Deutscher Jagdterrier

Deutscher JagdterrierDer Deutsche Jagdterrier wurde gezüchtet, um eine deutsche Jagdhunderasse zu erhalten, die dem englischen Foxterrier in jeglicher Hinsicht überlegen ist. Aufgrund dessen ist der Deutsche Jagdterrier ein zuverlässiger und mutiger Jagdgebrauchshund. Als Familienhund ist er demnach vollkommen ungeeignet. Der Deutsche Jagdterrier gehört nur in erfahrene Hände und benötigt eine entsprechende Jagdhundeausbildung.

Die Geschichte des Deutschen Jagdterriers

Nachdem sich einige Angehörige eines Foxterrier-Clubs kurz nach dem Ersten Weltkrieg abwandten, sollte die Geschichte des Deutschen Jagdterriers beginnen. Rudolf Frieß, Walter Zangenberg und Carl-Erich Grünewald wollten einen eigenen Jagdterrier züchten, der alle bisherigen Jagdterrier-Rassen in den Schatten stellt. Das Zuchtziel war ein fleißiger, robuster und wasserliebender Jagdbegleithund.

Als Ursprung gelten vier schwarz-rote Terrier, die das Trio wohl von dem damaligen Zoodirektor des Hagenbeker Tierparkes Lutz Heck erhielt.
Der Deutsche Jagdterrier entstand anschließend aus gezielten Verpaarungen dieser vier Terrier mit verschiedenen urtümlichen Terrier-Rassen. Außerordentlich mutig, stressresistent und mit gutem Spurlaut – so präsentiert sich der Deutsche Jagdhund in seiner heutigen Zuchtlinie. 1926 entstand der erste Rasseclub für den Deutschen Jagdterrier in Deutschland. Es dauerte jedoch bis 1968 bis der Deutsche Jagdterrier auch vom FCI als offizielle Rasse anerkannt wurde.

Körperbau und Haarkleid

Der Deutsche Jagdterrier ist kompakt gebaut, hat dabei dennoch ein ausgewogenes Aussehen. Die Haut liegt straff am Körper an und bildet keinerlei Falten. Das Fell ist sehr kurz, enganliegend und glänzt. Das Deckhaar ist eine Mischung als glattem Haar und Rauhaar. Die Unterwolle ist kurz und nicht übermäßig stark ausgeprägt. Die typische Färbung ist schwarz mit loh-farbenen Abzeichen an Brust, Gliedmaßen und im Gesicht.
Ursprünglich wurde die Rute zu einem Drittel kupiert, was heutzutage natürlich nicht mehr erlaubt ist. Der Deutsche Jagdterrier hat eine gut ausgeprägte Muskulatur ohne massig zu wirken. Der Körperbau ist entsprechend ausbalanciert, sodass der Hund auf der Jagd ideal zum Einsatz kommen kann.
Besonders ist, dass die Augen etwas nach innen gesetzt sind, um die im Unterholz vor Verletzungen zu schützen. Auch das Gebiss ist besonders: So hat der Deutsche Jagdterrier, wie alle Hunde, 42 Zähne, allerdings sind diese im Verhältnis zur Körpergröße recht groß. In Kombination mit den starken Kiefermuskeln kann der Deutsche Jagdterrier die Beute packen und festhalten.

Der Charakter des Deutschen Jagdterriers

Der Deutsche Jagdterrier ist ein Jagdhund durch und durch. Daher gehört er nur in erfahrene Hände, benötigt eine entsprechende Ausbildung und konsequente Erziehung. Dennoch darf die Beziehungsarbeit nicht zu kurz kommen, denn Deutsche Jagdterrier sind äußerst freiheitsliebende Hunde. Nicht selten kommt es vor, dass sie von Zuhause weglaufen und nie wieder kommen. Der Deutsche Rasseclub dieser Hunderasse führt eine erschreckend lange Vermissten-Liste. Mit einer intensiven Beziehung zwischen Hund und Mensch, die von gegenseitigem Respekt und Verständnis für die besonderen Bedürfnisse dieser Hunderasse geprägt ist, zeigt sich der Deutsche Jagdterrier dennoch als loyaler und zuverlässiger Begleiter. Trotz seiner jagdlichen Präferenzen benötigt dieser Terrier engen Familienanschluss. Für die Zwingerhaltung ist er nicht geeignet – hierbei würde sein wunderbares Wesen verkümmern. Mit Kindern kommt er problemlos zurecht, dennoch ist er kein Kuscheltier. Der Deutsche Jagdterrier benötigt seinen eigenen Platz in der Familie, ein Mitläufer ist er in jedem Fall nicht.


Die Gesundheit

Beim Deutschen Jagdterrier sind keinerlei rassespezifischen Erkrankungen bekannt. Dies liegt unter anderem daran, dass der Deutsche Jagdterrier in der Regel nur zur Jagd gezüchtet wird. Die Zuchtlinien sind klein und selten – so wurde diese Hunderasse bisher nicht „überzüchtet“, wie es leider mit vielen „Mode-Hunderassen“ in den letzten Jahrzehnten passierte. Das Einzige, auf das geachtet werden sollte ist, dass der Welpe nicht zu schnell wächst, damit sich starke und kompakte Knochen ausbilden können. Bei eher kleinen Hunderassen muss darauf eher seltener geachtet werden, dies ist meist ein Thema der großen Hunderassen. Doch um die Robustheit und Widerstandsfähigkeit sowie Belastbarkeit des Hundes auf der Jagd sicherzustellen, ist eine gute körperliche Verfassung essenziell. Daher kommt der Ernährung des Welpen bei dieser Hunderasse eine ganz besondere Bedeutung zu.
 

Der Deutsche Jagdterrier im Überblick
    • Herkunft: Deutschland
    • FCI Rasse-Standard: Nr. 103, Gruppe 3, Sektion 1: Hochläufige Terrier
    • Größe: klein
    • Widerristhöhe: 33 – 40cm
    • Gewicht: 7 – 10kg
    • Fellfarbe: Schwarz und loh
    • Augenfarbe: hellbraun
    • Einsatz: Jagdhund
    • Charakter: durchsetzungsstark, tapfer, anpassungsfähig, mutig
    • Gesundheitsrisiken: keine rassetypischen Erkrankungen
    • Lebenserwartung: durchschnittlich 14 Jahre

 

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