Magyar Vizsla

Magyar VizslaDer Magyar Vizsla kann ein kurzes oder drahthaariges Haarkleid haben, ansonsten sind beide Varietäten gleich. Er bringt neben seiner eleganten Erscheinung viele Talente sowie eine sehr enge Verbundenheit zu seinem Menschen mit, der ihn als Familienmitglied und Gebrauchshund auszeichnen. Dank seines hohen Ansehens hat sein Heimatland Ungarn ihn zum Nationalhund benannt und auf einer Briefmarke gewürdigt.

Die Herkunft des Magyar Vizsla

Die Rasse ist nach den Magyaren benannt, einem asiatischen Nomadenstamm, der sich im 9. und 10. Jahrhundert im Pannonischen Becken, einer fruchtbaren Tiefebene der Karpaten, ansiedelte. Der amtliche Name der Republik lautet demnach Magyarország. Niederschriften aus der Zeit des Königs Adelbert III. von Ungarn (1235 – 1270) beschreiben die Magyaren als Viehzüchter, die sich gleichermaßen erfolgreich der Jagd widmeten. Sie besaßen Hunde, die für unterschiedliche Aufgaben abgerichtet waren: So gab es Hütehunde, Wachhunde, Zughunde und Lagerhunde.Der Vizsla fand als Vogel- und Stöberhund bei der Jagd mit Falken Verwendung, ebenso stellten antike Jäger mit Hundemeuten Wildschweine, Wölfe und Rotwild.
Drei frühe Zeichnungen stammen aus der Wiener illustrierten Chronik von 1357, die Karmelitermönche im Auftrag des König Lajos angefertigten. Sie zeigen Vorläufer der Vizslas bei der Falknerei. Offensichtlich verpaarten die Magyaren den Viszla mit anderen Hunderassen, doch die Ergebnisse fielen wohl nicht wie erhofft aus. Man schließt auf eine nachfolgende Rückzüchtung, denn der Viszla behielt seinen fleischfarbenen Nasenschwamm, bei allen anderen Jagdhunden ist er schwarz. Die Struktur des Haarkleides ähnelt der hellerer russischer Windhunde. Die gelbgoldene Farbe tarnte die Hunde in der Landschaft. Sie entstand zuzeit der Besatzung durch die Osmanen ab 1526 mit der Vermischung einheimischer und mitgeführter türkischer Hunde.


Die Bedeutung des Namens

Die Bevölkerung sieht sich als die Nachfahren der Magyaren, so bedeutet „Magyar“ ungarisch. Richtig ausgesprochen wird die Hunderasse „madjar visla“.
An der Universität Budapest lehrte der deutsche Professor Joseph Budenz (1836 – 1892) altaische und uralische Sprachen. Daneben analysierte er die Herkunft der ungarischen Sprache und begründete die moderne finnisch-ugrische Sprachvergleichsforschung. Er bewertet das Wort „Vizsla“ als einen Ortsnamen aus dem finno-ugrischen Sprach- und Kulturraum. Den alten Wortstamm leitet er vom nordrussischem „Vesenez“ ab. Den Begriff verwendete man im 16. oder 17. Jahrhundert adjektivisch in zusammengesetzten Wörtern, beispielsweise Jagd- (jagender) Hund, Such- (suchender) Hund. In der großen Enzyklopädie von Larousse von 1866 heißt es zu vizsla: „vizsgál – forschen, beschauen“. Ein langbeiniger Jagdhund mit Hängeohren, der durch den Geruch das Wild aufforscht. Die zweite Auslegung ist „forschender Blick“. Die Rasse heißt also „ungarischer Vorstehhund“ und richtig ausgesprochen wird sie „madjar visla“.

Erwähnung in alten Archiven

Vor Erfindung der Feuerwaffen setzten die Jäger Viszlas zum Aufstöbern von Wildvögeln ein. Anschließend stellten Falken die Beute oder man warf Netze über Enten, Fasane und Trappen . Belegt wird diese Jagdtechnik durch den historischen Brief Nr. 203 aus dem Staatsarchiv. Dort bittet 1515 Michael Komlóssy seinen Bruder um einen Viszla für seinen Ritter János Kocsis, der auch ein guter Falkner ist. Im Jahre 1563 bittet János Gyulay den Grafen Batthyány von Körmend um einen „Verlorenbringer“ mit guter Nase, am besten einen Viszla. Diese Begebenheit ist auf Seite 117 des gräflichen Archivs nachzulesen. Ab 1860 stockte der ungarische Adel den Wildbestand mit Fasanen und Dammwild auf, der durch den Bedarf der wachsenden Bevölkerung und den ausgiebigen Jagdsport der Aristokratie stark dezimiert war. Aufgrund der verbesserten Bedingungen ließen sich auch mährische und englische Jagdherren im Land nieder.

Beginn der Zucht

Mit den ausländischen Aristokraten kamen Retriever ins Land, die mit den heimischen Viszlas verpaart wurden. Um 1880 führte Zoltán Hanvay englische Pointer ein, Julius Barczyhaza irische Setter, um den Viszla gezielt zu verfeinern. Alle neu geborenen Welpen registrierte man einem Zuchtbuch , daher sind sie als direkte Vorfahren der Rasse Viszla anzusehen. Die Gründung des ersten Rasseclubs für den Viszla, genannt „Suchen-Vereinigung“, fand 1881 statt. Um die Fähigkeiten der Hunde zu demonstrieren, organisierte der Verein auf der Donau-Insel Monostor 1892 einen Such-Wettbewerb. Eine Kontroverse breitete sich unter der Jägerschaft aus, sodass im Folgejahr die Beteiligung an dem Wettbewerb sehr gering ausfiel. Man war der Meinung, dass beim Jagdeinsatz im Gelände ganz andere Anforderungen auf die Hunde zukommen, als es auf der Insel der Fall war. Infolge dieses Missmutes wählte man für nächste Suche 1886 den Ort Szécsény in der Grafschaft Vas aus. Als Siegerin ging die Hündin „Lind“ vor dem Rüden „Lord of Hansa“ hervor. Beide Tiere hatten englische Besitzer.

Aufruf zur Rettung des reinblütigen Viszlas

Zu viele Kreuzungen und Zuchtexperimente mit fremden Rassen im vergangenen Jahrhundert verwässerten die ursprünglichen Qualitäten des Viszlas, die ihn für die traditionelle Jagd in den Steppen des Karpatenbeckens prädestinierten. Zur Rettung der vom Aussterben bedrohten reinen Viszlas riefen Ende 1916 der Rassen-Registrator Dr. Tibor Thuróczy sowie das Jagdjournal „Nimród“ auf: Sie erinnerten an die Zeiten, als in jedem Herrschaftshaus mindestens ein Magjar Viszla lebte. Die Resonanz auf diesen Aufruf war bei den aktiven Jägern durchweg positiv, denn die inzwischen etablierten deutschen und englischen Jagdhunde hatten sich eindeutig nicht so gut für den jagdlichen Einsatz in den regionalen Verhältnissen bewährt. Béla Kerpely, Herausgeber des Magazins, veröffentlichte eine große Anzahl von Leserkommentaren, die sich allesamt an die Viszlas ihrer Väter und Großväter erinnerten. Der nationale Jägerverband rief daraufhin eine Arbeitsgruppe zur Rettung der Rasse. Ab 1917 suchte die Organisation im ganzen Land Hunde , wie sie auf historischen Abbildungen dargestellt wurden. Daneben erstellte man einen vorläufigen Stammbaum.

Die Kriegsjahre

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges erschwerte das Auffinden authentischer Exemplare enorm, da sich die meisten Jäger im Kriegsdienst befanden. Dennoch gelang es der Organisation, neun Hündinnen und drei Rüden zu finden. Von dieser Zuchtgrundlage stammen alle im Ursprungsland registrierten Viszlas ab. Bei seiner Artikelreihe im Nimród benennt der Lehrer Balázs Ötvös diesen Jagdhund zum ersten Male als „Magyar Vizsla“. Im Mai 1920 gründeten Elemér Petöcz, Dr. Kálmán Polgár und Graf Lászlo Esterházy mit weiteren Gleichgesinnten die Vereinigung ungarischer Magyar Viszla-Züchter. Im Herbst des gleichen Jahres organisierte man in Toponar auf dem Anwesen des Grafen Vilmos Festetics die erste Feldsuche. Die Beteiligung war dermaßen hoch, dass die nachfolgenden Veranstaltungen zwei bis drei Mal jährlich stattfanden, auch eine Vorstellung der Hunde kam nun dazu. Der große Erfolg bescherte dem Verband landesweit eine ständig steigende Mitgliederzahl. Den nächsten Höhepunkt erlebten die Vizsla-Freunde 1924, als der Vizsla „Végvari Betyár“ die mehrfach ausgezeichnete deutsche und englische Konkurrenz bei einem Suchwettbewerb auf die Plätze verwies. Im weiteren Werdegang schlossen sich 1930 die Vizslar-Züchtergemeinschaft und der nationale Hühnerhund-Club zusammen (Hühnerhund ist die alte Bezeichnung für Vorstehhund). Fünf Jahre später fand die Rasse Aufnahme im FCI, wobei eine Ergänzung des ersten Rassestandards von 1920 erfolgte und eine weitere Überarbeitung 1943 folgte. Bis dahin waren rund 5000 Hunde im Land registriert. Bei dieser Popularität entdeckten hochstehende Persönlichkeiten den Magyar Viszla für sich: Papst Pius XII kaufte seine Tiere bereits, als er noch Kardinal war und die italienische Königin Elena erwarb ebenso zwei Exemplare. Der monegassische Fürst Louis II., Vater von Rainier, erwarb 1938 den Sieger der internationalen Riviera-Suche „Vegvári Bokrász“ sowie „Potya von Hévizi“, die Siegerin der Pariser Gebrauchshunde-Ausstellung von 1939.
Nach Kriegsende verhängte Russland den sogenannten Eisernen Vorhang, der die Balkanländer als Teil des Ostblocks von Westeuropa abgrenzte. Viele Bürger verließen daher noch vor Schließung der Grenzen ihre Heimat, so auch der letzte Vorsitzende des Magyar Vizslar-Vereins Jenö Dus. In Verantwortung gegenüber zukünftigen Züchtern fertigte er noch vor seiner Flucht nach Österreich von den Sitzungsprotokollen und dem Zuchtbuch Kopien an und vergrub die Originale an geheimer Stelle.

Erneuter Aufbau der Magyar Vizsla-Zucht

In der Nachkriegszeit nahmen Tierfreunde viele herrenlose Vizslas auf und versuchten, den Bestand zu sichern. Die Identifizierung der Tiere war jedoch nicht möglich, da die Beschreibungen mit zugehörigem Foto allein über den Eintrag im Zuchtbuch nachweisbar waren. 1956 rief Baron Mihály Kende, seinerzeit Mitglied der früheren Zuchtvereinigung, einen neuen Magyar Viszla-Verein ins Leben. Zur Registrierung kamen auch Hunde unbekannter Herkunft mit augenscheinlich sehr guten Merkmalen, die das Aussehen und die Nasenarbeit betrafen. Diese Tiere verpaarte man mit Stammbaumträgern über mindestens zwei Generationen sowie mit anderen „namenlosen“ Vertretern. Konnten alle Welpen eines Wurfes als reinrassig erkannt werden, erfolgte daraufhin der Eintrag von Elterntieren und ihrer Nachkommen ins Zuchtbuch. Mit diesem Auswahlverfahren gelang es den Züchtern, die Rasse Magyar Vizslar erneut aufzubauen.

Der drahthaarige Vizsla

In den 1930er Jahren wünschten sich die Jäger einen Gebrauchshund mit den gleichen Eigenschaften des Kurzhaar-Vizslas, jedoch mit drahthaarigem Fell, das widerstandsfähiger gegen Kälte und Nässe ist. Um diese Idee umzusetzen, bemühte sich als Erster der Vizsla-Züchter József Vasas aus Hejöcsaba, indem er Kontakt mit seinem erfahrenen Kollegen Lázlo Gresznarik, der einen Kennel für Deutsch Drahthaar führte, aufnahm. Dessen Tiere wiesen durch Einkreuzung von Deutsch Kurzhaar eine spezielle Haarstruktur auf. Die ersten Verpaarungen erfolgten mit zwei Kurzhaar-Vizsla-Hündinnen und einem braunen Deutsch Drahthaar-Rüden. Die Würfe erbrachten braune und gelbe Welpen. Im nächsten Schritt verpaarte man zwei gelbe Nachkommen miteinander: Die erste Magyar Vizsla Hündin wurde geboren. Ihre Kopfform ähnelte dem Deutsch Drahthaar, der Körper dem Vizsla, nu ihr Haarkleid war noch nicht so hart und rau wie gewünscht. Im Großen und Ganzen waren die Züchter jedoch zufrieden und der Grundstein der neuen Rasse war gelegt. Vasas bat 1943 den Ungarischen Vizsla-Verband um Unterstützung bei der Weiterentwicklung seiner Arbeit. Nach anfänglichem Zögern sah man seitens des Verbandes die Vorteile für das Jagdwesen, die Arbeitsprüfungen und auch für kommende Ausstellungen. Eine Ahnengalerie wurde für den Drahthaar Vizsla angelegt, um auf dieser Basis den Rassestandard festlegen zu können. Das Zuchtziel bestand demnach in gleichem Erscheinungsbild und gleicher Fellfarbe wie der Kurzhaar Vizsla, bis auf das Rauhaar. Die dritte Generation erbrachte genau diesen Typen. Sein Knochenbau war etwas stärker und das Haarkleid mit 2 – 3 Zentimetern länger und dicker. Bei größerer Verbreitung des drahthaarigen Vizslas wurden offensichtlich auch Irish Setter eingekreuzt. 1965 erkannte der FCI den Magyar Vizsla Drahthaar unter der Nummer 239 als eigenständige Rasse an. Beide Varietäten werden aufgrund ihrer Ähnlichkeit unter dem Oberbegriff Magyar Vizsla geführt.

Wesen und Charakter des Magyar Vizsla

Der Magyar Vizsla ist sehr menschenbezogen und anhänglich, er möchte gefallen. Die Rasse ist ziemlich sensibel und das Alleinsein erträgt sie ebenfalls sehr schwer. In einer Zwingerhaltung verkümmert der Vizsla genauso, als wenn er den ganzen Tag gelangweilt auf dem Sofa liegt. Die Wohnungshaltung sollte daher gut überlegt werden, da so ein Hund mehr braucht, als eine kurze Gassirunde um den Block oder neben dem Rad herzutraben. Dieser intelligente, selbstsichere Jagdhund will mit dem Kopf und der Nase arbeiten, das heißt, Hundehalter, die keine Berufsjäger sind, sollten vor der Anschaffung überlegen, ob sie wirklich den größten Teil ihrer Freizeit mit ihrem Vizla im Gelände verbringen können oder möchten. Stöbern, apportieren, Wasserarbeit ist sein Metier. Dazu ist er sehr ausdauernd, schnell und ein sehr guter Schweißhund, der beim Freilauf riesige Kreise zieht. Seine Fähigkeiten entfaltet der Magyar Vizsla im Hundesportverein bei Agility und Mantrailing ebenso wie bei der Ausbildung als Rettungshund. Ideal wäre ein Haus mit großem Garten, wo der Vizsla sich frei bewegen kann. Im Kreise seiner Familie fühlt er sich wohl. Sein ausgeglichenes, gehorsames Wesen macht ihn zum Spielkameraden der Kinder, anderen Hunden gegenüber nähert er sich ohne Aggressivität und als aufmerksamer Wachhund meldet er jede Person mit viel Gebell an. Die Erziehung dürfte ohne Schwierigkeiten verlaufen, wenn auf grobe Behandlung verzichtet wird. Wer mehr über die Haltung und Erhiehung des Magyar Vizla erfahren möchte, findet beispielsweise bei Amazon eine Menge Fachbücher, wahlweise als gebundene Ausgabe oder mit einem Klick auf den Kindle Banner als E-book. Mit einer Prime-Mitgliedschaft werden die Artikel kostenfrei bereits am nächsten Tag geliefert.

Körperbau und Haarkleid

Der mäßig breite, leicht gewölbte Kopf weist eine schwach ausgeprägte Stirnfurche und einen mäßigen Stopp auf. Die Ohren sind weiter hinten mittelhoch angesetzt. Feine Ohrlappen in abgeflachter V-Form liegen eng an den Wangen. Über den ovalen, braunen Augen liegen mäßig entwickelte Augenbrauenbögen. Kräftige Backen gehen über in den muskulösen, stumpfen Fang, dessen Lefzen straff anliegen. Der gerade Nasenrücken endet in einem breiten Nasenschwamm in angepasster brauner Pigmentierung sowie möglichst weiten Nasenlöchern. Kraftvolle Kiefer sind mit vollständigem Scherengebiss bestückt. Ein mittellanger, leicht gewölbter Hals mit straff anliegender Haut und muskulösem Nacken geht ausgewogen proportioniert über in den ausgeprägten Widerrist. Die breite und tiefe, leicht gewölbte Brust sollte ein möglichst weit nach hinten reichendes Brustbein sowie mäßig gewölbten Rippen aufweisen. Die Rückenlinie verläuft gerade zu den kurzen Lenden und der leicht abfallenden Kruppe. Die untere Profillinie ist straff und in elegantem Bogen leicht aufgezogen. Bis zum Sprunggelenk reicht die etwas tiefer angesetzte Rute. Sie wird leicht säbelförmig gebogen oder gerade getragen und bei Aktivität höchstens bis zur Waagrechten erhoben.wird In Ländern, wo es für den jagdlichen Einsatz erlaubt ist, wird die Rute um ein Viertel kupiert. Die Vorderläufe sollen lange, gut bemuskelte Ober- und Unterarme aufweisen, die von vorn gesehen parallel zueinanderstehen. Ebenso gerade, muskulös und gut gewinkelt ist die Hinterhand. An den leicht ovalen Vorder- und Hinterpfoten befinden sich eng aneinanderliegende Zehen mit braunen Krallen. Gut aufgerichtet steht der Magyar Vizsla auf widerstandsfähigen, schiefergrauen Ballen. Sein typischer Gang ist ein raumgreifender, schwungvoll-leichtfüßiger Trab, während der Feldsuche wechselt er zu ausdauerndem Galopp. Das Haarkleid des Kurzhaar Vizslas ist hart, dicht und kurz, an der Unterseite der Rute darf es etwas länger sein. Unterwolle fehlt, die Haarstruktur an den Ohren und am Kopf ist seidiger. Einheitliches Semmelgelb in verschiedenen Abstufungen ist die erwünschte Farbe, der Behang fällt etwas dunkler aus. Eine Blesse auf der Brust oder an der Kehle bis maximal 5 cm Durchmesser sowie weiße Zehen werden akzeptiert. Augenlieder und Lefzen entsprechen in der Pigmentierung dem Nasenschwamm.
Das Fell des Drahthaar Vizslas ist ebenfalls einheitlich semmelgelb in verschiedenen Abstufungen. Das anliegende 2 – 3 cm lange, dichte Deckhaar ist glanzlos und dichte, wasserabweisende Unterwolle isoliert den Vizsla zuverlässig vor Wettereinflüssen und schützt vor Verletzungen. Die Körperform soll durch das üppigere Haarkleid gut erkennbar bleiben. Etwas weicher, kürzer und dünner fällt das Haarkleid an den unteren Teilen der Läufe sowie an der Unterseite der Brust und des Bauches aus. An beiden Seiten des Halses bildet das Haarkleid V-förmige Bürsten. Der Kopf und die Ohren sollen dunkler und kürzer behaart sein, das Haarkleid darf jedoch nicht zu dicht und weich ausfallen. Der Stopp wird durch die betonten Augenbrauen verdeutlicht. Ein möglichst harter, 2 – 3 cm langer Bart an beiden Seiten des Fangs und die buschigen Augenbrauen vermitteln den energischen Gesichtsausdruck des drahthaarigen Vizslas.

Die Gesundheit

Beide Arten des Magyar Vizsla besitzen eine robuste Gesundheit. Wie bei anderen großen Rassen kann besonders in höherem Alter Hüftgelenkdysplasie auftreten, ansonsten ist wenig bekannt über rassetypische Erkrankungen. Einzig beim Drahthaar Vizsla sollte auf die Ohren geachtet werden. In dem dichten Bewuchs am Gehöreingang können sich Milben ansiedeln oder andere Entzündungen in dem feuchtwarmen Milieu einen guten Nährboden finden. Daher ist es empfehlenswert, im Hundesalon oder selbst regelmäßig die Haare im Ohreingang auszuzupfen und den äußeren Bereich der Ohrmuschel regelmäßig zu reinigen. Nach jedem Spaziergang sollte man die Hängeohren auf Fremdkörper, Grannen oder Zecken kontrollieren.

 

Der Magyar Vizsla Kurzhaar im Überblick
    • Herkunft: Ungarn
    • FCI Standard Nr. 57, Gruppe 7 Vorstehhunde, Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde 1.1 Typ Braque
    • Alternative Namen: Rövidszoru magyar vizsla, kurzhaariger Magyar Vizsla
    • Widerristhöhe: Rüde 58 cm – 64 cm, Hündin 54 cm – 60 cm
    • Haarkleid: dicht, derb, hart ohne Unterwolle
    • Fellfarbe: Nuancen von semmelgelb. Ein weißes Abzeichen an Brust oder Kehle sowie den Zehen ist erlaubt.
    • Augen: mittelgroß, oval, braune Farbe.
    • Ohren: anliegende Hängeohren, feines Leder. Behang länger als beim Drahthaar.
    • Körperbau Kurzhaar: länger als hoch, trockene Muskulatur, leichter Knochenbau
    • Einsatz: Jagdgebrauchshund, Rettungshund, Hundeleistungssport, Familienhund
    • Charakter: freundlich, ausgeglichen, leicht erziehbar, sensibel
    • Gesundheitsrisiken: Hüftgelenkdysplasie (HD)
    • Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre
Der Magyar Vizsla Drahthaar im Überblick
    • Herkunft: Ungarn
    • FCI Standard Nr. 239 , Gruppe 7 Vorstehhunde, Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde 1.1 Typ Braque
    • Alternative Namen: Drahthaar Vizsla, Drahthaariger Ungarischer Vorstehhund, Drótszoru magyar vizsla
    • Widerristhöhe: Rüde 58 cm – 64 cm, Hündin 54 cm – 60 cm
    • Haarkleid: 2 cm – 3 cm lang, hart, drahtig mit wasserabweisender Unterwolle
    • Fellfarbe: Nuancen von semmelgelb. Ein weißes Abzeichen an Brust oder Kehle sowie den Zehen ist erlaubt.
    • Augen: mittelgroß, oval, braune Farbe.
    • Ohren: anliegende Hängeohren, feines Leder. Etwas kürzerer Behang als beim Kurzhaar.
    • Körperbau: länger als hoch, trockene Muskulatur, robuster als der Kurzhaar Vizsla
    • Einsatz: Jagdgebrauchshund, Rettungshund, Hundeleistungssport, Familienhund
    • Charakter: freundlich, ausgeglichen, leicht erziehbar, sensibel
    • Gesundheitsrisiken: Hüftgelenkdysplasie (HD), Ohrenentzündung
    • Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre

 

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