Blaualgen – die unbekannte Gefahr

BlaualgenBlaualgen oder Cyanobakterien sind in jeder Saison für das qualvolle Sterben hunderter Haustiere und Vieh verantwortlich. Wissenschaftler warnen schon lange vor der Verschlimmerung des Problems, wenn sich die Erde immer weiter erwärmt. Auch wenn Hunde gern schwimmen, dürfen sie keinesfalls in Kontakt mit Wasser kommen, wo diese Bakterien sichtbar vorhanden sind. Diese Info bitte auch anderen Hundehaltern weitergeben, es kann Hunden das Leben retten.

Ungeklärte Todesfälle

Wahrscheinlich sind an den Blaualgen weit mehr Tiere verendet, als der Anzahl nach gemeldet wurden. Aufgrund des Auftretens unterschiedlichster Symptome, die durch zahlreiche andere Faktoren verursacht werden können, glauben viele Hundehalter an eine andere Ursache als eine Infektion mit besagten Bakterien.
Die meisten Besitzer würden nie vermuten, dass die plötzliche Krankheit und der Tod ihrer Hunde mit den Spaziergängen an einem See zusammenhängen, den sie zuvor dutzende Male ohne Auffälligkeiten besucht hatten.
Die tödlichen Organismen findet man in allen möglichen Gewässern, doch vor allem in warmen, flachen, ruhigen Bereichen von Seen, Teichen, Bächen und großen Pfützen, die für lange Dauer Sonnenlicht ausgesetzt sind (auch aus diesem Grunde ist das Betreten von Wasserschutzgebieten mit Rückhaltebecken verboten). Beispielhaft für diese Gefahr steht das Steinhuder Meer bei Hannover, wo in jedem Jahr über Hunde berichtet wird, deren Kontakt mit den Blaualgen tödlich verlaufen ist. Obwohl dieses Problem vorwiegend in den heißeren Sommermonaten auftritt, können die Algen weiterhin in vielen weiteren Bereichen existieren. Die übermäßige Vermehrung der Bakterien (Blüte) läuft am Tage über Photosynthese, nachts mittels Stickstoffoxidierung. Senken länger anhaltende Trockenperioden den Wasserspiegel und damit auch die Luftzirkulation, treiben die Organismen nach dem Absterben in langen, blaugrünen Fäden an die Oberfläche.

Kontakt vermeiden

Manche Vierbeiner werden von dem Geruch des Algen-Schaums angezogen, da es ähnliches Aroma wie Kauartikel mit Spirulina verströmt. Das Trinken dieses Wassers kann schnell zu einer Vergiftung führen. Es ist ratsam, das Schwimmen und nicht einmal das Waten durch kontaminiertes Wasser zu erlauben. Besser leint man seinen Hund im Ufergebiet an. Wenn es doch passiert ist, soll man darauf achten, dass der Hund Fell und Pfoten nicht ableckt. Unmittelbar nach jedem Kontakt mit dem bakterienverseuchten Wasser sollte der Vierbeiner gebadet werden. Vorsichtige Menschen können sich bei Verdacht auf diese gefährliche Verunreinigung beim Baden ihrer Hunde mit Gummihandschuhen schützen.

Auch Katzen, Pferde, Vögel und Kühe können von den Blaualgen Schäden davontragen. Haustierbesitzer sollten auf diese Symptome achten:

  • Lethargie, Schwäche, blasse Schleimhäute
  • Orientierungslosigkeit, übermäßiger Speichelfluss und Tränenproduktion
  • Muskelzittern, Muskelstarre, Lähmungen, Krampfanfälle
  • Atemnot, Erbrechen, blutiger oder schwarzer Durchfall
  • Gelbsucht, Schock, Bewusstlosigkeit

Die Ursachen der Algenpest

Blaualgen produzieren verschiedene Gifte. Cyanobakterien vermehren sich ebenso durch das Zutun rücksichtsloser Menschen, die Abwasser und andere Schadstoffe, einschließlich Gartenabfälle wie Rasenschnitt auf unerlaubte Art entsorgen. Einen erheblichen Beitrag zur Umweltbelastung leistet ebeno die Landwirtschaft, um mit Düngern wie Stickstoff und Phosphor ihre Erträge zu steigern – dabei kommen die Chemikalien in den Wasserkreislauf. Hobbyanglern wird dringend geraten, den Fang aus kontaminiertem Wasser nicht zu verzehren oder an ihre Katzen und Hunde zu verfüttern. Schwimmen, bzw. Wassersport kann in der Nähe von Schaumbergen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Obwohl in einem betroffenen See das Baden möglicherweise nicht verboten ist, wäre es doch den meisten Menschen wahrscheinlich sowieso zu eklig, da hineinzugehen und muten es ihrem Hund daher auch nicht zu.

So erkennen Sie Blaualgen

Die Bakterien bilden undurchsichtige Schlieren im Wasser, wolkenartige Gebilde oder einen geschlossener Algenteppich: Das Wasser „blüht“. Oftmals denken Passanten, die grünlich bis bläulichen Wassereintrübungen entstehen durch Pollen, eingeleitete Chemikalien oder Farbstoffe, die sich vor allem durch Wind in Ufereinbuchtungen zusammengetrieben werden. Das Gesundheitsamt kontrolliert vor allem Badeseen regelmäßig auf Blaualgen, und sind sie tatsächlich vorhanden, werden Badeverbots-Schilder aufgestellt. Sehen Sie Algenschlieren oder ein Schild, sollten Sie zur Sicherheit Ihren Hund nicht ins Wasser lassen.

 

Bild: © Depositphotos.com / sangriana