Wenn Hunde-Eltern zu Hunde-Eltern mit Kind werden

Wenn Hunde-Eltern ein Kind bekommenWenn sich Nachwuchs anmeldet, stellt sich vielen Paaren die Frage, wie es wohl abläuft, wenn aus Hunde-Eltern bald Hunde-Eltern mit einem Baby werden. Die Übergangszeit bringt viele neue Situationen, aber sagen wir einmal, nach einem halben Jahr hat sich bei den meisten Familien das Zusammenleben eingespielt.

Es bringt unbestritten sehr viele Vorteile mit sich, wenn Kinder zusammen mit einem Haustier aufwachsen – doch es ist genau so spannend, wie der Hund mit dem neuen Zuwachs umgehen wird. Ist der Vierbeiner schon immer als Familienmitglied integriert, so wird er gewiss das Baby akzeptieren oder sogar auf seine Art lieben. In unserem Beitrag sprechen wir die häufigsten Gedanken an, die schon lange vor der Gründung einer Familie auftreten. Hauptsächlich fragen zukünftige Eltern um Rat, auf was man als Tierhalter besonders achten sollte. Dabei greifen junge Familien von allen Seiten hilfreiche Tipps auf, wie sie sich vorbereiten können, wenn beispielsweise der Umzug in eine größere Wohnung oder ein kleines Eigenheim ansteht und wie man das neue Familienmitglied mit dem schon lange Zeit anwesenden Hund zusammenbringt. Nicht von ungefähr verzeichnen Onlineplattformen wie Amazon so viele Aufrufe bei Babyratgebern, da frischgebackene Eltern die erste Zeit möglichst gelassen erleben möchten.

1. Integration

Es ist wichtig für den Hund zu wissen, dass Zuwachs erwartet wird, bevor das Neugeborene zum ersten Mal nach Hause kommt. Man kann dazu ein getragenes Babymützchen aus der Klinik mitnehmen, sodass der Hund ausgiebig den Duft kennenlernen kann. Auf diese Weise, wenn er das kleine Baby zum ersten Mal sieht, erkennt er zumindest an dem vertrauten Geruch seinen neuen kleinen Bruder oder die kleine Schwester.


2. Zeitmanagement für den Hund

Als nächstes ist es wichtig, dass in den ersten Wochen mit dem Neugeborenen der tierische Hausgenosse nicht „vergessen“ wird.

Einige mögen sagen, das würde nie passieren, da ihre Verbindung mit ihrem Hund sehr innig ist … aber die Erfahrung zeigt, wenn die frischgebackenen Mütter und Väter nachts nicht schlafen konnten und dieses unglaubliche Leben das ganze Haus erfüllt, wird eine Tendenz wachsen, alle bisherigen Routinen über den Haufen zu werfen. Um dem entgegenzuwirken, sollte man stets darauf achten, den Hund bei möglichst vielen Aktionen mit dem Baby zu „beteiligen“: So darf er beim Fläschchen an der Seite sitzen und dabei sein, wenn Besuch kommt. Er sollte nahe bei uns sein, damit er sicher erkennt, dass das Baby etwas Positives in sein Leben bringt und nicht jemand ist, der seinen Platz einnimmt.


3. Sabbern

Es lässt sich nicht stoppen und man kann man nur hoffen, dass man den Überblick behält.
Nicht nur, dass sich der Speichelfluss eines Hundes im ganzen Wohnbereich verbreitet, ab jetzt hat man es mit einem Baby zu tun, dass das gleiche tut! Spucken, sabbern, etc … da kommt eine Menge Arbeit auf, doch eine frischgebackene Mutter soll versuchen, sich nicht selbst zu überfordern und den ganzen Tag mit Desinfektionsmitteln und Gummihandschuhen herumlaufen …

4. Der geänderte Tagesablauf

Seitdem das Baby auf der Welt ist, hat sich auch die Routine für den Hund geändert. Statt hartnäckig zu versuchen, den ursprünglichen Alltag beizubehalten, ist es besser, den Zeitplan für den Tagesablauf so anzupassen, dass er für Baby und Hund funktioniert. Alles, was der Hund merken soll, ist, dass er genau so viel Zuneigung und Pflege bekommt wie früher – dann wird der Vierbeiner letztendlich keinen Unterschied erkennen. Wenn das Baby heimkommt, sind auf Dauer in vielen Bereichen Anpassungen einfach nötig.

5. Babys Fütterung Zeit

Hundebesitzer sollten Ihrem Vierbeiner beibringen, dass diese Nahrung nicht für ihn ist. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, denn der Hund will natürlich bei allem, was mit dem Baby zu tun hat, mit einbezogen werden – und dazu gehört auch die Fütterungszeit. Wenn es Zeit für die Flasche wird, darf der Hund darum schön hoch auf einem Stuhl sitzen. Es mag nicht viel erscheinen, aber dem Hund ist so schnell klar, dass er alles beobachten kann, was da passiert, aber dabei eine gewisse Distanz beibehalten wird. Seine Neugier wird gestillt und was da in der Flasche ist, hat schnell seinen Reiz verloren.

6. Spielzeit im Familienzimmer: Grenzen setzen

Wenn das Baby auf seiner Krabbeldecke ist, sollte ein Elternteil immer direkt dabei bleiben, da der Hund versuchen wird, mitzumachen. Die Decke selbst ist tabu fürs Tier, nur der umliegende Bereich ist sein Spielfeld. Sobald er diese Grenze verstanden hat, legt sich der Hund hin oder setzt sich, um dem Baby mit seinem Spielzeug zuzuschauen. Er entdeckt die Spielzeit als eine schöne Gelegenheit, Aufmerksamkeit von Frauchen oder Herrchen zu bekommen und genießt es, auch in dieser Situation einfach nur dabei zu sein.

7. Gassirunden mit dem Kinderwagen

Wenn es möglich ist, die gewohnten Gassizeiten beizubehalten, wird das dem Hund sehr entgegenkommen. Ideal ist ein Spaziergang mit zwei Personen, wobei einer den Kinderwagen schiebt und der andere die Hundeleine übernimmt. Je nach Naturell will so mancher Hund beim Laufen immer „der Erste sein“, doch manche entdecken Spaß daran, vor einem Buggy her zu traben oder ihn seitlich zu eskortieren und dabei mit dem Baby zu kommunizieren. Kann nur eine Person spazieren gehen, empfiehlt es sich, dass der Hund sein großes Geschäft bereits vor einem längeren Spaziergang erledigt. Wenn man keine Hinterlassenschaften einsammeln und entsorgen muss, geht man von der Hygiene her so auf Nummer sicher.

8. Autofahrten

Viele Hunde lieben nichts mehr als Autofahrten. Um diese Tradition am Leben zu erhalten, kann man versuchen, den Vierbeiner auf kurzen Erledigungen mitzunehmen, wie zur Post oder zum Tanken fahren, während das andere Elternteil zu Hause beim Baby bleibt. Auf diese Weise hat der Hund ein kleines Erlebnis und es erübrigen sich Sicherheitsfragen bezüglich der Fahrt, wenn Hund und Kind zusammen im Wagen sind. Wenn der Nachwuchs älter wird und im Kindersitz mitfährt, könnte man einen geräumigen Wagen anschaffen, dessen hinterer Bereich mit einem Schutzgitter abgetrennt werden kann.

9. Urlaub fürs Haustier

Irgendwann kommt ein Gefühl auf, das man einmal Zeit für sich selbst braucht. Ohne das Baby, einfach einmal alleine mit dem Hund etwas zu unternehmen ist auch einmal nötig. Oder anders herum, ein Wochenende mit Baby aber ohne den Hund ausspannen tut allen genau so gut: Wie wäre es, dem Hund einen Urlaub zu spendieren: Für diesen Fall erklären sich bestimmt die Eltern oder Freunde bereit, den Vierbeiner einige Stunden oder einen Tag zu betreuen und sich richtig viel Zeit zum Spielen und Verwöhnen zu nehmen – idealerweise lebt in dem tierischen Feriendomizil ebenfalls ein Hund!

10. Den Hund lieben

Obwohl in der ersten Zeit frischgebackene Eltern mit den zahlreichen neuen Aufgaben, die das Kind mit sich bringt, durchaus überfordert sein können, merken diese doch sehr schnell, dass die Zuneigung zu einem Haustier etwas fortwährend Beständiges ist. Wenn überhaupt, die Verbundenheit des Haustieres mit dem neuen Kind im Haus kann die Liebe dem Hund gegenüber nur noch vergrößern. Es bereitet viel Freude und Spaß zu erleben, wie Kind und Hund gemeinsam groß werden. Diese Momente halten viele Familien per Video fest, um lebendige Erinnerungen noch nach vielen Jahren wiedergeben zu können. Beide Individuen werden gegenseitig ein fester Bestandteil ihres Lebens sein und der Familienhund wird dabei gerne die Rolle des „großen Bruders“ oder der „großen Schwester“ übernehmen.

 

Bild: © Depositphotos.com / RomanovaAnna