Möchten auch Sie Flugpate werden?

Flugpate werdenEindringliche Berichte in Zeitschriften und im Fernsehen über den Überlebenskampf herrenloser Hunde und Katzen in süd- und osteuropäischen Urlaubsländern machen viele Tierfreunde betroffen, man möchte helfen. Eine sehr effektive Möglichkeit dazu ist die Übernahme einer Flugpatenschaft.
Tierschutzgesetze, wenn es diese überhaupt geben sollte, stoßen bei Behörden und der Bevölkerung meist auf Ignoranz, sodass grausamste Tierquälerei an der Tagesordnung steht und ungestraft bleibt. Mischlinge aus den Tierheimen sind zudem kaum vermittelbar, dazu kommen noch die ehemaligen Haustiere, die lästig geworden, einfach entsorgt wurden. Staatliche Tierheime darf man sich nicht vorstellen wie die Heimischen, wo die Schützlinge sauber, medizinisch versorgt und satt untergebracht sind. Ausländische Tierasyle fungieren vorrangig als Tötungsstationen, wo oft noch nicht einmal die Grundversorgung gewährleistet ist. Die Hauptaufgabe der Tierschutzorganisationen vor Ort liegt daher in Kastrationsaktionen und Öffentlichkeitsarbeit, um die Geburtenrate zu senken und langsam ein Umdenken in der Bevölkerung zu bewirken. Alle Tätigkeiten werden aus Spenden finanziert. Da viele europäische Familien das Tierelend mit eigenen Augen im Urlaub gesehen haben, reift die Entscheidung, gerade diesen Tieren bei sich ein Zuhause geben – wohl wissend, dass auch die heimischen Tierheime restlos voll sind. Zur Vermittlung stehen gewöhnlich ganz junge, alte oder Tiere mit einem Handicap, die in ihrer Heimat auf der Straße so gut wie keine Überlebenschancen haben. Da sie jedoch nicht einfach mitgenommen werden können und auch nur in Begleitung einen Platz im Flieger bekommen, werden Flugpaten benötigt.

Flugpaten entstehen keine Kosten und keine Nachteile

Die teilnehmenden internationalen Tierschutzvereine unterliegen heimischen (hier: deutschen) Gesetzen, deren Vorschrift nur die Zusammenarbeit mit behördlich als gemeinnützig anerkannten Vereinen des jeweiligen Landes erlaubt. Kontaktadressen und detaillierte Infos finden Interessierte in den Suchmaschinen mit den Keywords „Flugpate“, „Flugpaten“ oder geben den Namen der Urlaubsregion und „Tierschutz“ ein.
Wie läuft so ein Einsatz ab? Generell jede Person, die schon gebucht hat, kann Pate werden. Die Flugdaten werden den infrage kommenden Tierschutzorganisationen übermittelt, die dann schauen, ob ein Tier zum Reisezeitpunkt im Zielland erwartet wird. Nach Rücksprache (auch ein Besuch des betreffenden Tierschutzvereins ist vor der endgültigen Zusage selbstverständlich möglich) erfolgt daraufhin die Anmeldung bei der Fluggesellschaft. Ein Vereinsmitglied bringt das Tier rechtzeitig in einer Flugbox und checkt es ein. Dem Flugpaten werden Gesundheitszeugnis und Impfpass übergeben. Jedes Tier ist außerdem gechipt. Daneben werden noch Namen und Telefonnummer des Abholers gegeben, doch gewöhnlich ruft der Abholer den Flugpaten unterwegs schon an. Am Zielflughafen übergibt ein Flughafenmitarbeiter dem Flugpaten die Transportbox und am Ausgang warten schon die neuen Besitzer oder ein Tierschützer übernimmt den Hund oder die Katze. Um Skeptiker zu beruhigen – es ist bisher jedes Tier abgeholt worden, denn der Transport ist mit einer Menge Vorbereitungen und Kosten verbunden.

Auch für den Hinflug werden Paten gesucht

Bei der Anreise können Flugpaten Sachspenden, Futter oder einige auseinandergebaute und gestapelte Transportboxen mitnehmen. Der Ablauf erfolgt auch hier genau so zuverlässig und pünktlich wie oben beschrieben. Das Material wird in offenen Kartons angeliefert, damit der Flugpate sich selbst vom Inhalt überzeugen kann. Die Kosten für das Übergepäck trägt wiederum der Tierschutzverein oder die Fluggesellschaft stellt sogar eine Freimenge zur Verfügung.

Viele Tierfreunde müssen auf ein eigenes Haustier verzichten, sei es aus Zeitgründen oder weil die Hausordnung Tierhaltung untersagt. So ist eine Flugpatenschaft ist eine gute Möglichkeit, mit minimalem Aufwand und völlig kostenfrei aktiv für den Tierschutz einzutreten und das erhebende Gefühl zu erleben, einem Hund oder einer Katze ein neues Leben in Freiheit an einem Ort zu schenken, wo es in Liebe aufgenommen wird.

 

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