Der Unterschied zwischen Bio- und Naturfutter

Bio- und NaturfutterNatur und Bio – Wahrscheinlich hat jeder schon einmal diese Begriffe gehört oder auf einer Verpackung gelesen, wenn es um Tierfutter oder menschliche Nahrung geht. Doch was bedeuteten dieses Prädikate eigentlich? Ist natürliche Tiernahrung und Bio-Tiernahrung nicht das Gleiche?


Was darf Naturfutter enthalten?

Gemäß gesetzlichen Bestimmungen der Futtermittelverordnung darf die Bezeichnung „Natur“ nur für ein Futtermittel oder eine Zutat, die ausschließlich pflanzlichen, tierischen oder aus weiteren natürlichen Quellen stammt, verwendet werden. Das Produkt kann in unverändertem Zustand oder weiterverarbeitet sein. Die Verwendung kann beispielsweise durch Kochen, Extrahierung, Hydrolyse, Fermentation oder als Enzym erfolgen.
Auf chemische oder synthetische Stoffe so weit wie möglich verzichtet. Auch für die Hersteller von Tierfutter gilt es Richtlinien zu befolgen. Das Regelwerk soll sicherstellen, dass der Begriff „Natur“ nur angewendet wird, wenn alle Zutaten und Komponenten der gesetzlichen Definition entsprechen. So darf der Begriff „natürlich“ nicht deklariert werden, wenn chemisch synthetisierte Zutaten enthalten sind ( in einigen Produkten wurden beispielsweise Propylenglykol und das Antioxidationsmittel Butylhydroxyanisol gefunden). Den Verbraucher wohl bekannt sind die vielen zugelassenen Zusatzstoffe, die mit „E“und einer Nummer codiert sind. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen einem Naturprodukt synthetische Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt werden, Nahrungsergänzungsmittel sind davon allerdings ausgenommen.


Qualitätsanforderungen an Biofutter

Die Begriffe Natur-und Bio werden häufig austauschbar verwendet. Es gibt allerdings viele erkennbare Unterschiede zwischen Natur- und Bio-Tiernahrung.
Bio-Tiernahrung muss die strengeren Richtlinien der EG-Öko-Verordnung erfüllen. Staatlich zugelassene, privaten Kontrollstellen sollen zudem sicherzustellen, dass keine künstlichen Zutaten verwendet wurden: Bei der Herstellung von Bio-Tiernahrung sind synthetische Düngemittel und Pestizide, mineralische Düngemittel wie Klärschlamm, genetisch veränderte Organismen, Wachstumshormone, Bestrahlung, Antibiotika und künstliche Zutaten verboten. Die Produktion von Bio-Tiernahrung verläuft transparent. Über die gesamte Produktionskette führt der Hersteller genau Buch, damit das Produkt in allen Punkten zurückverfolgbar ist. So sollten alle Komponenten aus regionalem Anbau stammen, um sich mit möglichst geschlossenem betrieblichen Nährstoffkreislauf als „natürlich“ zu qualifizieren. Das heißt: artgerechte Tierhaltung, ökologische Landwirtschaft sowie Nährstoff – und Futtergrundlage aus dem eigenen Betrieb. Auf der Verpackung wird das Futter mit der ÖKO-Kontroll-Nr. und dem Biosiegel für Heimtierfutter zertifiziert.

Was bedeutet „Holistic“?

Einige Hersteller führen bei ihren Premiummarken den Namenszusatz „Holistic„. Der Begriff soll ein ganzheitliches und ausgewogenes Ernährungskonzept kennzeichnen. Holistisches Futter enthält einen höheren Fleischanteil, verschiedene Gemüse- und Obstsorten und kein Getreide. Im Gegensatz zu normalem Fertigfutter werden bei holistischer Nahrung bei der Produktion keine Zusatzstoffe wie Vitamine und Mineralien hinzugefügt. Holistisches Futter empfindet die Zusammensetzung der ursprünglichen Ernährung in der freien Natur nach.

Das Etikett richtig lesen

Auf der Suche nach einem Natur-Futter sticht als erstes der Hinweis auf dem Label ins Auge. Die Bezeichnung „natürlich“ bedeutet lediglich eine schonende, minimale Verarbeitung der Inhaltsstoffe, die aus einer natürlichen Umgebung stammen. Das Produkt kann Getreide, Gluten und Soja enthalten. Bei Bio-Futter gibt es ebenfalls feine Unterschiede, die erst bei genauerem Hinschauen ersichtlich werden. Die Angabe „100% Bio“ garantiert, dass keine synthetischen Zutaten oder andere unerwünschte Inhaltsstoffe verarbeitet wurden. Anders sieht es beim Prädikat „Bio“ aus: Hier sind 95% Bio-Anteil enthalten oder das Produkt wurde nach einer bestimmten Bio-Zutatenliste hergestellt, wobei die restlichen 5% nicht dem Bio-Standard entsprechen. Dann findet man noch Futtermarken „mit Bio hergestellt“, die zu 70% biologische Zutaten enthalten.

Schrittweise Futterumstellung

Die Ernährung mit hochwertigem Futter ist ein wesentlicher Faktor zu einem langen und gesunden Hundeleben. Von dem höheren Verkaufspreis sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn eiweißreiche Nahrung wird leichter verdaut und hält daher das Tier viel länger satt. Infolge wird weniger Futter benötigt, somit fallen die Kosten unter dem Strich geringer aus. Das Verdauungsschläfchen fällt kürzer aus und ein aufgeblähter Bauch entsteht erst gar nicht: Kurz gesagt, der Hund ist fit. Ein weiterer positiver Effekt ist die deutlich reduzierte Kotmenge, da weniger unverdauliche Stoffe übrig bleiben. Ebenso tritt der typische Geruch, der durch Methangase entsteht, nur bei Ernährung mit minderwertigem Futter auf. Der beste Weg zur Futterumstellung ist die schrittweise Erhöhung der Menge über 7 – 10 Tage. Durch das Mischen mit der bisherigen Kost kann sich der Hund langsam an die neue Kost gewöhnen. Der Halter kennt sein Tier am besten wählt möglichst ein Produkt aus, dass den Vorlieben des Hundes entgegenkommt (bei Dosenfutter beispielsweise Stücke in Soße oder fein zerkleinerte Konsistenz). Die Akzeptanz steigt bei langsamem Übergang und auch die Verdauung kann sich in Ruhe umstellen. Da das neue Futter konzentrierter ist, ergeben sich eventuell andere Fütterungsmengen. Generelle Empfehlungen dazu sind auf dem Etikett vermerkt, jedoch sollte bei jedem Hund das Alter, die Aktivität und der gesundheitliche Status berücksichtigt und im Zweifel immer der Rat des Veterinärs hinzugezogen werden.

 

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