen!

Bei allen Aktivitäten am Urlaubsort freut sich der Hund, wenn auch für seine Bedürfnisse genügend Zeit eingeplant ist. Wie wäre es, auf ausgedehnten Wanderungen die tolle Aussicht zu genießen oder Freilichtmuseen zu besuchen? Vielleicht gibt es ja auch eine Freilaufwiese zum Kennenlernen und Kommunizieren mit Artgenossen oder einen Strandabschnitt, wo Hunde erlaubt sind? Bei schlechtem Wetter kann man auch einmal im Hotelzimmer Verstecken spielen und in Maßen toben – wird am Ende dann immer gekuschelt, ist bestimmt nicht nur der Hund glücklich und zufrieden!

 

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